das jüngste Gelöbnis in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne am 18. März. - © ARCHIVFOTO: STEFAN LYRATH
das jüngste Gelöbnis in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne am 18. März. | © ARCHIVFOTO: STEFAN LYRATH

MINDEN Die Pioniere bleiben Minden treu

Bundeswehrstrukturreform verschont Weserstadt / Standort schrumpft aber auf 730 Beschäftigte / Bückeburg behält 1.040 Dienstposten

VON HARTMUT NOLTE

Minden. Der traditionelle Pionierstandort Minden hat die nächste Reform relativ unbeschadet überstanden. Die gestern aus Berlin zumeist mit großer Freude und Erleichterung an der Weser aufgenommene Nachricht: Der Bundeswehrstandort Minden gehört nicht zu den 31 Kasernenplätzen, die aufgelöst werden.

Ganz ohne Schrammen kommen die Pioniere in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne an der Wittelsbacherallee nicht davon. Von den rund 1.000 Arbeitsplätzen, die das Verteidigungsministerium den soldatischen und zivilen Dienstkräften bot, sind mit dem ersten der jüngsten Reformpläne von der Bonner Hardthöhe schon fast 200 weggefallen, als die allgemeine Wehrpflicht aufgehoben wurde. Nun werden es noch einmal weitere 90 sein.

"Vorbehaltlich der noch ausstehenden Feinplanung ist damit zu rechnen, dass künftig am Standort Minden rund 730 Soldaten und zivile Mitarbeiter ihren Dienst verrichten werden", sagte gestern in einer Pressekonferenz beim Mindener Bürgermeister der stellvertretende Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Reinhard Großkopf.

Mit Änderungen ist aber nicht sofort zu rechnen. Großkopf: "Die Zeitpläne sind noch zu erstellen, aber die Reform ist mit diesem zweiten Teil abgeschlossen." Wann hier in Minden "Reform abgeschlossen" gemeldet werden kann, wollte er zeitlich nicht eingrenzen. Aber auf jeden Fall gebe es Zeit genug, "die Reform sozialverträglich zu gestalten, auch für die einzelnen Personen".

Für den Verband, das bisher hier beheimatete Pionierregiment 100, bedeutet es die Loslösung der 130er-Pioniere in Minden vom Panzerpionierbataillon 1 in Holzminden. Das Mindener Pionierregiment 100 wird aufgelöst. Die Sanitätsstaffel Minden bleibt erhalten. Die 1. Panzerdivision, der das Regiment 100 seit Juli 2007 unterstellt war, wird nun in Oldenburg angesiedelt.
Mit Gelassenheit habe man hier an der Wittelsbacherallee der Entscheidung entgegen gesehen, aber dennoch "mit Freude und Erleichterung" die Bekanntgabe vernommen. "Wir haben nichts gewusst", beteuert Oberstleutnant Großkopf erleichtert – auch wegen der persönlichen Planungsicherheit für viele Bedienstete.

Für die Stadt Minden und ihre Bürger sei das auch eine gute Nachricht, sagte Bürgermeister Michael Buhre – nicht nur wegen der Wirtschaftskraft, die die Bundeswehr für jede Standortkommune bedeute. Das habe die Stadt ja schon beim Abzug der britischen Streitkräfte vor mehr als 15 Jahren erfahren. "Wir hätten gute Freunde verloren", wies Buhre auf die intensiven persönlichen Beziehungen zwischen Bürgern und Soldaten hin. "Die Soldatinnen und Soldaten sind gut integriert in die Stadt", betonte Buhre. Und nicht zuletzt sind viele von ihnen ordnungsgemäß Mindener Bürger. "Wer länger als zwei Jahre als Soldat hier bleibt, muss sich ins Meldereister eintragen lassen", sagt Stadtpressesprecherin Susann Lewerenz.

"Die heute verkündete Entscheidung für den Bundeswehr-Standort Minden gibt nicht nur der Stadt, sondern der gesamten Region Zukunftssicherheit", kommentiert der heimische Bundestagsabgeordnete Steffen Kampeter. Ebenso werde der Standort im benachbarten Bückeburg als Internationales Hubschrauberausbildungszentrum mit 1.040 Dienstposten erhalten bleiben.

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