Steffen Kampeter wartet aufdie Fragen der Gymnasiasten. Der Grundkurs Sozialwissenschaften am Söderblom-Gymnaisum eröffnete mit einer Fragerunde an den Staatssekretät im Finanzministerium das Info-Mobil des Bundestages. - © FOTOS:KLAUS FRENSING
Steffen Kampeter wartet aufdie Fragen der Gymnasiasten. Der Grundkurs Sozialwissenschaften am Söderblom-Gymnaisum eröffnete mit einer Fragerunde an den Staatssekretät im Finanzministerium das Info-Mobil des Bundestages. | © FOTOS:KLAUS FRENSING

ESPELKAMP Der Bundestag in Espelkamp

Steffen Kampeter läuft vor Schülern des Söderblom-Gymnasiums zur Hochform auf

VON KLAUS FRENSING

Espelkamp. Steffen Kampeter ist in seinem Element. Die Frage nach einer gemeinsamen europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, gar eines gesamteuropäischen Ministeriums, ließ den beredten Finanzpolitiker gestern zu Hochform auflaufen.

Die 22 Söderblom-Gymnasiasten vom Grundkurs 12 Sozialwissenschaften waren mit ihrem Lehrer Karsten Meyer die ersten Gäste im Info-Mobil des deutschen Bundestages aus Berlin. Der erfahrene Parlamentarier - seit 1990 vertritt der Mindener den Mühlenkreis im Bundestag - hatte sich und seinen politischen Werdegang zum parlamentarischen Staatssekretär im Finanzministerium, eine "Art stellvertretender Finanzminister" kurz vorgestellt.

Den Euro stabilisieren und die Haushaltsschulden abbauen nannte er als seine vordringlichsten Aufgaben. Nachdem Bürgermeister Heinrich Vieker dann das Info-Mobil offiziell eröffnet hatten, hieß es: "Feuer frei!"

"Was interessiert Euch? Nur los!" forderte der Finanzstaatssekretär sein junges Publikum auf. Angesichts spannender Zeiten bildete natürlich das Thema Euro und Europa einen Schwerpunkt. Wortgewandt und gestenreich setzt sich der "glühende Europäer" für ein starkes und vereintes Europa ein. "Viele Probleme können in einer globalen Welt nur international gelöst werden", betonte Kampeter und ist überzeugt, dass mehr Europa auch mehr deutschen Einfluss in der Welt bedeute. "Deutschland allein ist kein Global Player", unterstrich er. Gerade auch als Patriot setze er sich vehement für Europa und eine gemeinsame europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik ein, "weil ich weiter deutsche Interessen wahren möchte."

Allein, auf Finanzen und Wirtschaft möchte er Europa nicht reduziert sehen. "Europa ist ein großes Friedens- und Freiheitsprojekt, das uns mehr als 65 Jahre Frieden beschert hat", hob Kampeter hervor.
Ein anderer Schwerpunkt der Fragestunde bildete das Thema "Generationengerechtigkeit". Eine ins Spiel gebrachte "Steuer für Ältere" (sie haben uns die Schulden eingebrockt) hält Kampeter angesichts der älter werdenden Gesellschaft nicht für durchsetzbar - gleichwohl sieht er die Probleme. Er votiert dafür, den Anpassungsprozess an eine ältere Gesellschaft langsam zu gestalten und einen klugen Ausgleich zu schaffen. Wichtig sei es, die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nicht zu stark zu belasten, sondern das "Älterwerden" der Gesellschaft auf beide Generationen gerecht zu verteilen.

Zugleich hält er es für möglich die Schulden langsam abzubauen. Man müsse die Schulden immer im Verhältnis zur eigenen Leistungsfähigkeit sehen. Und da sieht er Deutschland als hochproduktives Industrieland ganz gut aufgestellt.

In Griechenland dagegen sei die Verschuldung doppelt so hoch wie die wirkliche Leistungsfähigkeit. Das am höchsten verschuldete Industrieland sei übrigens Japan, warf er ein. Trotzdem müsse Schluss sein mit dem Schulden machen, meinte Kampeter und forderte: "Wir dürfen nicht mehr ausgeben als wir haben." Deswegen sei auch die "Schuldenbremse" im Grundgesetz verankert.

Das Info-Mobil des Deutschen Bundestags wird noch heute von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet sein und interessierte Menschen willkommen heißen.

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