Wachsam: Hinter einer Litfaßsäule versteckt lassen Emil und die Detektive den Gauner nicht aus den Augen ( v. l., Ian Tame, Frederik Wulff, Emma Naue, Joyce Tame, Lotta Grote, Carlotta Stork, Sophie Grau, Lina Hannemann und Ben Knicker). - © Cornelia Müller
Wachsam: Hinter einer Litfaßsäule versteckt lassen Emil und die Detektive den Gauner nicht aus den Augen ( v. l., Ian Tame, Frederik Wulff, Emma Naue, Joyce Tame, Lotta Grote, Carlotta Stork, Sophie Grau, Lina Hannemann und Ben Knicker). | © Cornelia Müller

Lübbecke Freilichtbühne: Ab Pfingstsonntag ermitteln Emil und die Detektive

Freilichtbühne Nettelstedt: Das Familienstück nach dem Kinderbuch von Erich Kästner hat in Kürze Premiere

Cornelia Müller

Lübbecke-Nettelstedt. Langfinger, aufgepasst: Auf dem Hünenbrink geht es euch an den Kragen. Denn da übernimmt jetzt eine Gruppe cooler Kids das Regiment: Emil und die Detektive. Und die lassen sich nicht so schnell abschütteln, wenn sie einem Gauner auf die Spur gekommen sind. Am Pfingstsonntag geht es endlich wieder los auf der Freilichtbühne. Dann werden wieder Picknickkörbe gepackt und ganze Familien machen sich gut gelaunt auf den Weg "nach oben" - hoch über die Dächer Nettelstedts. Dort gibt es in dieser Saison einen richtigen Kinderkrimi-Klassiker zu sehen, in dem mehr als fünf Freunde auf Ganovenjagd gehen: Erich Kästners "Emil und die Detektive." Da wird es spannend und lustig zugleich, da wird sogar gesungen und getanzt. Bei "Emil und die Detektive" hat jeder seinen Spaß, vom Kleinkind bis zum Opa. Und das gilt nicht nur für die Zuschauer, sondern sogar für die Schauspieler: Die Jüngste, Lara Ratzmann, ist gerade anderthalb Jahre alt, während es der erfahrenste der rund 90 Darsteller, Wolfgang Hovemeyer, immerhin auf stolze 76 Jahre bringt. Zusammen erzählen sie die Geschichte des zwölfjährigen Emil Tischbein, der mit 140 Mark in der Tasche, die ihm seine Mutter mitgegeben hat, nach Berlin fährt, um seine Großmutter zu besuchen. Unterwegs jedoch wird er von einem Mitreisenden bestohlen. Das Geld ist futsch und zur Polizei mag Emil nicht gehen. Also macht er sich auf eigene Faust daran, das Geld zurückzubekommen. Und seine neuen Freunde, die Detektive, helfen ihm dabei. Keine Frage: In "Emil und die Detektive" stehen die Kinder im Mittelpunkt. Nicht nur Emil. Sondern auch all die anderen: "Pony Hütchen", "Gustav mit der Hupe", "der kleine Dienstag" und wie sie alle heißen. Genau das war auch der Grund, warum sich Spielleiterin Melle Fründ gerade für dieses Stück entschieden hat: "Wir haben hier an der Freilichtbühne eine unheimlich große aktive Kindergruppe, da ist es schade, wenn es in einem Stück nur zwei, drei Sprechrollen für sie gibt. Bei ,Emil? ist das anders: Das ist ein Stück, wo fast alle zum Zug kommen können. Und weil es jetzt schon zehn Jahre her ist, dass wir es zum letzten Mal aufgeführt haben, haben wir gedacht: Alles klar. Das wird unser Familienstück." Die großen und kleinen Zuschauer können also gleich mit einer ganzen Reihe von pfiffigen und selbstbewussten Kindern mitfiebern, die zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Ist denn dem Regisseur Poyraz Türkay vielleicht irgendein Charakter besonders ans Herz gewachsen während der Probenzeit? Der Regisseur schüttelt den Kopf: "Eigentlich sind es alle Detektive." An jedem Sonntagnachmittag bis Mitte August Wie immer sind alle Rollen doppelt besetzt, denn die Saison wird lang und hoffentlich diesmal auch sonnig: Vom 20. Mai an wird das Stück jeden Sonntag um 16 Uhr gespielt, die letzte Vorstellung ist am 12. August. Die Titelrolle teilen sich Ole Fründ und Ian Tame, die sich durch ihre Rollen als "Seppel" (Ole) und im Teeniestück "Die Stunkies" (Ian) empfohlen haben und die genauso gewitzt sind, wie man sich den Emil vorstellt. Die Probenplanung sei zwar etwas chaotisch gewesen (Melle Fründ: "Irgendjemand fehlte immer") und ganz ohne Verletzungen sei es in den vergangenen sechs Wochen auch nicht abgegangen. Aber Hindernisse sind schließlich da, um überwunden zu werden. "Parole Emil": Auf der Freilichtbühne Nettelstedt macht das Detektivspiel Spaß.

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