Der Vorstand des Lübbecker Hallentennis Rings: Peter Pickel (v. l.), Dirk-Peter Post und Detlef Sieverdingbeck sind voller Zuversicht. Sollte bis Juli die Finanzierung der geplanten Tennishalle stehen, könnten im August bereits die ersten Bagger anrollen. Einer Trainingsmöglichkeit für die Herbst-Winter-Saison stünde dann nichts mehr im Weg. - © Foto: Saskia Drapart
Der Vorstand des Lübbecker Hallentennis Rings: Peter Pickel (v. l.), Dirk-Peter Post und Detlef Sieverdingbeck sind voller Zuversicht. Sollte bis Juli die Finanzierung der geplanten Tennishalle stehen, könnten im August bereits die ersten Bagger anrollen. Einer Trainingsmöglichkeit für die Herbst-Winter-Saison stünde dann nichts mehr im Weg. | © Foto: Saskia Drapart

Lübbecke Neubau der Tennishalle rückt näher

Neubau an der Roten Mühle: Weitere Sponsoren und Mitglieder werden dringend gesucht. Der Förderverein "Lübbecker Hallentennis Ring" informiert über Planung und Kosten. 50.000 Euro sind schon gesammelt

Saskia Drapart

Lübbecke. "Wir müssen aufhören zu träumen und zu glauben, dass ein oder zwei Verrückte das Projekt allein in die Hand nehmen und anschließend wir alle davon profitieren", stellt Detlef Sieverdingbeck bei der Vorstellung des Bauprojekts der neuen Tennishalle für Lübbecke fest. Bei der kurzfristig angekündigten Infoveranstaltung präsentiert der erste Vorsitzende des eigens für das Projekt neu gegründeten Vereins "Lübbecker Hallentennis Ring" allen Tennisbegeisterten den frisch eingetroffenen Bauentwurf für die Trainingsanlage. Der Förderverein gründete sich aus den Lübbecker Vereinen Lübbecker Tennis Club (LTC) und der Tennisabteilung der Post und Telekom Sportgemeinschaft (PTSG). Der Plan zeigt eine Vier-Felder-Halle. An den Trainingsbereich schließen sich ein Gemeinschafts- und Veranstaltungsraum, eine Teeküche sowie Umkleiden und Sanitäranlagen. Der Zugang soll durch ein Online-Buchungssystem gesichert werden. "Nur wer gebucht hat, erhält auch Zutritt zu der Halle", so Sieverdingbeck. Das verhindere Vandalismus und ermögliche eine gerechte Verteilung der Trainingsstunden. Ebenfalls sei ein Umlauf um die Hallenplätze geplant, so dass jeder Spieler ohne Störung an seinen Trainingsplatz gelangt. Unabhängig vom Wetter Weitere Vorteile der neuen Halle: Die Spieler sind nicht mehr abhängig von den Witterungsbedingungen. Es findet kein Trainingsausfall im Winter statt und auch bei schlechtem Wetter im Sommer kann trainiert werden. "Es wäre schade darum, wenn 150 Kinder im Winter ohne Trainiermöglichkeit dastehen würden", sind sich die Tennisfans einig. Wichtig ist den Vereinen auch: Sie wollen keinen wirtschaftlichen Vorteil. Trainingsstunden sollen zu humanen Preisen buchbar sein. Höchstens 16 Euro möchte man als Preis für Vereinsmitglieder realisieren. Dabei orientiere man sich auch an einem Vorbild für das Bauprojekt an der Roten Mühle: Als Vorbild für die Tennishalle haben sich die Vorsitzenden des Fördervereins, Detlef Sieverdingbeck und Peter Pickel, ein Sportzentrum in Emlichheim nahe der holländischen Grenze genommen. Um sich vom Umfang des Projekts ein genaueres Bild machen zu können, waren die beiden für eine Besichtigung vor Ort. "Als Tennisfan kann ich nur sagen, dass ich fast feuchte Augen bekommen habe. Ich wusste nicht, wie schön so eine Halle sein kann", fasst der Vorsitzende den Ausflug mit einem Augenzwinkern zusammen. Als Vorbild dient eine Tennishalle in Emlichheim Innerhalb von sechs Monaten wurde die Tennishalle in Emlichheim errichtet. So schnell wäre der Bau auch auf dem Grundstück an der Roten Mühle in Lübbecke möglich. Nach der Fundamentierung würden Betonpfeiler eingelassen. Als Hallenboden diene ein Strukturteppich, der flexibel mit Granulat gestaltbar sei. Durch eine moderne Beleuchtung erhält der Spielbereich mehr Licht als zuvor in der alten Halle und spart dabei noch weniger Energieverbrauch. Auch mit Bedacht auf die Refinanzierung setze man auf Solarenergie auf dem Dach. Einen weiteren Vorteil bietet die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn noch: Er ist selbst "tennisverrückt". "So einen flexiblen und begeisterten Bauherrn habe ich selten erlebt", so Sieverdingbeck, "er ist selbst schon jetzt so von dem Projekt überzeugt, dass er mich am Wochenende anruft und fragt, wann es denn endlich los gehen kann." "Insgesamt kommen wir auf rund 1 Million Euro", so die Rechnung für das Bauprojekt Soweit so gut. Doch ohne Finanzierung keine Tennishalle. Hier kommt es auf die Unterstützung aller an. Sollte bis Juli die Finanzierung stehen, könnten im August bereits die ersten Bagger anrollen. Die acht Mitglieder des Fördervereins haben bereits verschiedene Ideen zur Finanzierung gesammelt. Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen bestehen in einer Mitgliedschaft im Verein "Lübbecker Hallentennis Ring". Mitgliederbeiträge können voll und ganz für das Projekt genutzt werden, da der Verein anderweitig keine Kosten habe. Die Aktion "500 mal 500" richtet sich an  Tennisbegeisterte. Einen Teil des Geldes könne aus der Solaranlage sowie durch den Spielbetrieb und Turniere des Tennisverbandes refinanziert werden. Es haben sich auch schon einige private Unterstützer und Sponsoren gefunden. Doch noch fehlt es an beträchtlichen Summen. Wichtig sei vielen Sponsoren auch, dass erst der Zusammenhalt der Vereine selbst gesichert ist. "Ich kann es nicht anders sagen: Wir brauchen mehr Tennisverrückte, die uns unterstützen und gemeinsam dafür einstehen, dass der Tennissport im Kreis nicht stirbt", appelliert der Vorstand. Doch schon der Abend zeigt: Unterstützung kommt von allen Seiten. Neben dem LTC und der PTSG sind auch befreundete Vereine aus Espelkamp oder Schnathorst vor Ort. Neben weiteren Sponsoren finden sich auch anderweitige Finanzierungstipps seitens der Vereinsmitglieder und am Ende des Abends steht fest: Den Tennissport möchte niemand im Lübbecker Land missen.

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