Entschieden: Über 60 Prozent der SPD-Mitglieder stimmen für den Eintritt in die Große Koalition mit der CDU und CSU.
Entschieden: Über 60 Prozent der SPD-Mitglieder stimmen für den Eintritt in die Große Koalition mit der CDU und CSU.

Lübbecker Land GroKo-Entscheidung: "Ein ,Weiter so' kommt mit uns nicht in Frage"

Im Gespräch: Micha Heitkamp (Jusos) und Florian Hemann (JU) zum SPD-Mitgliederentscheid

Karsten Schulz

Lübbecker Land. Der Mitgliederentscheid bei der SPD hat nicht nur in deren Jugendorganisation für einen breiten Diskussionsprozess gesorgt, sondern auch beim politischen Mitbewerber. Die Junge Union (JU), Nachwuchsorganisation der aktuell stärksten politischen Kraft in Deutschland, äußert sich ebenfalls zur geplanten Regierungsbildung mit den Sozialdemokraten. "Grundsätzlich richtig" So stellt Florian Hemann, Kreisgeschäftsführer der JU Minden-Lübbecke, im Gespräch mit der NW noch einmal heraus, dass eine "Jamaika"-Koalition ebenfalls gut gewesen wäre. Er hält es für "grundsätzlich richtig, dass die große Mehrheit der SPD-Mitglieder so entschieden hat". Im Gegensatz zu den Jusos ist die JU mit den aktuellen Entscheidungen ihrer Vorsitzenden einverstanden. Ebenso sei es gut, dass "in diesen bewegten Zeiten" ein neues Grundsatzprogramm aufgestellt werden soll. Das letzte stamme aus dem Jahr 2007. Viele JU'ler hätten im Vorfeld eine GroKo sehr kritisch gesehen. Dennoch überwiege in der JU in vielerlei Hinsicht die Erleichterung darüber, dass "Deutschland endlich aus der unsäglichen Hängepartie raus ist". Überhaupt sei es bedauerlich, dass der Konsens als zentrales Merkmal der Demokratie so in Verruf geraten sei. In Zukunft werde man "stark darauf achten, dass die Parteien unterscheidbar bleiben". Es sei "sehr grenzwertig" wie die Jusos mit der SPD umgegangen seien, vor allem die Art und Weise, wie man um Mitglieder geworben habe. Das sei "nicht Stil der JU". Erneuerung notwendig Micha Heitkamp, Kreisvorsitzender der Jusos, zeigt sich dagegen enttäuscht. Das Ergebnis sei "eindeutiger als er in den Versammlungen wahrgenommen hat". Dennoch sei ein "deutlicher Ruck durch die Partei gegangen", was ihr guttue. Dennoch habe er überall gespürt, dass eine Erneuerung "dringend notwendig ist". Heitkamp: "Ein 'Weiter so' wie in den vergangenen Wochen kann es nicht geben und darf es auch nicht geben." Nunmehr müssten klare Positionen für ein linkes Bündnis angekurbelt, dafür geworben und institutionell verfestigt werden. Mit den Neumitgliedern sollten Gespräche geführt werden. Ihnen müssten Angebote unterbreitet werden, um sie in die Partei zu integrieren.

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