Verzichtet auf Ministerposten: Martin Schulz. Foto:Pedersen/DPA - © dpa
Verzichtet auf Ministerposten: Martin Schulz. Foto:Pedersen/DPA | © dpa

Lübbecker Land Schulz-Rückzug: SPD-Basis reagiert erleichtert, aber auch enttäuscht

Martin Schulz: Verzicht auf Posten des Außenministers wird in den Stadt- und Gemeindeverbänden der Sozialdemokraten im Lübbecker Land sehr unterschiedlich bewertet

Cornelia Müller
Angelina Kuhlmann

Frank Hartmann

Sandra Spieker-Beutler

Lübbecker Land. SPD-Chef Martin Schulz hat am Freitag bekannt gegeben, dass er auf das Amt des Außenministers verzichtet. Wie kommt das in den Stadt- und Ortsverbänden im Lübbecker Land an? Wenn es um das Thema Koalition und CDU geht, dann wird Manfred Muth kritisch. Er ist Ortsvorsteher in Blasheim und Mitglied der Lübbecker SPD und für ihn ist der Verzicht von Martin Schulz auf den Posten des Außenministers keine Überraschung. "Das ist nichts besonderes. Ich gehe davon aus, dass Politiker auch mal halten was sie sagen. Deswegen wäre ich auch angefressen, wie Gabriel." Für Europa wäre Schulz der richtige Mann gewesen, das ist für Muth keine Frage. Aber: "Die Zukunft der Partei hängt davon ab", wie bestimmte Entscheidungen zur Zeit getroffen werden. Der Espelkamper SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Bösch nennt Schulz? Entscheidung "aufgrund der Entwicklungen der letzten Tage nachvollziehbar". Man müsse jetzt sehen, wie es weitergeht. "Ich halte die Entscheidung zum Verzicht natürlich für richtig", sagte Jan Hendrik Maschke, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender in Pr. Oldendorf. Martin Schulz hätte merken müssen, dass die Partei nicht zu 100 Prozent hinter ihm stehe. "Mit der Entscheidung, Außenminister werden zu wollen, hat er der SPD großen Schaden zugefügt", so Maschke. Torsten Kuhlmann, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Rahden, ist ein "Schulz-Fan" und findet seinen Verzicht "schade". Martin Schulz habe sich sehr für die SPD eingesetzt. In den Koalitionsgesprächen mit der Union habe Schulz "viel ausgehandelt" und hätte "für Deutschland und Europa viel erreichen können". Gleichwohl versteht er die Entscheidung: "Es haben zu viele Leute mitgeredet, und der Druck war zu groß." Nun müsse die Partei die Personaldiskussion hintenan stellen und sich auf die Inhalte konzentrieren. Trotz seiner Sympathie für Schulz, sagt Kuhlmann, hoffe er nun auf einen Außenminister Gabriel. "Über den Parteivorstand oder das Zuschieben irgendwelcher Posten mache ich mir im Moment keine Gedanken", sagt Reinhard Wandtke, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Hüllhorst. "Ich schaue nur auf die Mitgliederentscheidung und darauf, ob die SPD in eine Große Koalition eintritt oder nicht." Er sei aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit Kanzlerin Angela Merkel schon seit längerem "grundsätzlich gegen eine Große Koalition" mit der Union. Daran habe auch der vorgelegte Koalitionsvertrag nichts geändert.

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