Ein seltener Anblick: Eulen sitzen in einem Baum im Garten. - © Heike von Schulz
Ein seltener Anblick: Eulen sitzen in einem Baum im Garten. | © Heike von Schulz

Lübbecker Land Eulen: Zehn Fakten über die heimischen Vögel

Viele Legenden ranken sich um die effizienten Nachtjäger. Am Sonntag öffnet dazu eine Ausstellung im Moorhus. Die NW hat die zehn interessantesten Fakten über Eulen zusammengestellt

Sandra Spieker-Beutler

Lübbecker Land. In Kinderbüchern werden sie als belesene Vögel mit Brillen gezeigt. Sie jagen vorwiegend in der Nacht und sind dabei sehr effizient: Eulen zeichnen sich durch ihre exzellente Sehkraft im Dunkeln aus. Der Mindener Eulen-Experte Gerhard Neuhaus kümmert sich schon seit 30 Jahren um die Eulen im Kreis Minden-Lübbecke. Er erklärt zehn wissenswerte Fakten über Käuze und lautlose Flieger. Was ist der Unterschied zwischen Eule und Kauz? Manche nehmen an, es handele sich dabei um die Bezeichnungen zweier unterschiedlicher Tierfamilien. Das ist nicht richtig. In der Ordnung der Eulen bilden die Familie der Schleiereulen und die Familie der Eigentlichen Eulen die beiden Untergruppen. Zur Familie der Eigentlichen Eulen gehört der Kauz. Eulen haben einen schwarzen Schnabel und Federohren. Käuze haben einen hellen Schnabel und keine Federohren. Sind Eulen nachtaktiv? Eulen sind nachtaktiv und auch dämmerungsaktiv. Sie fangen schon bei Einsetzen der Dunkelheit mit dem Jagen an. Können Eulen ihren Kopf um 360 Grad drehen? Nein. Eulen können ihren Kopf zwar recht weit drehen, der Winkel beträgt jedoch „nur" 270 Grad. Was ist das Besondere am Sehvermögen der Eulen? Sie können ihren Kopf weit drehen, da sie ein recht eingeschränktes Blickfeld besitzen. Ihre Augen sind nach vorn ausgerichtet. Auch bei schwachem Licht können sie ihre Beute sehr gut sehen, haben ein gut ausgeprägtes räumliches Sehvermögen. Bei absoluter Dunkelheit sehen sie allerdings nichts mehr, dann benutzen sie ihre Ohren zum Orten der Beute. Auch in anderen Kreisen leben die Vögel: Stimmt es, dass Eulen asymmetrische Ohren haben? Eine Ohröffnung liegt etwas höher als die andere. Das ermöglicht der Eule, ihre Beute präzise zu lokalisieren. Warum bemerken Beutetiere das Herannahen der Eulen nicht rechtzeitig? Die Armschwingen von Eulen sind besonders außen sehr weich. Dies führt zu einer Verwirbelung des Luftstroms, wodurch der nächtliche Flug der Eulen nahezu lautlos ist. Was ist Gewölle? Eulen verschlingen kleine Beutetiere meist mit Haut und Haaren. Nach einiger Zeit werden die unverdaulichen Nahrungsbestandteile, wie etwa Haare, Federn oder Zähne der Beutetiere, wieder ausgewürgt. Deshalb heißt das Gewölle auch Speiballen. Bei Schleiereulen ist das Gewölle, wenn es frisch ist, schwarz und glänzend, bei anderen Eulen grau. Im Gewölle vom Steinkauz sieht man oft gut die Chitinpanzer von Insekten. Welcher Sinn ist schärfer: Sehen oder Hören? Beide Sinne sind hoch entwickelt und perfekt an die Lebensweise angepasst. Das Gehör von Eulen ist zigmal empfindlicher als das vom Mensch. Bauen Eulen Nester? Nein. Sie brüten am Boden, in Baumhöhlen oder in den Nestern anderer Vogelarten. Aber Nester bauen sie dafür nicht. Zur Eiablage wird eine Mulde gescharrt. In den Nisthilfen, die aufgehängt werden, liegt dafür meist feine Sägespäne, damit die Eier nicht herumkullern. Wie viele Eulen leben bei uns? Betreute Regionen mit Steinkauzvorkommen sind Petershagen, Hille und Minden sowie Lübbecke, Pr. Oldendorf, Stemwede und Espelkamp. 2016 brüteten elf Steinkauzpaare in der Gegend zwischen Pr. Oldendorf und Lübbecke sowie sieben Paare im Bereich des Großen Torfmoores. Zusammen waren es da mehr als 40 Jungvögel. Generell ist das Lübbecker Land dank der Schutzmaßnahmen eine Hochburg für Steinkäuze. 2017 wurden hier insgesamt 21 Brutpaare gezählt. 59 Jungvögel konnten beringt werden. Im Bereich Minden waren es 26.

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