Am Sonntagmorgen hat der Lübbecker Meteorologe im Wiehengebirge äußerst seltenes Haar-Eis entdeckt - © Friedrich Föst
Am Sonntagmorgen hat der Lübbecker Meteorologe im Wiehengebirge äußerst seltenes Haar-Eis entdeckt | © Friedrich Föst

Lübbecke Seltenes Naturphänomen in Lübbecke: Haar-Eis

Frank Hartmann

Am Sonntag berichtete der Lübbecker Meteorologe Friedrich Föst von einer kleinen meteorologischen Rarität – eine seltene Eisart, die es ganz vereinzelt im Wiehengebirge zu beobachten gab: Haar-Eis. Haareis wurde Föst zufolge 1918 vom großen Meteorologie-Pionier Alfred Wegener beschrieben. Der vermutete damals, dass ein Pilz seine Finger mit im Spiel haben könnte, doch mal glaubte dieser Theorie lange nicht. Erst 2008 sei seine 90 Jahre lang bestehende Theorie weitgehend bestätigt worden. Föst: „In der Tat ist es ein holzzersetzender Pilz, der beim Stoffwechsel Gase produziert. Diese Gase drücken das im Totholz befindliche Wasser an die Oberfläche." Es dürfe also nicht so kalt sein, dass das Wasser im Holz schon gefroren sei. Das Wasser komme an die Oberfläche und gefriere bei Temperaturen knapp unter 0 Grad zu Eis. Pilz lässt die eisigen Haare wachsen Nun kommt laut Föst auch noch die Luftfeuchtigkeit ins Spiel: „Ist die Luft sehr trocken, was sie in der Nacht und Sonntagmorgen noch nicht war, verdunste das an die Oberfläche dringende Wasser gleich wieder, und es könnte sich kein Haar-Eis bilden. Solange aber die Temperatur- und Feuchtebedingungen stimmten, drücke der Pilz durch seine Gase das Wasser an die Oberfläche und lasse die „Haare" in Form von Eis wachsen. Föst: „Sehr selten, aber unglaublich faszinierend, was die Natur da schafft."

realisiert durch evolver group