Gemeinschaft: Die Lübbecker Feuerwehr pflegt wie andere Wehren im Mühlenkreis ihr Zusammensein mit verschiedenen Treffen und Festen. - © Foto: Jan Ahlers
Gemeinschaft: Die Lübbecker Feuerwehr pflegt wie andere Wehren im Mühlenkreis ihr Zusammensein mit verschiedenen Treffen und Festen. | © Foto: Jan Ahlers

Lübbecker Land Feuerwehr-Serie (3): Das ist das wichtigste Einsatzmittel der freiwilligen Helfer

Jan Ahlers

Lübbecker Land. Espelkamp, Hüllhorst, Lübbecke, Pr. Oldendorf, Rahden, Stemwede - alle sechs Kommunen im Lübbecker Land besitzen ihre eigene Feuerwehr. Mancherorts ist es fast schon als Selbstverständlichkeit zu bezeichnen, Mitglied in der örtlichen Wehr zu sein. Doch nicht nur dort, sondern in jeder Löschgruppe ist das höchste Gut die Zusammenarbeit. Und die resultiert aus dem gelungenen Miteinander. "Geht nachts der Alarmfunker los, wird das ganze Haus davon wach" "Unser wichtigstes Einsatzmittel ist die Kameradschaft", wird Feuerwehr-Pressesprecher Andreas Püfke nicht müde zu betonen. Bis auf vereinzelte Ausnahmen stellen sich alle Feuerwehrleute unentgeltlich in den Dienst der Bevölkerung. "Das ist der große Unterschied zur Berufsfeuerwehr in größeren Städten", sagt der Lübbecker Stadtbrandmeister Christoph Stallmann. "Unsere Gruppen machen das aus reiner Leidenschaft." Wer sich entschließt, in eine Wehr einzutreten, der gibt dafür stets einen gewissen Teil seines Privatlebens auf. Püfke gibt ein Beispiel: "Geht der Alarmfunker in der Nacht los, dann wird davon das ganze Haus wach." Ob in einem Meeting auf der Arbeit, auf der Familienfeier oder einem Date - ein Feuerwehrmann benötige Verständnis von seinen Mitmenschen, wenn er plötzlich Hals über Kopf zu seiner Löschgruppe stürme, betont Stallmann. "Feuerwehr ist eine große Familie" Doch die Feuerwehr verlangt nicht nur, sie gibt auch zurück. Freundschaften entstehen und bleiben. Bei emotionalen, möglicherweise tragischen Einsätzen leistet nicht nur ein Seelsorger psychologische Betreuung, auch untereinander wird sich ausgetauscht und Hilfe geleistet. "Die Feuerwehr ist eine große Familie", beschreibt Püfke. Natürlich gehören Feste und Grillabende dazu. Besondere Vorkenntnisse benötigt man nicht, um der Feuerwehr in einer der Kommunen im Lübbecker Land beizutreten. "Wir haben bisher jeden, der mitziehen und helfen will, integriert", sagt Lena Deppermann, die auch die Jugendfeuerwehr in Lübbecke betreut. 54 Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren hat sie unter ihren Fittichen, etwa die Hälfte davon sind Mädchen. Im Feuerwehrdienst ist das weibliche Geschlecht hingegen deutlich in der Unterzahl. Weil mehrere Kameradinnen kürzlich Mütter wurden, ist Deppermann zur Zeit die einzige Frau im Lübbecker Löschzug Mitte. Aber das muss ja nicht so bleiben.

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