Halten ein Auge auf die Kundschaft: Im Marktkauf Lübbecke kümmern sich zwei Mitarbeiter gesondert um die Abgabe von Feuerwerk. - © Jan Ahlers
Halten ein Auge auf die Kundschaft: Im Marktkauf Lübbecke kümmern sich zwei Mitarbeiter gesondert um die Abgabe von Feuerwerk. | © Jan Ahlers

Lübbecke Feuerwerkabgabe vor Silvester wird streng kontrolliert

Silvesterfeier: Böller und Raketen gehören zum Jahreswechsel einfach dazu. Noch bis morgen können die explosiven Stoffe gekauft werden. Händler müssen diverse Vorgaben erfüllen.

Jan Ahlers

Lübbecke. Der Jahreswechsel steht vor der Tür - und egal, an welchem Fleck der Erde man sich befindet: Geböllert wird überall. Auch im Lübbecker Land, das sich seit dem gestrigen Donnerstag mit Feuerwerksartikeln aller Art eindecken kann. Nach Schätzungen der pyrotechnischen Industrie werden die Deutschen zu Silvester etwa 137 Millionen Euro ausgeben. Das ist in etwa so viel wie im Vorjahr, zuvor war der Wert Jahr für Jahr kontinuierlich angestiegen. "Feuerwerk ist kein Auslaufmodell", sagt Daniela Brünner. Höchstens 70 Kilo Explosivmenge auf Verkaufsfläche Sie kontrolliert die Abgabe des Silvesterspaßes im Marktkauf Lübbecke. Das unterteilt sich in Tischfeuerwerk ohne Altersbeschränkung, Jugendfeuerwerk, das ab 12 Jahren abgegeben wird, und Kategorie-2-Feuerwerk. Um dieses erwerben zu können, muss der Käufer volljährig sein - einige Lübbecker Märkte lassen das erforderliche Geburtsdatum, im heutigen Fall der 29. Dezember 1999, ihren Mitarbeitern sogar im Kassensystem anzeigen. Im Markt selbst staunen einige Kunden über die kleine Verkaufsfläche. "Mehr Feuerwerk ist nicht erlaubt", sagt Brünner. Maximal 70 Kilogramm Nettoexplosivstoffmasse (NEM) dürfen im Laden platziert werden, 100 Kilogramm NEM im Lager und 350 Kilogramm in speziellen feuergeschützten Lagern oder außerhalb des Lagers, beispielsweise in einem Container. Unabhängig davon darf im Aufbewahrungsraum nicht geraucht oder eine Temperatur von 75 Grad überschritten werden. Zudem dürfen keine Stoffe in der Nähe gelagert werden, die zu einer Gefahrenerhöhung beitragen, beispielsweise Spraydosen. Kontrolliert wird das regelmäßig von Einzelhandelsverband und Bezirksregierung. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Strafen in mittlerer fünfstelliger Höhe. In der Früh stehen die ersten Kunden vor der Tür Für Brünner und ihre Kollegen bedeuten diese Auflagen, dass regelmäßig nachgefüllt werden muss - und das ab 7 Uhr morgens, "denn dort standen heute schon die ersten Kunden vor der Tür und haben gewartet." Vor den Toren der Werksverkäufe großer pyrotechnischer Unternehmen campierten gar einige Feuerwerksliebhaber, um die begehrten Waren zu ergattern. Die hiesigen Supermärkte und Discounter haben den Großteil ihrer Artikel noch vorrätig. Schon seit mehreren Jahren im Trend liegen komplexe Batterien, die nur einmal angezündet werden müssen. "Hier wird zunehmend auch ein hochpreisiges Segment bedient", sagt Brünner. Bis zu 200 Euro können zwei Minuten Böllerspaß durchaus kosten - dafür gibt es knapp 1,9 Kilogramm explosiven Stoff, große Effekte inklusive. Zurückgegangen sind dagegen die Verkäufe von sogenannten Chinaböllern - kleinen, rollenförmigen Sprengkörpern mit dem lauten Knall als Markenzeichen. "Davon konnten wir vor einigen Jahren nicht genug haben. Nun hat das Interesse etwas nachgelassen." In jedem Jahr verändere sich das Sortiment der Feuerwerkshersteller, die mit den Lebensmittelhändlern Verträge abschließen - so werden stets nur Raketen und Böller von einem Unternehmen angeboten. Dass der Markt durch neue Produkte völlig umgekrempelt wird, ist dagegen selten. Eine liebgewonnene Tradition hat es 2017 aber "erwischt": das Bleigießen. Das findet man an diesen Tagen kaum noch im Sortiment - diverse Händler haben auf das umweltfreundlichere und zugleich ungefährlichere Wachsgießen umgestellt.

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