Eindeutig von der Natur beeinflusst: Beate Köhne, hier vor ihrem Werk "Unterholz", stellt bis zum 4. Oktober im Speicher des Burgmannshofes aus. - © Imme Lohmeyer-Lorek
Eindeutig von der Natur beeinflusst: Beate Köhne, hier vor ihrem Werk "Unterholz", stellt bis zum 4. Oktober im Speicher des Burgmannshofes aus. | © Imme Lohmeyer-Lorek

Lübbecke Beate Köhne stellt im Burgmannshof aus

Werke von inspirierender Kraft

Imme Lohmeyer-Lorek

Lübbecke. Mit Beate Köhne präsentiert der Kunstverein Lübbecke ein "Kind Ostwestfalens", das mittlerweile seine Werke erfolgreich international präsentiert. Die gebürtige Bielefelderin und "Malerin aus Leidenschaft" stellt im Speicher am Burgmannshof in Lübbecke überwiegend Bilder aus, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Betritt der Betrachter den Raum, so mag er sich sogleich die Frage stellen, ob er drinnen oder draußen ist, denn Köhnes Bilder sind eindeutig von der Natur inspiriert. So trägt auch die Ausstellung den Titel "Unterholz" und das in Grün-, Blau- und Weißtönen gehaltene Motiv auf den Einladungskarten suggeriert Wald und Bäume. Gleichzeitig will Köhne sich aber weder auf konkrete noch auf abstrakte Malerei festlegen. "Wo ich in einem Bild Blumen sehe, mag ein anderer Betrachter gern etwas anderes erkennen", so die heute in Berlin lebende Künstlerin, die früher als Reisejournalistin für etliche Zeitungen arbeitete und zunächst ein Studium der Germanistik absolvierte. Zur Ausstellungseröffnung fanden sich zahlreiche Besucher ein, und das trotz der ungeheuren Konkurrenz des Blasheimer Marktes. Eckhard Witte sprach das Grußwort zum letzten Mal als amtierender Bürgermeister. Er zog eine interessante Parallele zwischen dem Thema Wald/ Unterholz und den Strukturen einer Gesellschaft. So beschäftige sich die Stadt Lübbecke intensiv mit den "Sprösslingen" der Gesellschaft, was sich der Einrichtung der Stadtschule, des Jugendzentrums und von Bildungspartnerschaften niederschlüge. Erste Vorsitzende des Kunstvereins, Anke Steinhauer, sprach ihren Dank an die Stadt aus, in der "trotz knapper Kasse Kultur und Bildung nicht zu kurz" kämen. Sie entwarf ein Portrait der Malerin und ihres Werkes, indem sie sich der Farbsymbolik bediente. So spiele die Farbe Weiß im Schaffen Köhnes eine wesentliche Rolle. Weiß, in unserer Kultur mit Reinheit, Unschuld, aber auch mit Wahrheit und Erkenntnis verbunden, schaffe hier die offenen Räume, die der Betrachter mit seiner Phantasie füllen kann. Offen für die Einflüsse von Orten und Stimmungen zeigt sich Köhne ebenfalls in ihrer Vorgehensweise. So geht sie ohne konkreten Plan ans Werk und lässt sich von Licht und Farben inspirieren. Reiselustig ist sie ihr ganzes Leben gewesen, hat das europäische Ausland und Südamerika erobert. Doch beherrschen keine exotischen Motive ihre Bilder, sie lässt sich vielmehr von ihren Emotionen leiten, die sich in Formen und Farben in ihren Werken niederschlagen. Im Untergeschoss des Speichers zeigt die Malerin, die bei renommierten Künstlern aus aller Welt gelernt hat, ausschließlich Öl auf Leinwand, das Obergeschoss hingegen wird von Mischtechnik auf Papier dominiert. Der aufmerksame Beobachter fühlt sich regelrecht in die quadratischen oder Hochformate hineingezogen, so als ob die Werke nur einen Ausschnitt eines viel größeren Gemäldes zeigen. So eröffnen sich immer neue Sichtweisen, durch die Phantasie des Betrachters ausgelöst.

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