Heiße Bühnenshow: Alexandra Rogosch und die Ballroom-Girls waren nur ein Highlight von Uwe Müllers 70er-Jahre-Revue "Milestones of Rock", die am Samstag in der Lübbecker Stadthalle erfolgreich Premiere feierte. - © FOTO: ANJA SCHUBERT
Heiße Bühnenshow: Alexandra Rogosch und die Ballroom-Girls waren nur ein Highlight von Uwe Müllers 70er-Jahre-Revue "Milestones of Rock", die am Samstag in der Lübbecker Stadthalle erfolgreich Premiere feierte. | © FOTO: ANJA SCHUBERT

Lübbecke "Musikmeilenstein" in der Stadthalle

Uwe Müllers "Milestones of Rock" feiert mit 600 Gästen in der Lübbecker Stadthalle Revue-Premiere

Anja Schubert

Lübbecke. Wer den Namen Uwe Müller aus "Weihnachtstraum", "Sommernachtstraum" oder dem "Aschenbrödel"-Musical bisher mit melodischem Pop und eher weicherem Sound in Verbindung brachte, musste am Samstagabend in der Lübbecker Stadthalle seinen Horizont um die Kategorie "harter Rock" erweitern. Vor nahezu ausverkauftem Haus feierten mehr als 600 Gäste mit Uwe Müllers "Milestones of Rock" die musikalischen Größen der 70er und 80er Jahre. Und das nicht nur als bloße Präsentation des mitreißenden Liedgutes der Langhaarperücken-, Plateauschuh- und Schlaghosen-Ära. Verpackt in eine grandios in Szene gesetzte Revue erfuhr diese Ära der Rockmusik eine Hommage, die Akteuren und Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach einem furiosen Opening mit "Radar Love" heizten das Graf Zeppelin Orchester, stimmgewaltige Solisten und nicht zuletzt heiße "GoGo"-Girls dem Publikum richtig ein. Dass zur Einstimmung auf "Born to be wild" gar ein heißer Ofen über die Bühne jagte, war alles andere als verwunderlich - war die Show doch mit Disconebel, Langhaarperücken, Schlaghosen, Plateauschuhen, Hot-Pants und nackter Haut mit viel Liebe zum Detail gestaltetet. Mit harten Rhythmen und eingängige Riffs hatte das Graf-Zeppelin-Orchester mit Volker Fastenau (Gitarre), Martin Hohmeier (Bass), Kord Lampe (Percussion), Olli Schröder (Gitarre), Stephan Winkelhake (Keyboards) und Macher Uwe Müller (Schlagzeug) das Publikum schnell auf seiner Seite. Mit Alexandra Rogosch, Alwin Barg, Pit Hupperten und Steffi Steglich, die kurzfristig für Annette Steinkamp einsprang, hatte Müller die Bühnenfront mit starken Stimmen besetzt, die - ob in Sologesang oder Duett - vor keiner Herausforderung Halt machten. Die "Ballroom-Girls" Cecilia Korte, Frauke Strohbecke und Lena Sommer verliehen mit ihrer Choreografin Anna Nasirov dem Bühnenszenario eine zusätzlich würzige Note. Moderator Horst Halstenberg fand mit seiner überleitenden Führung durch die Epoche, die immer wieder mal eine kurze Verschnaufpause gewährte, bei den Gästen großen Anklang. Bekannte Hymnen wie "Proud Mary", "Paranoid", "Go Your Own Way", "Smoke on the Water", "Can the Can", "Love Is Like Oxygene", "Whole Lotta Love", "Samba Pa Ti" und "Baby Love" ließen bei den Zuschauern schnell Erinnerungen an die "Rockpalast"-Nächte vergangener Zeiten lebendig werden. Bereits vor der Pause hielt es die hinteren Reihen kaum mehr auf den Sitzen. Größen wie Deep Purple, Kiss, Rolling Stones, Led Zeppelin, Queen, Black Sabbath, Santana, CCR, Sweet und Suzi Quadro feierten ihre fulminante Wiederauferstehung. Fast andächtig vernahm die große Fangemeinde zum Ende der Show die Klänge von "Stairway to Heaven". "Wir waren uns sicher, dass uns hier eine hammergeile Show erwartet und sind nicht enttäuscht worden", freuten sich Julia, Elli, Ulla und Peter, die aus dem niedersächsischen Hunteburg den Weg nach Lübbecke gefunden hatten. "Es ist schon beeindruckend, wie neben dem starken Sound auf Kleinigkeiten und Feinheiten geachtet wird, die der Revue ihre besondere Note verleihen." Auch Christian Asche aus Pr. Ströhen unterstrich begeistert: "Es ist schön, dass es für diese Art von Musik noch genügend Liebhaber gibt, die diese Ära nicht aussterben lassen." Er war wie viele Weitere der Ansicht, dass Sitzplätze nicht notwendig gewesen wäre. Hardrock, Glam-Rock, Progressive Rock - die Akteure um Macher Uwe Müller beackerten das ganze musikalische Spektrum dieser Ära. Mit ihrer eigenen Note und doch zugleich großer Authentizität, mit viel Herzblut, Stimm- und Soundvolumen, bescherten sie dem dem Publikum "Gänsehautfeeling". Noch einmal brodelte der Saal, als Bühnenakteure und Publikum mit der Zugabe "Jumpin' Jack Flash" einen ausgelassenen Revue-Abschluss feierten. Doch Schluss war dann noch lange nicht, denn so richtig in Stimmung wurde bei der anschließenden "After-Show-Party" im Foyer zur Musik der wilden Epoche bis in die frühen Morgenstunden abgefeiert - mit Glitzersakko, Schlaghose oder Blume im Haar stilecht gekleidet. Jene, die das Konzert am Samstag verpasst haben oder noch immer nicht genug haben, sollten sich bereits jetzt den 31. Oktober 2015 notieren. Dann startet "Milestones of Rock" im Palais in Bad Eilsen.

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