Friedrich Steinbrink zeigt ein Foto des Schäferhund-Rüden, der vermutlich an einer Vergiftung gestorben ist. - © FOTOS: NICO BUCHHOLZ
Friedrich Steinbrink zeigt ein Foto des Schäferhund-Rüden, der vermutlich an einer Vergiftung gestorben ist. | © FOTOS: NICO BUCHHOLZ

Hüllhorst Hundehalter fürchten Giftköder

Sechsjähriger Schäferhund in Schnathorst gestorben / Warnung per Zettelaushang

Hüllhorst-Schnathorst. Traurig hält Friedrich Steinbrink ein Foto von seinem Rex in den Händen. "Er war in den besten Hundejahren", sagt der Schnathorster. Der sechsjährige Rüde sei an einer Vergiftung gestorben. Ein Unbekannter habe einen Giftköder ausgelegt, da ist Steinbrink sich sicher. Ein anderer Hundefreund warnt anonym mit einem ausgehängten Zettel vor Giftködern. In Schnathorst geht die Angst um.

Tagsüber war Rex noch nichts anzumerken. Dem jungen Rüden ging es gut, abends war Besitzer Friedrich Steinbrink mit seinem schwarzen Schäferhund noch im Wald spazieren. "Da war er putzmunter", erinnert sich Steinbrink. Am Morgen war Rex bereits tot. "Kurz vor seinem Tod hat er sich noch übergeben." Das ist nun drei Wochen her. Die Angst vor einem Unbekannten, der Giftköder auslegt, bewegt seitdem die Hundehalter in Schnathorst und Umgebung.

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Weiterer Fall


In Minden hat Anfang des vergangenen Monats ebenfalls ein Hund einen Giftköder gefressen. Die Halterin bemerkte sofort, dass der Hund etwas zwischen den Zähnen hatte und versuchte noch, ihm den Köder aus dem Maul zu nehmen. Doch sie kam zu spät. Der Hund schluckte den vergifteten Happen. Die Besitzerin brachte ihr Tier sofort zu einem Tierarzt. Dort pumpte der Arzt den Magen des Hundes aus. Eine Verbindung zu den Vorfällen in Schnathorst, auch wenn sie etwa zeitgleich stattgefunden haben, schließt Polizeisprecher Burkhard Lübker aber nahezu aus.(nibu)

Friedrich Steinbrinks Hund habe nie jemanden gebissen. "Er war kein gefährliches Tier." Daran, dass ein vergiftetes Hundeleckerli der Grund für den Tod seines geliebten Tieres ist, besteht für Steinbrink kein Zweifel. "Giftige Beeren oder etwas ähnliches gibt es hier im Wald nicht." Rex sei vorsätzlich vergiftet worden. "So etwas ist hinterhältig", klagt er. Das Gefährliche daran sei, dass die Giftköder innerhalb von Sekunden aus einem Auto geworfen werden könnten. "Dem Täter kann dann niemand etwas nachweisen."

Friedrich Steinbrink ist nicht der einzige Schnathorster, der vor einem solchen Giftköder warnt. Ein weiterer Hundefreund hat anonym Zettel verteilt, auf denen er die Gefahr für die Hunde im Ort beschreibt. Unter der Überschrift "Hundehasser unterwegs" warnt er die Menschen vor den für die Tiere gefährlichen Happen. "Es wurden im Umkreis Schnathorst/Hüllhorst mehrere Fleischköder, gefüllt mit Rattengift oder Rasierklingen, ausgelegt", heißt es auf dem Zettel. Einige Tiere seien bereits verstorben. Besondere Vorsicht sei geboten auf befahrbaren Feldwegen.

In der Tierarztpraxis Andreas Hagerodt in Hüllhorst sind derweil mehrere Anrufe von besorgten Hundebesitzern eingegangen. Alle wollten wissen, ob man in der Praxis etwas über die Angriffe auf Hunde gehört habe. "Bisher wurde bei uns kein Hund eingeliefert oder behandelt, der einen Giftköder gefressen hatte", sagt Michael Richter, einer der Mitarbeiter in der Tierarztpraxis.

Auch die Kreispolizei in Minden-Lübbecke hat noch nichts von den Giftködern in Schnathorst gehört. "Bei uns ist bisher keine Anzeige diesbezüglich eingegangen", sagt Polizeisprecher Burkhard Lübker.
Auch Friedrich Steinbrink will wegen seines vergifteten Hundes keine Anzeige erstatten. "Das bringt doch nichts. Ich kann ja nichts beweisen." Die anderen Hundebesitzer ruft er jedoch zur Wachsamkeit auf.

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