Die Vorfreude im Flughafen Düsseldorf von Manssor, Abdullah und
Zabihulla auf den Rückflug in die Heimat - © emailgateway
Die Vorfreude im Flughafen Düsseldorf von Manssor, Abdullah und
Zabihulla auf den Rückflug in die Heimat | © emailgateway

Löhne/Hüllhorst/Kabul Die Kinder Mansoor und Abdullah sind zurück in Afghanistan

Die medizinische Behandlung in Deutschland ist abgeschlossen. Die Kinder haben im Krankenhaus Bielefeld Freundschaft geschlossen. Es ist jedoch unklar, ob sie sich in der Heimat jemals wiedersehen werden

Ulf Hanke

Löhne/Hüllhorst/Kabul. Die afghanischen Jungs Mansoor (8) und Abdullah (10) sind zurück in ihrer Heimat. Die Kinder waren zur medizinischen Behandlung ins evangelische Krankenhaus Bielefeld gekommen, hatten sich hier kennengelernt und Freundschaft geschlossen. Der Verein „Kinder brauchen uns" hatte Flug und Unterbringung in Gastfamilien organisiert. Die Löhnerin Gisela Bröenhorst hat den Aufenthalt der beiden Kinder in Ostwestfalen-Lippe für den Verein organisiert. Ein paar Tage vor dem Abflug hat sie die Jungs getroffen und erzählt: „Sie waren stiller als sonst." Ob das am Abschiedsschmerz oder an der Vorfreude auf die Rückkehr liegt, könne sie nicht beantworten: „Die beiden sind hier aber dicke Freunde geworden." Es sei allerdings unklar, was aus der Freundschaft in Afghanistan werde. Die Familien wohnen eine Tagesreise voneinander entfernt. Außerdem würde ihnen das Geld fehlen, um die Fahrtkosten für einen gegenseitigen Besuch zu bezahlen. Neun Monate in Deutschland Abdullah war von einer türkischen Gastfamilie in Hüllhorst aufgenommen worden, Mansoor bei einer Familie in Bad Oeynhausen. Beide Familien hatte über ihre islamische Moscheegemeinde von der Suche nach Gastfamilien erfahren und Hilfe angeboten. Nach der Operation von Abdullahs Knochenfehlentwicklung in Bielefeld bezahlten die Johanniter für Abdullah im Gohfelder Gesundheitszentrum Recumed eine Anschlussheilbehandlung. Nach neun Monaten Deutschland sind nun beide Kinder zurück bei ihren Eltern in der Nähe von Kabul, berichtet Gisela Bröenhorst. Ein Foto aus dem sogenannten Steinhaus des Hilfsvereins in der afghanischen Hauptstadt zeigt Abdullah mit Krücken im Kreis seiner Familie, die ihn abholt. Vor neun Monaten hatten die Gastfamilien die afghanischen Kinder direkt vom Flughafen Düsseldorf abgeholt und zur medizinischen Behandlung begleitet. Währenddessen waren sie von ihren Familien getrennt. Verein ist auf Spenden angewiesen Nach einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus Bethel übernahmen die Gastfamilien Öztas in Hüllhorst für Abdullah und Belgeli in Bad Oeynhausen für Mansoor die Betreuung. Beide Kindern hatten Probleme mit dem Laufen. Abdullah hat erst bei seinem türkischen Gastvater in Hüllhorst das Laufen gelernt. Nach Gisela Bröenhorst war er ganz stolz darauf, nun seinen Eltern auf eigenen Füßen entgegen gehen zu können. Im Januar will der Verein „Kinder brauchen uns" wieder afghanische Kinder nach Deutschland holen, damit sie medizinisch versorgt werden können. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Gisela Bröenhorst ist erreichbar unter Tel. (0?57?32) 30?00 oder gisela.broeenhorst@gmx.de

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