Nach einem Monat on Tour: Die Ankunft in Brisbane. - © Volker Schlums
Nach einem Monat on Tour: Die Ankunft in Brisbane. | © Volker Schlums

Hüllhorst/Brisbane Unterwegs in Australien: Volker Schlums hat bereits mehr als 2.000 Kilometer hinter sich

Reisebericht: Der Hüllhorster ist mit dem Fahrrad in Australien unterwegs und berichtet von seiner Ankunft in Brisbane, dem Fahren auf dem Highway und der Begegnung mit Delfinen

Volker Schlums

Hüllhorst/Brisbane. Nachdem der Hüllhorster Volker Schlums in den vergangenen Jahren Europa auf dem Fahrrad erkundet hatte, ging es jetzt auf die südliche Halbkugel auf die andere Seite der Erde. Down Under hieß das Ziel - 8.000 Kilometer entlang der Ostküste von Nord nach Süd. Start war in Cairns an der Nordostküste. Über Rockhampton, Brisbaine, Sydney und Melbourne soll die Fahrt auf dem Fahrrad bis in den Süden Australiens gehen. Für die NW berichtet er regelmäßig von seinem Abenteuer: "Ich habe Brisbane nach einem Monat und 2.367 km erreicht, davon saß ich an 25 Tagen auf dem Rad. Ich musste vier Mal den Schlauch am Hinterrad wechseln, weil sich kleine Drähte und Scherben durch den Mantel gedrückt hatten. Unterwegs auf dem Highway Beim letzten Mal erneuerte ich den Mantel gleich mit, da dieser an mehreren Stellen aufgescheuert war. An dem Tag bin ich südlich von Gympie bei starkem Regen im Verlauf einer Baustelle auch auf einen Motorway geraten. Das ist vergleichbar mit unserer Autobahn und eigentlich sind dort auch keine Fahrradfahrer erlaubt. Auf den nächsten 25 Kilometern gab es keine Möglichkeit abzufahren. Auf einem Lkw-Parkplatz gelang es mir, durch ein geöffnetes Tor wieder auf den parallel verlaufenden alten Highway zu gelangen. Kurz zuvor überholte mich ein Polizeiauto. Aber sie ignorierten mich wohl. Vielleicht war es ihnen auch nur zu nass, denn mir lief das Regenwasser aus den Ärmeln meiner Jacke. Auf den letzten 700 Kilometern bin ich nur noch sporadisch auf dem Bruce Highway gefahren. Auf den meisten Nebenrouten ist weiniger Verkehr, dafür aber nicht so viel Platz auf der Straße. Ein paar Ausflüge oder Abstecher habe ich abseits der geplanten Route noch gemacht. Da war zuerst einmal ein Schnorcheltrip zur Lady Musgrave Island. Dort gelangen mir mit meiner kleinen Actionkamera wunderschöne Aufnahmen unter Wasser von einer Schildkröte. Start des Ausflugs war in 1770, dem einzigen Ort der Welt, dessen Name nur aus Zahlen besteht. Der Ort wurde aus dem Grund so benannt, da der Entdecker und damals noch Leutnant James Cook genau am 24. Mai 1770 dort landete. Kängurus beobachtet In den kleinen Ort Woodgate Beach südlich von Bunderberg, auch bekannt durch seine Rumdestillerie, zog es mich, da mir berichtet wurde, es wäre dort ganz leicht, Kängurus zu beobachten. Und tatsächlich. Am späten Nachmittag kommen die Tiere aus dem angrenzenden Naturpark in die Vorgärten der Häuser, um sich dort an dem gepflegten Gras satt zu fressen. Und auch morgens begegneten sie mir auf dem Campingplatz. Mit einem Bus startete die Tour in Hervey Bay nach Fraser Island. An der Fähre hieß es umsteigen und am Anleger auf der Insel wurden die Ausflugsbusse zugeteilt. An diesen Bussen ist der Reifendruck erheblich reduziert, um das Fahren im Sand zu ermöglichen. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Der größere Anteil der Besucher dürfte wohl männlich sein und die können sich hier im Sandkasten austoben. Denn der im Osten gelegene 75 Mile Beach gilt offiziell als Highway und darf mit Allrad getriebenen Fahrzeugen mit bis zu 80 km/h befahren werden. Dort starten und landen auch Kleinflugzeuge. An dem Highway befinden sich mittig der Insel weitere Attraktionen, unter anderem der ehemalige Luxusliner S.S. Maheno, der 1935 während eines für die Jahreszeit untypischen Zyklons auf Grund lief. Die Maheno sollte in Japan verschrottet werden und wurde dazu von einem kleineren Schiff gezogen. Sie selbst war aber nicht mehr manövrierfähig und versinkt nun langsam im Sand. In Tin Can Bay Delfine gefüttert In Tin Can Bay, einem kleinen Fischerort zwei Autostunden nördlich von Brisbane, konnte ich am Barnacles Dolphin Centre in Freiheit lebende Delfine füttern. Dort haben Anwohner vor vielen Jahren einen verletzt angetriebenen Delfin gesund gepflegt. Dieser kehrte später jeden Morgen zur gleichen Zeit zurück. Dieses Ritual wiederholt sich bis auf wenige Ausnahmen bis heute. Eine Gruppe älterer Damen und Herren koordiniert den Ablauf. Für fünf Dollar Eintrittsgeld (kommen die Tiere nicht, gibt es das Geld zurück) darf man in das dortige Café. Weitere fünf Dollar kann man in den Kauf eines Fisches investieren. Den braucht man später, um den Delfin zu füttern. Das Berühren der Tiere ist nicht erlaubt. Zuerst erhält man einige Erklärungen und lauscht den Geschichten und dann kommt die Fütterung, immer nur einzeln für Mensch und Delfin. In Brisbane lege ich für ein paar Tage eine Pause ein, um meinen Geburtstag das erste Mal im Leben im Sommer zu feiern."

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