Großes Interesse: Frank Rohs (r.), Vorstand des Gewerbevereins, begrüßte 120 Mitglieder, die einen Rundgang durch das Unternehmen TA Instruments machten. - © Foto: Stephan Pfeiffer||
Großes Interesse: Frank Rohs (r.), Vorstand des Gewerbevereins, begrüßte 120 Mitglieder, die einen Rundgang durch das Unternehmen TA Instruments machten. | © Foto: Stephan Pfeiffer||

Hüllhorst-Schnathorst Hightech made in Schnathorst

28. Hüllhorster Treff: 120 Mitglieder des Gewerbevereins besichtigten die neuen Räumlichkeiten des Unternehmens TA Instruments

Stephan Pfeiffer

Hüllhorst-Schnathorst. "Der Hüllhorster Treff ist eine Kontaktbörse, in der die Vertreter aller Institutionen locker miteinander ins Gespräch kommen können", so der Vorstand des Gewerbevereins, Frank Rohs, in seiner Begrüßung, "und ich freue mich über die 120 Anmeldungen, die zeigen, dass diese Veranstaltung auch in ihrem 28. Jahr nichts an Attraktivität eingebüßt hat." Auch Kämmerer Elmar Vielstich freute sich über die große Teilnehmerzahl: "Diese Veranstaltung hat ein tolles Format, das die Menschen anspricht." Der Verein hatte, zusammen mit der Geschäftsführung von TA Instruments, in das neue, erst drei Tage vorher bezugsfertige, Produktions-, Entwicklungs- und Verwaltungsgebäude eingeladen. Was genau auf den rund 2.800 Quadratmetern hergestellt wird, war vielen Besuchern anfangs noch unklar, doch Josef Stafflage, der als General Manager für Technik, Entwicklung und Produktion verantwortlich ist, gab vor dem Rundgang durch den Betrieb allen Zuhörern eine Kurzeinführung in Sachen Messtechnik: Die 30 Mitarbeiter von TA Instruments stellen dort Dilatometer her. Das sind Geräte, die die Ausdehnung eines Werkstoffs messen können - und das ziemlich exakt: "Unsere Maschinen messen mit einer Genauigkeit von 10 hoch 9 Metern", erklärte Stafflage, "das ist so, als löse man ein Haar 50.000-fach auf." Über die Hightech made in Schnathorst freut sich vor allem die Stahlindustrie, aber auch Fliesen- oder Dachziegelhersteller, die mit Hilfe eines Dilatometers nur eine winzige Probe des Werkstoffs zur Qualitätsanalyse brauchen, um danach die gewünschten Materialeigenschaften einstellen zu können. Das Anwendungsverhalten von Stahl etwa lässt sich durch ein solches Laborgerät ermitteln. Rund 50 Prozent der Geräte finden deshalb auch ihren Weg in die Materialforschungsinstitute renommierter Universitäten rund um den Globus. "China, Australien, Brasilien - da kommt man ganz schön rum", meinte René Klötzer, der zusammen mit seinem Kollegen Fabian Schramme die Laborgeräte einrichtet und den Käufern danach in drei- oder viertägigen Seminaren die Funktionsweise der Maschine erklärt. Universitäten rund um den Globus arbeiten mit den Geräten Damit alles richtig funktioniert, braucht es natürlich auch entsprechende Software - die liefert Detlev Knigge, der dazu aber keinen Flieger besteigen muss, weil er die Programme direkt vom Standpunkt in der Altendorfstraße 10 aus aufspielen kann. Die drei Hightech-Profis stellten gemeinsam mit ihrem Team das derzeitige Flaggschiff des Unternehmens vor: Das Abschreck- und Umformdilatometer "DIL 805", für das es bereits 160 Kunden gebe, so Klötzer. Alle, die an der Simulation von Fertigungsprozessen interessiert sind und sich ein Phasendiagramm des DIL 805 liefern lassen möchten, das als Vorlage zur Wärmebehandlung dient, um danach die gewollten Eigenschaften des Werkstoffs einzustellen, müssen allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: "Je nach Ausstattungsvariante muss man mit 350.000 bis 400.000 Euro pro Gerät rechnen", klärte Jan Oepping auf. Er ist als kaufmännischer Leiter für das Reporting zuständig und liefert sämtliche Finanzdaten monatlich an den Mutterkonzern, die börsennotierte Waters Corporation mit Sitz in Delaware/USA. Weltweit beschäftigt die 1958 gegründete Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro 7.000 Mitarbeiter, davon entfallen auf die Standorte in Deutschland 200 Beschäftigte, die einen Umsatz von 80 Millionen Euro erwirtschaften. Die derzeitige Hüllhorster Belegschaft könnte im kommenden Jahr von 30 auf 50 Mitarbeiter aufgestockt werden, so General Manager Stafflage. Dazu werde man unter anderem Softwareingenieure oder Mechatroniker suchen.

realisiert durch evolver group