Betrieb mit Tradition: Marcel Schuster mit Sohn Oskar (9 Monate), der den gleichen Vornamen trägt, wie sein Ururopa. Der gründete 1949 die Landschlachterei an der Büttendorfer Straße. - © Kirsten Tirre
Betrieb mit Tradition: Marcel Schuster mit Sohn Oskar (9 Monate), der den gleichen Vornamen trägt, wie sein Ururopa. Der gründete 1949 die Landschlachterei an der Büttendorfer Straße. | © Kirsten Tirre

Hüllhorst Fleischerei Schuster ist Familienbetrieb in vierter Generation

Kirsten Tirre

Hüllhorst-Büttendorf. Der Hüllhorster Ortsteil Büttendorf feiert im Juni 975-jähriges Bestehen und ist stolz auf seine Geschichte. Der kleine Ort, in dem rund 800 Menschen leben, hat viel zu bieten: ein reges Vereinsleben und viele kleine Handwerksbetriebe. Eine Besonderheit ist die Landschlachterei Schuster, die bereits in der vierten Generation als Familienbetrieb geführt wird. "Schusters Bratwurst" ist weit über die Grenzen Hüllhorsts hinaus ein Begriff. 1949 wurde das Unternehmen von Oskar Schuster an der Büttendorfer Straße 196 als Ladengeschäft für Fleisch und Wurstwaren gegründet. Oskar Schuster war auch als Dorfschlachter unterwegs, denn in fast jedem Haus wurde ein Schwein gehalten. In der kalten Jahreszeit wurde traditionell geschlachtet, um sich mit Wurst, Schinken und Speck zu bevorraten. Rezepturen werden von Generation zu Generation weitergegeben Vor der Firmengründung war das Haus an der Büttendorfer Straße ein Wohnhaus mit Stall. Oskar Schuster stellte einen Tresen auf und verkaufte Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung und nach eigener Rezeptur. Die geheime Gewürzmischung für jede Wurst wird heute noch genauso wie früher verwendet und von Generation zu Generation weitergegeben. Von Oskar Schuster ging die Landschlachterei 1975 in die Hände von Konrad Schuster über. Am 1. Januar 2009 übernahm dann Jörg Schuster. Ehefrau Kerstin organisiert das Ladengeschäft und den Partyservice. Im Laufe der Jahre wuchs der Betrieb, zu dem auch eine Filiale in Kirchlengern gehört, stetig. Auch Sohn Marcel (30) arbeitet als Meister im Unternehmen. Für ihn kam nie ein anderer Beruf in Frage. "Ich habe von klein auf in dem Betrieb mitgeholfen", erzählt er. Auch seine Ausbildung absolvierte er im elterlichen Betrieb. "Es ist sinnvoll, wenn man möglichst schnell über das eigene Geschäft Bescheid weiß." 2008 machte er seinen Meister. Vom Zerlegen bis zur fertigen Wurst wird noch alles in der Landschlachterei selbst gemacht. Das Fleisch stammt von Bauern aus der Region im Umkreis von zehn Kilometern. Die Landschlachterei Schuster legt Wert auf Qualität. Seit 2010 hat sie die EG-Zulassung und seit 2015 auch die QS-Zulassung, die im Fleischerhandwerk für die Qualitätssicherung bürgt. Mit den Jahren hat sich der Familienbetrieb immer breiter aufgestellt. "Nur von einem Ladengeschäft alleine kann man nicht existieren", sagt Marcel Schuster. Weitere Standbeine sind die Belieferung von Imbissen und Restaurants im Umkreis von 20 Kilometern, der Partyservice mit warmen und kalten Speisen sowie die mobilen Imbisswagen, mit denen Schuster auf Volksfesten - vielfach auch im Herforder Raum - zu finden ist. Auch bei den Heimspielen des TuS N-Lübbecke kommt Schusters Bratwurst auf die Pappe. Weiter ausgebaut wird derzeit die Belieferung von Supermärkten. Zum Beispiel mit vakuumverpackter Stippgrütze und Wöpkebrot nach Schusters Rezeptur. Die Landschlachterei liefert übrigens auch nach Baltrum, Winterberg und bis nach Madrid. Elf Mitarbeiter beschäftigt der Betrieb, der aus Büttendorf nicht wegzudenken ist. Denn viele Einheimische decken sich in dem Ladengeschäft auch mit Dingen des täglichen Bedarfs ein. Ob Milch, Nudeln oder Marmeladen, alles ist bei Schuster zu bekommen. Das nehmen vor allem die Älteren gerne wahr, die hier zu Fuß ihre kleinen Einkäufe machen. Rund eine halbe Million Bratwürstchen produziert die Fleischerei jedes Jahr Ein Markenzeichen sind neben den saisonalen Grillspezialitäten die Bratwürstchen. Rund eine halbe Million davon produziert die Fleischerei im Jahr. "Alles geht in Richtung Grillen", stellt Marcel Schuster fest. Im Betrieb ist der 30-Jährige für den Außendienst und die Verkaufsstände zuständig, was ihm großen Spaß macht. "Da ist kein Tag wie der andere." Man habe viel Kontakt zu den Menschen sowie den Vereinen in der Region. Dem Vereinsleben von der Feuerwehr bis zu den Rassegeflügelzüchtern fühlt sich die Familie verbunden. In der neugegründeten Dorfgemeinschaft Büttendorf hat Marcel Schuster das Amt des Schatzmeisters inne. Die hatte gerade ihre erste Mitgliederversammlung. "Es läuft gut." Der noch junge Verein "Dorfgemeinschaft für ein zukunftsorientiertes Büttendorf" zählt bereits mehr als 100 Mitglieder. Apropos Zukunft: Mit Sohn Oskar (9 Monate), der nach dem Firmengründer benannt wurde, ist wohl auch bereits die Zukunft des Familienunternehmens in der fünften Generation gesichert.

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