Gemeinschaftsprojekt: Die Gospel-Legende Deborah Woodson (vorne l.) mit ihrem Begleitsänger Honoré Haase (vorne r.) und die Gruppe "Joyful Gospels" begeisterten das Publikum in der Schnathorster Kirche. - © Imme Lohmeyer-Lorek
Gemeinschaftsprojekt: Die Gospel-Legende Deborah Woodson (vorne l.) mit ihrem Begleitsänger Honoré Haase (vorne r.) und die Gruppe "Joyful Gospels" begeisterten das Publikum in der Schnathorster Kirche. | © Imme Lohmeyer-Lorek

Hüllhorst Konzert mit "Joyful Gospels" stieß auf Riesiges Interesse

"Black & White Gospel": Deborah Woodson zieht alle Register von zart bis energisch. Publikum klatscht stehend Beifall

Imme Lohmeyer-Lorek

Hüllhorst-Schnathorst. Es war mehr als nur ein Konzert, es war ein richtiges Gospel-Fest, das die Besucher am Donnerstag in Schnathorst miterleben durften. Alle Plätze in der Kirche waren besetzt, einige Zuhörer fanden keinen Sitzplatz mehr, so groß war das Interesse, die Gospel-Diva Deborah Woodson live zu erleben. Unter dem Motto "Black & White Gospel" gab es im zweiten Teil des Konzerts einen gemeinsamen Auftritt der "Joyful Gospels" unter Leitung von Matthias Nagel. In dem Refrain von Michael Jacksons "We are the world" füllte sich das Kirchenschiff mit Hunderten Stimmen und ließ den Abend zu einem Gemeinschaftserlebnis werden, das eindeutig bewies: Singen verbindet über die Grenzen von Farbe und Herkunft. Mitreißend und packend waren Deborah Woodsons Auftritt und Naturell. Ihre Stimme in dem Gospel-Klassiker "Amazing Grace" war zunächst samtig in der Tiefe und mutete fast an wie eine Männerstimme. Für ihren Lieblingssong brauchte die Kölner Gospel-Legende keine Begleitung. Der weiche Sound ihrer Stimme erfüllte die Kirche und ließ die Zuhörer mucksmäuschenstill werden. Für ihre weiteren Songs hatte sie zwei afrikanische Sänger mitgebracht: Claudine Abusi und Honoré Haase. Zu den Baumwollfeldern Georgias entführten sie das Publikum in dem bekannten "Kumbajah, my Lord" in einer sehr innigen Interpretation, in der das Publikum dahinschmolz. Alle Register von zart bis energisch zog Woodson und zeigte dabei auch ihre lebhafte Seite, beispielsweise in "I will follow him" aus der bekannten Filmkomödie "Sister Act". Dabei zog sie durchs Mittelschiff und animierte die Zuhörer zum Mitsingen und zum Mitklatschen. Auch Eigenkompositionen und moderne Lieder, wie das stimmungsvolle "Halleluja" des kürzlich verstorbenen Leonard Cohen hatte die Broadway-Sängerin mit dabei. Mit einer sehr gelungenen Interpretation von "Oh Happy Day", mit einem umwerfenden Solo von Honoré Haase, verabschiedeten sich die hochkarätigen Sänger von ihrem tobenden Publikum, das bei den letzten Liedern stehend Beifall klatschte. Kennengelernt hatten sich Chorleiter Matthias Nagel und Woods beim "Gospel Award" vor drei Jahren in Köln. Die Idee, gemeinsam mit dem hiesigen Chor zu musizieren, griffen alle Beteiligten sofort begeistert auf. Die "Joyful Gospels" traten im ersten Teil allein auf und stellten mit Songs wie "Father" oder "Heaven help us all" ein beachtliches Programm vor, bei dem sie musikalisches Engagement und viel Freude an der Musik zeigten. Solistisch traten Yvonne Fricke als Sopran und Stefanie Tiemann als Alt in einem wunderbaren Duett in "Don?t worry" auf. Auch Matthias Büscher erntete für seinen Soloauftritt großen Applaus. Eine dreiköpfige Band (Marius Maschmeyer am Bass, Peter Weissink am Schlagzeug und Daniel Karla am Piano) heizte bei den lebhaften Stücken so richtig ein. Mit der energischen Soulnummer "Ain?t no mountain higher" als Zugabe verabschiedeten sich die Musiker von ihrem euphorischen Publikum und hinterließen beste Stimmung und den Wunsch, ein solches Konzert irgendwann einmal zu wiederholen.

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