Keine sonnigen Zeiten für Halter der Vierbeiner: Die Hundesteuer soll drastisch angehoben werden. - © dpa
Keine sonnigen Zeiten für Halter der Vierbeiner: Die Hundesteuer soll drastisch angehoben werden. | © dpa

Hüllhorst Hundehalter in Hüllhorst sollen mehr zahlen

Erhöhung der Hundesteuer um 80 Prozent in der Diskussion

Frank Hartmann
Sandra Spieker

Da „jedes Hobby teurer wird", wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Picker sagte, werde nun auch „das Hobby Hund" teurer. So sah es auch die Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses, der sich bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung aus den Reihen von CDU und UHU dafür ausgesprochen hat, die Hundesteuer zu erhöhen – rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Danach kostet ein Vierbeiner pro Jahr 55 statt bisher 30 Euro. Für zwei Hunde werden 70 Euro fällig (bisher 45 Euro), und für drei Hunde oder mehr werden 85 Euro berechnet (bisher 60 Euro). Eine Anhebung von 80 Prozent sei „zu viel", versuchte Lars Wunderlich (UHU) die von der Verwaltung vorgeschlagenen Summen zu reduzieren. Unterstützt wurde er dabei von Klaus Kuhlmann (CDU). Bürgermeister Bernd Rührup räumte zwar ein, die vorgeschlagenen Erhöhungen ließen sich argumentativ kaum herleiten, stimmte aber mit SPD und Grünen für die Erhöhung. Die sei überfällig, deutete Kämmerer Elmar Vielstich an: „Die alte Satzung ist fast 20 Jahre alt." Zugleich machte er deutlich: „Auch Hundesteuer ist eine Steuer. Und für die gibt es keine Gegenleistung." "Alte Satzung ist fast 20 Jahre alt" Dafür bringt sie mehr Geld in die Gemeindekasse. Mit zusätzlichen 28.000 Euro rechnet Vielstich in diesem Jahr und nannte zum Vergleich zwei Kommunen mit deutlich höherer und deutlich geringerer Hundesteuer: Minden und Lübbecke. Mit 90 Euro pro Hund liege Minden im Kreis Minden-Lübbecke an der Spitze, führte der Kämmerer aus. Für Lübbecke gelte das Gegenteil: Mit 39 Euro je Hund und sei die Stadt generell die für Hundebesitzer günstigste Kommune im Kreisgebiet. Unverändert ließ der Hauptausschuss die Gebührenhöhe für sogenannte Kampfhunde („gefährliche Hunde"). Ihre Besitzer werden weiterhin mit 600 Euro jährlich zur Kasse gebeten. Befreit von der Steuer werden können unter anderem blinde, taube und hilflose Personen, die auf einen Hund angewiesen sind. Der Rat der Gemeinde Hüllhorst will in der nächsten Sitzung am 29. März (17.30 Uhr, Rathaus) darüber entscheiden. Inzwischen hat sich im Internet Protest gebildet. Auf der Seite www.change.org startete ein Bürger eine Petition an Bürgermeister Bernd Rührup gegen die geplante Erhöhung.

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