Ein Angebot für Schüler der Gesamtschule: Die Spieleausleihe, die von den Sozialpädagogen Tim Wörmeyer und Tanja Wiechers und freiwilligen Helfern organisiert wird. - © Gesamtschule
Ein Angebot für Schüler der Gesamtschule: Die Spieleausleihe, die von den Sozialpädagogen Tim Wörmeyer und Tanja Wiechers und freiwilligen Helfern organisiert wird. | © Gesamtschule

Hüllhorst Schulsozialarbeit umfasst großes Aufgabenfeld

Die Gesamtschule Hüllhorst verfügt über 1,5 Stellen für die Schulsozialarbeit. Auch Grundschulen haben Bedarf

Kirsten Tirre

Hüllhorst. Beratungsgespräche, Präventionsprojekte, Freizeitangebote: das Aufgabenfeld der Schulsozialarbeiter an der Gesamtschule Hüllhorst ist groß. 1,5 Stellen sind dafür vorgesehen. Die werden von Tanja Wiechers und Tim Wörmeyer ausgefüllt. Wörmeyer berichtete im jüngsten Schulausschuss über die Arbeit. Der Schulsozialarbeiter hat eine halbe Stelle, die je zur Hälfte von der Gemeinde und vom Land finanziert wird. Für die Stelle von Tanja Wiechers hat die Gesamtschule auf eine Lehrerstelle verzichtet. Wie er jetzt erfahren habe, sei er auch für die Grundschulen zuständig, sagte Wörmeyer. Rund 1.300 Schüler besuchen derzeit die Gesamtschule Hüllhorst. Er kenne in Hamburg eine Schule gleicher Größe, an der insgesamt 16 Schulsozialarbeiter beschäftigt seien. Was die tägliche Arbeit angehe, stehe bei ihm und seiner Kollegin immer der Schüler im Fokus und zwar im Beziehungsfeld Familie, Schule und Freunde. Die drei Grundprinzipien der Arbeit seien Vertraulichkeit, Offenheit und Freiwilligkeit. "Die Schüler können mit allen Problemen, die sie haben, zu uns kommen." Die beiden Schulsozialarbeiter unterstützen im Ganztag, zum Beispiel durch eine Spieleausleihe oder AGs, sie stehen für Einzel- und Gruppenberatungen zur Verfügung und machen sonstige Angebote wie Prophylaxe, Klassenbildung, soziales Training oder die Begleitung von Klassenfahrten. Zudem pflegen die Schulsozialarbeiter Kontakte zu außerschulischen Netzwerkpartnern wie Kirche, Polizei, Jugendhilfe oder dem schulpsychologischen Dienst. Auf die Frage von Andreas Jaeger (CDU), was den zeitlich größten Anteil ausmache, erwiderte Wörmeyer: "Die Migrationsarbeit." Aktuell gibt es an der Gesamtschule eine 5/6 Klasse und eine 7/8/9 Klasse, in der Flüchtlingskinder Deutsch lernen, aber auch alltägliche Dinge wie das Einkaufen durchgespielt werden. Seinen Vortrag beendete Wörmeyer mit einer Uhr als Symbol für das, was den beiden Schulsozialarbeitern fehlt: "Zeit!" Wörmeyer: "Zeit, damit Kinder in der offenen Beratung nicht erst auf einen Termin warten müssen. Zeit, für soziales Lernen in der Klasse oder Präventionsangebote." Der Schulsozialarbeiter begleitet an der Gesamtschule auch noch eine AG "Wege für Jungs". Eigentlich wäre Wörmeyer auch für die Grundschulen zuständig, die ebenfalls Wünsche haben. Streitschlichtung, Elternberatung, Spieletreff oder auch ein Elterncafé wurden genannt. Viele Tätigkeitsbereiche über den Unterricht hinaus werden derzeit von den Lehrerkollegen wahr genommen. "Und dann kommt ja auch noch die Inklusion dazu", sagte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Marie-Luise Rahe. "Und es fehlt an Sonderpädagogen." Das Tätigkeitsfeld habe sich verschoben, so die Leiterin der Gesamtschule Marina Butschkat-Nienaber. "Die Zeitansätze passen so nicht mehr." Eigentlich würden allein die 13 Migrationskinder die 19 Stunden der halben Stelle benötigen. Die Stundenzahl sei einfach so gering bemessen, dass sich damit nichts Großartiges mehr auf die Beine stellen lasse. Die Schulleiterin richtete an den Ausschuss den Appell, für die Schulsozialarbeit an den Grundschulen eine zusätzliche halbe oder besser noch eine ganze Stelle zu schaffen.

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