Musikalische Untermalung: Die Blockflötengruppe spielte für die Gäste ein Ständchen.
Musikalische Untermalung: Die Blockflötengruppe spielte für die Gäste ein Ständchen.

Hüllhorst-Oberbauerschaft Landeskommission informiert sich in Oberbauerschaft

Klaus Frensing

Hüllhorst-Oberbauerschaft. Das war eine reife Gemeinschaftsleistung. Oberbauerschaft präsentierte sich im besten Licht und der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Günter Obermeier strahlte. Er zog nach der Bereisung der Landeskommission ein überaus positives Fazit: "Die Zeit hat gereicht. Der Ablauf war klasse". Und auch der Zukunftsaspekt kam nicht zu kurz. Schließlich heißt der Wettbewerb ja auch "Unser Dorf hat Zukunft". Zwei Stunden zuvor hatten die Aktiven der Dorfgemeinschaft auf dem Parkplatz der Grundschule gespannt auf den Bus aus Münster gewartet. Pünktlich um 8.45 Uhr stieg die 20-köpfige Bewertungskommission unter der Leitung von Annegret Dedden und Anke Schirocki (Landwirtschaftskammer NRW) am nördlichsten Punkt ihrer Bereisung aus. In der Aula begrüßte der Schulchor die Gäste mit dem Lied der "Vogelhochzeit". Bürgermeister Wilhelm Henke, Bauamtsleiterin Susanne Sassenberg und Dorfgemeinschaftsvorsitzender Günter Obermeier stellten kurz den mit fast 3.000 Einwohner größten Ortsteil ihrer Gemeinde vor. Ein kleiner Sketch klärte die Kommissionsmitglieder über die vielen Aktivitäten im Dorf auf. Schulkinder erzählten ihrem neuen Lehrer (Frank Buhlmann), dass es ihnen durch die vielen Sport-, Spiel-, Freizeit und Vereinsangebote von der Blockflötengruppe bis zu Taek-Won-Do nie langweilig wird und Familienzentrum und die Tagesgruppe "Die drei Spatzen" es ermöglichen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Und dass die Oberbauerschafter es verstehen, Feste zu feiern. Auch für den Lehrer gebe es durch den Automobilclub "Zum Wiehen", die Veteranenfreunde, den SV Blau-Weiß, den Kirchen- und den Gemischten Chor viele Möglichkeiten, seinen Hobbys zu frönen. Und Baugrundstücke gebe es auch noch. Dass die Zusammenarbeit im Dorf groß geschrieben wird, erläuterte anschließend Pfarrerin Martina Buhlmann. "Wir sind im Dorf gut vernetzt", unterstrich sie und nannte als Beispiel die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit. Über den mit viel Elternarbeit umgestalteten Schulhof ging es zum Bus, um eine elf Kilometer lange Tour durch Oberbauerschaft zu starten. Vorbei an Schul- und Sportzentrum und dem mit viel Eigenleistung erbauten Feuerwehrgerätehaus führte die Fahrt entlang am Gewerbegebiet, der vorbildlich gestalteten Bogensportanlage und in Richtung Niedringhausen, neben Beendorf der zweite Siedlungsschwerpunkt des Dorfes. Der nächste kurze Haltepunkt war die Rossmühle, wo Besitzer Christoph Meier zu Kniendorf kurz die Geschichte der in Westfalen einzigartigen Mühle erklärte. Unterwegs hatte Reiseleiter Günter Obermeier auf landschaftliche Besonderheiten hingewiesen sowie Informationen über das Familienzentrum, die Christuskirche, das Bethaus der Baptisten Brüdergemeinde, über den Einzelhandel und sonstige Aktivitäten vor Ort gegeben. Der Weg führte zur Abschlussveranstaltung ins Heimathaus auf die "Kahle Wart", der einzigen Freilichtbühne in Nordrhein-Westfalen, wo "Theater op Platt" geboten wird, so der Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Hahn, der die Aktivitäten von Heimatverein und Dorfkapelle vorstellte. Die Blockflötengruppe empfing die Kommission musikalisch und die Landfrauen kredenzten den Oberbauerschafter Teller mit Spezialitäten aus dem Dorf. Im weiteren Verlauf ging Dieter Lückemeier auf die Infrastruktur ein, Dirk Oermann erklärte die kulturellen und sportlichen Aktivitäten der vielen Vereine, Annette Ostermeier erläuterte die Situation der heimischen Landwirtschaft und die Anstrengungen, ehemalige Betriebe umzunutzen. Wolfgang Fischer stellte die jüngere Siedlungsentwicklung vor und die Aktion "Jung kauft Alt". Jürgen Kuhlmann präsentierte das grüne Oberbauerschaft und verschiedene Projekte zur Ansiedlung von Störchen, Greifvögeln, Eulen und Schwalben. Last but not least nahm das Projekt "Oberbauerschaft 2020" breiten Raum ein. Obermeier stellte die angestrebte seniorengerechte Wohnanlage mit 12 bis 14 Wohnungen und einer Demenzgruppe vor. "Wenn alles gut läuft, können wir in zwei Jahren Einweihung feiern", schaute er optimistisch in die Zukunft. Kommissionsleiterin Anne Dedden zeigte sich beeindruckt von der Präsentation. Jetzt heißt es, geduldig sein, am 13. September findet in Bad Sassendorf die Siegerehrung statt.

realisiert durch evolver group