Geschlossen: Wo sonst das Dorfleben spielt, stehen derzeit Kanister und elektrische Geräte für die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden. Ein Mittel gegen Pilzbefall wurde von einem Experten unter Druck durch kleine Löcher in den Boden gepresst. Susanne Sassenberg und Dieter Westerholt von der Verwaltung (Foto) arbeiten eng mit den Sachverständigen zusammen. Fotos (4): Kirsten Tirre - © Kirsten Tirre
Geschlossen: Wo sonst das Dorfleben spielt, stehen derzeit Kanister und elektrische Geräte für die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden. Ein Mittel gegen Pilzbefall wurde von einem Experten unter Druck durch kleine Löcher in den Boden gepresst. Susanne Sassenberg und Dieter Westerholt von der Verwaltung (Foto) arbeiten eng mit den Sachverständigen zusammen. Fotos (4): Kirsten Tirre | © Kirsten Tirre

Hüllhorst Schimmelbefall: Dorfgemeinschaftsraum ist seit 2016 nicht nutzbar

Sanierungsbedarf: Das Untergeschoss des Schulanbaus Büttendorf ist wegen Feuchtigkeitsschäden geschlossen. Erste kleinere Maßnahmen sind erfolgt. Ursachenforschung läuft

Kirsten Tirre

Hüllhorst-Büttendorf. Die Grundschule Büttendorf mit dem Anfang der 90er Jahre fertiggestellten Schulanbau mit Gemeinschaftsraum ist Dreh- und Angelpunkt des Dorfes. Doch seit Juli 2016 müssen die Büttendorfer auf ihren Dorfgemeinschaftsraum verzichten. Damals wurde Schimmelbefall aufgrund von Feuchtigkeit festgestellt und der Raum ist seither geschlossen. Das bedeutet, dass beispielsweise auch die beliebte Kaffeestube während der sonntäglichen Theateraufführungen der Büttendorfer Laienspielschar verlegt werden muss. „Dass der Raum nicht zur Verfügung steht, ist ein ganz primäres Thema in Büttendorf", sagt Ortsvorsteherin Dietlind Scheding. Denn der Dorfgemeinschaftsraum dient den örtlichen Vereinen als Domizil und wurde auch von der Schule gerne für die nachunterrichtliche Betreuung genutzt. Der Dorfgemeinschaftsraum im Kellergeschoss verfügt auch über eine eigene Küche. Eine Ausweichmöglichkeit als Treffpunkt für die Vereine ist in Büttendorf so nicht vorhanden. In den zurückliegenden Monaten hat es mehrere Gespräche mit der Verwaltung gegeben, denen ein Bürgerantrag Anfang Dezember 2017 folgte. Darin ging es um ein Sanierungskonzept. Zudem trafen sich die Fraktionsvorsitzenden mit der Verwaltung und Gutachtern im Dezember zu einem Ortstermin in Büttendorf. Ein Gutachterbüro, das mit der Schadensaufnahme beauftragt wurde, schätzt die Kosten für eine umfassende Sanierung auf rund 120.000 Euro. Doch ein politischer Beschluss über die Bereitstellung der Mittel steht noch aus. Denn die Schadensaufnahme ist noch nicht abgeschlossen. Dabei arbeitet die Verwaltung eng mit dem Mindener Sachverständigen zusammen, so Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs Technik im Rathaus. Im Dorfgemeinschaftsraum wurde der PVC-Belag aufgenommen, sogenannte Kopflöcher sollen Aufschluss über Herkunft und Ausmaß der Feuchtigkeit geben. Derzeit ist noch unklar, von wo aus genau das Wasser in das Mauerwerk eindringt. Für das Frühjahr – vermutlich während der Osterferien – soll entlang der Westseite des Anbaus ein zwei Quadratmeter großes Erdloch ausgehoben werden, um die Abdichtungen an der Außenwand zu überprüfen. Fest steht bislang lediglich, dass im Mauerwerk Nässe sitzt Fest steht bislang lediglich, dass im Mauerwerk Nässe sitzt. Davon zeugen Korrosion hinter den Steckdosen, Ausblühungen an der Innenwand sowie feuchtet Wandfugen unter dem Putz. Feuchtigkeit findet sich zudem im Bodenbereich. Geklärt werden muss, ob die Nässe durch die Wände oder gar durch die Sohle eindringt. Eine Gefährdung der Bausubstanz und der im Erdgeschoss genutzten Räume sei durch die Schäden im Kellerbereich aber nicht gegeben, so Susanne Sassenberg und ihr Kollege Dieter Westerholt. Im Dorfgemeinschaftsraum selbst sind die Stühle zur Zeit hochgestellt – dafür stehen weiße Kanister und Trocknungsgeräte am Boden. Ein ortsansässiger Sachverständiger hatte angeboten, den Raum im Rahmen einer mehrtägigen Schulungsmaßnahme kostenlos trockenzulegen. Die Maßnahme ist vergangene Woche angelaufen. Dazu gehört auch, dass ein Produkt zur Beseitigung von Schimmelpilzbefall auf der Basis von Aktivsauerstoff und Zitronensäure unter großem Druck durch kleine Löcher in den Bodenbereich gepresst wird. Das läuft parallel zu verschiedenen Maßnahmen, die bereits vom Fachbereich Technik durchgeführt wurden. Auf der Westseite wurde Anfang des Jahres die Außenwand vom Efeubewuchs freigeschnitten. »Für Büttendorf ein existenziell wichtiges Thema« Zudem wurde die Entwässerungsrinne erneuert und das Niederschlagswasser dadurch vom Eingangsbereich weggeleitet. Vor dem Kellereingang wurde das Pflaster aufgenommen und mit Dichtschlämme eine neue Abdichtung zum Eingangsbereich geschaffen. Auch hier waren unter dem PVC-Belag sowie hinter den Fußleisten deutliche Feuchtigkeitsspuren erkennbar. „Für uns Büttendorfer ist der Dorfgemeinschaftsraum ein existenziell wichtiges Thema", sagt Dietlind Scheding. Sie hofft, wie wohl alle Büttendorfer, dass der Treffpunkt bald wieder zur Verfügung steht und eine gute Lösung gefunden wird. „Er fehlt uns an allen Ecken und Enden." Ob für die Kaffeestube, die Vereine oder auch das Frühlingsfest.

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