Masse mit Adel: Mit ihrem Charme haben die Kaltblüter auch den Gehlenbecker Bernd Hannemann für sich eingenommen. - © Sonja Rohlfing
Masse mit Adel: Mit ihrem Charme haben die Kaltblüter auch den Gehlenbecker Bernd Hannemann für sich eingenommen. | © Sonja Rohlfing

Hille/Lübbecke-Gehlenbeck Eindrucksvolle Pferde bei der Karfreitagsausfahrt des Kaltblutzuchtvereins NRW in Unterlübbe und Gehlenbeck vorgestellt

"Die Pferde haben Charme"

Sonja Rohlfing

Hille/Lübbecke-Gehlenbeck. Alfred Letterhaus ist begeistert. Eindrucksvolle Pferde bekamen der Vereinsvorsitzende und die mehr als 50 Kaltblutfreunde aus ganz NRW bei Ute Feldmann in Unterlübbe und Bernd Hannemann in Gehlenbeck zu sehen. Die traditionelle Karfreitagsausfahrt des Kaltblutzucht-, Reit- und Fahrvereins Nordrhein-Westfalen führte diesmal ins Minden-Lübbecker Land. "Die Zuchtstätte Feldmann hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Wir haben Pferde im allerbesten Zustand gesehen", unterstreicht Alfred Letterhaus. Ute und Karl-Heinz Feldmann und ihre Tochter Britta Gendatis hätten Pferde vom Feinsten vorgestellt. "Sie haben uns eindrucksvolle Exemplare gezeigt, die in der Kaltblutzucht eine gehobene Stellung einnehmen." Familie Feldmann habe die Zucht sehr zielstrebig in der Hand. Ute Feldmann hatte schon immer ein Faible für Pferde, besonders für Kaltblüter. "Rheinisch-Deutsche Kaltblüter züchten wir seit fast 40 Jahren, derzeit mit drei Zuchtstuten, drei Jungstuten und einem Deckhengst", berichtet Britta Gendatis. Vierbeiner aus der Zucht haben höchste Auszeichnungen erreicht. Der 13-jährige Heidjer war 2009 Bundessiegerhengst auf der alle vier Jahre im Rahmen der Grünen Woche in Berlin stattfindenden Bundesschau. Alle Zuchtstuten tragen den Titel Staatsprämienstute. "Unsere Nanni II hat ihre Stutenleistungsprüfung mit einer Gesamtwertnote von 9,0 auf der Skala bis 10,0 abgeschlossen", informiert die Züchterin. Ausgebildet sind die Tiere vor dem Wagen und unter dem Reiter. "Die Ruhe und Gemütlichkeit, die sie ausstrahlen, ist mit Geld nicht zu bezahlen", betont Britta Gendatis. "Kaltblutzucht ist mit viel Idealismus verbunden", erklärt Rudolf Brocks vom Landgestüt Warendorf im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Ein Kaltblut-Enthusiast ist auch Bernd Hannemann aus Gehlenbeck. Seinen 27-jährigen Adonis besitzt er seit 24 Jahren. "Die Pferde haben Charme. Von ihrer Sportlichkeit konnte ich mich bei den Fuhrmannstagen in Hagen überzeugen. Danach habe ich den ersten Kaltblüter gekauft", erzählt Bernd Hannemann, der dem Pferdesport von Kindesbeinen an verbunden ist. »Die Ruhe und Gemütlichkeit, die sie ausstrahlen, ist mit Geld nicht zu bezahlen« Etliche Siege und Platzierungen hat er mit seinen Vierbeinern in Ein- und Zweispänner-Fahrwettbewerben erreicht, zweimal war er Vizekreismeister. "Immer bin ich dabei mit einem Kaltblut gegen Warmblüter angetreten", merkt der Gehlenbecker an, der für den Fahr- und Reitverein Nettelstedt startet. Im letzten Jahr hat Bernd Hannemann seine erste Kaltblutstute gekauft. "Ziel ist ihr Einsatz als Zuchtstute", verrät er. Seinen Mitgliedern steht der Kaltblutzucht-, Reit- und Fahrverein NRW in allen Fragen rund um die Vierbeiner mit Rat und Tat zur Seite. "Wir haben einen guten Zusammenhalt unter unseren Züchtern", heben Alfred Letterhaus und Margret Boos-Siepmann hervor. 132 Mitglieder zählt der Verein, der 2018 seinen 25. Geburtstag feiern wird. Ziel ist die Förderung der Kaltblutzucht, vornehmlich des Rheinisch-Deutschen Kaltbluts. "Vor drei Jahren haben wir den Namen auf NRW erweitert", erklären der Vereinsvorsitzende und seine Stellvertreterin. Offen ist der Verein für alle Kaltblutrassen "Jeder, der sich dem Kaltblut verbunden fühlt, kann bei uns Mitglied werden", erläutert Letterhaus. Zwingend Pferdehalter oder Züchter müsse man nicht sein. "Wir haben einen Mitgliederzuwachs entgegen allen Trends", freuen sich Alfred Letterhaus und Margret Boos-Siepmann. "Wir hoffen, dass das so weiter geht und wir so die Existenz des Vereins und des Kaltblutpferdes sichern können." Die Betriebsbesichtigungen an Karfreitag sind gute Tradition. "Wir machen das seit 15 Jahren", berichtet Alfred Letterhaus. Nach den beiden Stopps im Mühlenkreis klang die Ausfahrt im benachbarten Niedersachsen bei Warmblutzüchter und Vereinsfreund Wilhelm Cording in Wagenfeld aus.

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