Espelkamp Heimat und Kultur bewahren

Frotheimer Dorfgemeinschaft legt plattdeutsches Wörterbuch vor

Die plattdeutsche Arbeitsgemeinschaft mit Heinrich Steimann (v. l.), Heinrich Lange, Gerda Nerlich, Gerhard Wiegmann, Irmgard Müller, Christel Schmale, Karin Borchard und Reinhold Hußmann präsentierte die druckfrischen Exemplare des plattdeutschen Wörterbuches. - © FOTOS: KLAUS FRENSING
Die plattdeutsche Arbeitsgemeinschaft mit Heinrich Steimann (v. l.), Heinrich Lange, Gerda Nerlich, Gerhard Wiegmann, Irmgard Müller, Christel Schmale, Karin Borchard und Reinhold Hußmann präsentierte die druckfrischen Exemplare des plattdeutschen Wörterbuches. | © FOTOS: KLAUS FRENSING

Espelkamp-Frotheim. Gut zehn Jahre haben die Frauen und Männer des plattdeutschen Arbeitskreises in Frotheim an dem Werk gearbeitet. Es hat sich gelohnt. Nun stellten sie das monumentale Plattdeutsche Wörterbuch in Frotheimer Mundart vor.

Die Aula der Grundschule war gut gefüllt, als der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Günter Bünemann, die Feierstunde eröffnete. "Wir haben uns die Pflege der dörflichen Kulturgüter zum Ziel gesetzt", betonte er. Daher liege der Dorfgemeinschaft der Erhalt der plattdeutschen Sprache sehr am Herzen. Vor gut zehn Jahren wurde deshalb auf Initiative des ehemaligen Grundschulleiters Hans-Gustav Berner der plattdeutsche Arbeitskreis ins Leben gerufen.

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Karin Borchard, Helga Bothe, Wilhelm Horstmann, Reinhold Hußmann, Heinrich Lange, Irmgard Müller, Gerda Nerlich, Christel Schmale, Heinrich Steinmann und Gerhard Wiegmann gehörten damals dazu. Im Laufe der Jahre reduzierte sich die Zahl der Aktiven auf sieben. Karin Borchard Helga Bothe und Irmgard Müller hörten 2006 auf, Wilhelm Horstmann starb 2009 im Alter von 81 Jahren. "Ein herber Verlust, denn er kannte noch viele Redewendungen, die die Jüngeren im Arbeitskreis nicht mehr zuordnen konnten", sagte Heinrich Steinmann, der bei der Feierstunde einen Einblick in die Arbeit der Sprachforscher und einige köstliche Kostproben aus dem plattdeutschen Wörterbuch zum besten gab.

War der Arbeitskreis anfangs in der Grundschule zusammen gekommen, traf man sich später in gemütlicher Runde privat bei den Mitgliedern. Heinrich Steinmann hatte sich die Mühe gemacht, einmal alle Arbeitsstunden zusammen zu zählen und war auf 2.700 gekommen. Dazu müssten noch 1.200 Stunden addiert werden, die Hans-Gustav Berner investiert habe. Ihm war vorbehalten, die Ergebnisse der stets regen Diskussionen zusammen zu fassen und zu ordnen. Zudem war der Vater Gustav Berner bis zu seinem Tod eine wertvolle Hilfe als oberste Sprach-Instanz bei Streitfragen.

So sei das plattdeutsche Wörterbuch mit 10.000 Wörtern und zahlreichen plattdeutschen Redewendungen entstanden. Das 570 Seiten starke Werk in DIN-A5-Format habe nicht nur für Frotheim eine große Bedeutung, sondern auch weit darüber hinaus, weil auf diese Weise plattdeutsche Begriffe und Redewendungen für die Nachwelt erhalten bleiben, ist Günter Bünemann überzeugt.

"Dies ist ein besonderer Tag für die Heimatpflege und den Erhalt der plattdeutschen Sprache", stimmte Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker seinem Vorredner zu. Das Wörterbuch lasse keine Wünsche offen und sei eine Art plattdeutscher Duden für Frotheim. "Das Buch konnte nur hier entstehen, weil hier ein spezielles Platt gesprochen wird", betonte das Stadtoberhaupt. Der plattdeutsche Arbeitskreis habe unter der Federführung von Hans-Gustav Berner der Nachwelt und der Forschung ein echtes Geschenk gemacht.

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