Weist eine Belastung mit PCB-haltigen Stoffen auf: Die Stadtsporthalle in Espelkamp soll saniert werden. - © Foto: Karsten Schulz||
Weist eine Belastung mit PCB-haltigen Stoffen auf: Die Stadtsporthalle in Espelkamp soll saniert werden. | © Foto: Karsten Schulz||

Espelkamp Sanierungsbeginn der PCB-belasteten Stadtsporthalle in Espelkamp wird noch ein Jahr dauern

Ausschuss: Arbeiten müssen europaweit ausgeschrieben werden

Karsten Schulz

Espelkamp. Die Sanierung der mit PCB belasteten Stadtsporthalle (die NW berichtete mehrfach ausführlich) soll auch aus Mitteln der "Sozialen Stadt" gefördert werden. Das gab Fachbereichsleiter Thorsten Blauert während der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung bekannt. Entsprechende Anträge seien auf den Weg geschickt worden. Dann müsse aufgrund des Umfangs der Gesamtarbeiten Europa weit ausgeschrieben werden. Dafür brauche man jedoch noch mindestens Zeit bis zum Frühjahr 2018. Noch mindestens ein Jahr warten Dann werde nach Vergabeplanung ausgeführt, so der Fachbereichsleiter. Er bat darum, mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten mindestens noch ein Jahr zu warten. Bei Messungen der Raumluft im Frühjahr dieses Jahres in der Stadtsporthalle ist eine Belastung mit dem gesundheitsschädlichen Baustoff PCB festgestellt worden. Das gab Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Stadtmarketing, Bauen, Thorsten Blauert, in öffentlicher Ratssitzung bekannt. Alle Probenergebnisse befinden sich jedoch deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten, so dass es, so Blauert, nach Ansicht von Experten "keinen akuten Handlungsbedarf gibt". PCB vor allem in Außenwänden und Dichtungen PCB, so Blauert, wurde bei Gebäuden dieser Art und Zeit vor allem in den Außenwänden und für Dichtungen verwendet. PCB sei ein Stoff, der Anfang der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre als langlebiger Weichmacher in unterschiedlichen Baustoffen verwendet wurde. In der Stadtsporthalle komme er im Dichtungsmaterial zwischen Betonplatten und Stahlstützen vor. PCB diffundiert in andere Stoffe und in die Raumluft, so dass auch zunächst nicht belastete Stoffe PCB aufnehmen und wiederum an die Luft abgeben würden. Gesundheitsschäden würden nur dann auftreten, wenn Menschen langfristig hohen PCB-Konzentrationen ausgesetzt seien. Bei bis zu 300 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft seien überhaupt keine Vorkehrungen erforderlich, bei einer Überschreitung müsse die Belastung mittelfristig beseitigt werden. In der Zwischenzeit sollte regelmäßig gelüftet und entstaubt werden. Ab 3.000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft besteht jedoch akuter Handlungsbedarf. "Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Messungen begonnen die Halle zu lüften. Das geschieht jetzt auch regelmäßig", sagte Blauert. Kein akuter Handlungsbedarf Die Belastung in der Stadtsporthalle liege zwischen 541 und 2.230 Nanogramm. Akuter Handlungsbedarf bestehe insofern nicht. Die höchsten Belastungen treten in den Lehrerumkleidekabinen auf, also in Räumen, in denen sich Personen nur wenige Minuten aufhalten. Am stärksten belastet seien jene Bereiche, die direkt an die Außenwände angrenzten. Insbesondere kleine Räume weisen eine hohe Konzentration in der Raumluft auf. Die Sporthalle selbst weise dagegen nur eine sehr geringe Konzentration auf, wie Blauert versicherte.

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