Senioren-Campus: Die Zeichnung zeigt eine Ansicht des Hauptgebäudes mit dem Eingangsbereich. Nach den bisherigen Planungen wird es eine Putzfassade mit Zierelementen geben. Der Komplex besteht aus zwei Haupt- und einem umlaufenden Dachgeschoss. - © Foto: Specht Gruppe||
Senioren-Campus: Die Zeichnung zeigt eine Ansicht des Hauptgebäudes mit dem Eingangsbereich. Nach den bisherigen Planungen wird es eine Putzfassade mit Zierelementen geben. Der Komplex besteht aus zwei Haupt- und einem umlaufenden Dachgeschoss. | © Foto: Specht Gruppe||

Espelkamp "Senioren-Campus" kommt voran

Bürgerversammlung: Die Bremer Specht Gruppe und die städtische Bauverwaltung stellten Investition auf dem Gelände der ehemaligen Ina-Seidel-Schule vor. Auch beim Feuerwehrgerätehaus Fabbenstedt geht es weiter

Karsten Schulz

Espelkamp. Bürgermeister Heinrich Vieker hatte es bereits während seiner Festrede zur Eröffnung des City-Festes in den Mittelpunkt gestellt: Espelkamp hat sich zur "Boomtown" entwickelt. Das wird vor allem auch an zwei geplanten Investitionen deutlich, die im kommenden Jahr verwirklicht werden. Zum einen handelt es sich um den lang erwarteten Neubau de Feuerwehrgerätehauses in Fabbenstedt in der Nähe des heutigen Feuerwehrhauses am Gelände des Sportplatzes und der Alten Schule. Das alte Gebäude wird dafür abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der nach dem Vorbild des Feuerwehrgerätehauses in Vehlage errichtet werden soll (die NW berichtete). Die zweite, erheblich weitreichendere und größere Investition ist der Neubau einer Seniorenresidenz auf dem Gelände der früheren Ina-Seidel-Schule, die dafür komplett - einschließlich der Sporthalle - abgerissen wird. Der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Stadtmarketing und Bauen, Thorsten Blauert, und Johannes Hatebur, Teamleiter Stadtplanung, erläuterten jetzt in zwei Bürgerversammlungen die aktuellen Pläne interessierten Bürgern. Im März 2016 hatte Kreisbrandmeister Michael Schäfer einen Bericht über den Zustand aller Feuerwehrgerätehäuser in Espelkamp vorgetragen. Der Bericht war nach einer Bereisung ein Jahr zuvor mit Mitgliedern der heimischen Wehrführung entstanden. Besonders das Feuerwehrgerätehaus Fabbenstedt war dabei in den Fokus geraten. Dessen Gebäudesubstanz ist inzwischen älter als 50 Jahre. Hier zeige sich dringender Handlungsbedarf, hatte Schäfer seinerzeit gefordert. Daraufhin wird jetzt gehandelt. Nach dem Vorbild des 2010 eingeweihten Feuerwehrgerätehauses Vehlage sollen auch die Fabbenstedter ein neues Gebäude erhalten. Das Grundstück ist 3.273 Quadratmeter groß, das Gebäude selbst 23 mal 16 Meter groß. Feuerwehrgerätehaus nach Fabbenstedter Vorbild Die Feuerwehrfahrzeuge nutzen die Zu- und Abfahrten über die Alsweder Landstraße, die Privat-Pkw erhalten eine Zufahrt über den Heideweg, Auf dem Gelände entstehen 24 laut Planung Stellplätze. Eine Angebotslücke schließen soll der Neubau eines "Senioren-Campus", den die Bremer Specht Gruppe auf dem Gelände der ehemaligen Ina-Seidel-Schule errichten möchte. Geschäftsführer Frank Markus war persönlich zur Bürgerversammlung erschienen, um sich den Fragen der Espelkamper zu stellen. Johannes Hatebur machte deutlich, dass die vorhandenen Pflegeeinrichtungen in Espelkamp den Anfragen nicht mehr gerecht würden und deshalb viele ältere Menschen aus der Stadt abwandern müssten, um sich in anderen Orten nach entsprechenden Wohnmöglichkeiten umzuschauen. Bis zum Sommer 2019 will die Bremer Specht Gruppe, die sowohl Bauherr wie auch Betreiber ist, mit allen Gebäuden an den Start gehen. Entstehen werden unterschiedliche Wohnformen. So werden unter anderem sechs Bungalows jeweils mit einer Grundfläche von 80 Quadratmetern gebaut, außerdem ein Wohnkomplex, der zwischen 20 und 40 Wohnungen beinhalten soll. Sie sollen mit 45 bis 75 Quadratmeter unterschiedlich groß sein. Schließlich wird das Hauptgebäude, die stationäre Pflegeeinrichtung, etwa 81 Menschen unterbringen können. Darin eingebunden ist ein Bereich für die Tagespflege mit einer Kapazität von 20 Plätzen. Nach bisherigem Stand wird sich das Investitionsvolumen aller Wohnangebote auf 15 Millionen Euro summieren. Frank Markus machte deutlich, dass für unterschiedliche Bedürfnisse gebaut werde. An jedem Standort, ob Bungalow oder Wohnung, können - je nach Wunsch - Service-Leistungen zugebucht werden. Dabei geht es sowohl um medizinisch-gesundheitliche Dienstleistungen wie auch Essen und Trinken sowie Reinigungsarbeiten. Öffentlich zugängliche Cafeteria und Geburtstagszimmer Es werden ausschließlich Einzel- und Komfortzimmer mit einer Mindestgröße von 25 Quadratmetern gebaut, alles sei barrierefrei und auch rollstuhlgerecht. Es gibt jeweils Balkone oder sogar im unteren Bereich kleine Grünflächen, die benutzt werden können, so die Planung. Eine öffentlich zugängliche Caféteria im Eingangsbereich ergänzt das Angebot. Die eigene Küche produziere täglich frisches Essen und sei auch in der Lage, besondere Schonformen zu berücksichtigen. Die größeren Gebäude haben zwei Vollgeschosse. Es gibt im Hauptgebäude so genannte "Geburtstagszimmer", wo die Bewohner kleinere private Feste feiern können. Auch junge Menschen, die pflegebedürftig geworden sind, könne aufgenommen werden. Ein Teilbereich, so Markus, ist für Menschen reserviert, die demenziell verändert sind. Hier gibt es ganz besondere Angebote und bauliche Vorrichtungen. "Wir sind ein offenes Haus und wir holen das Leben ins Haus hinein", so der Geschäftsführer. Vereine und Verbände seien willkommen, Freizeitangebote unterschiedlichster Art soll es geben. "Wir wollen für die kommenden 50 Jahre etwas Vernünftiges bauen", sagt Markus.

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