Die Lehrwerkstatt ist eröffnet: Personalchefin Melanie Grundmann-Möller, technischer Geschäftsführer Guido Bollmann und Lehrwerkstatt-Leiter und Ausbilder Sören Schwermann schneiden das obligatorische rote Band durch. Im Hintergrund schauen die Auszubildenden dabei zu. Fotos: Karsten Schulz|| - © Karsten Schulz
Die Lehrwerkstatt ist eröffnet: Personalchefin Melanie Grundmann-Möller, technischer Geschäftsführer Guido Bollmann und Lehrwerkstatt-Leiter und Ausbilder Sören Schwermann schneiden das obligatorische rote Band durch. Im Hintergrund schauen die Auszubildenden dabei zu. Fotos: Karsten Schulz|| | © Karsten Schulz

Espelkamp Aumann Espelkamp eröffnet eigene Lehrwerkstatt

Aumann: Eigene Lehrwerkstatt gestern eröffnet. Schwerpunkte sind Mechatroniker und technische Produktdesigner. Antwort auf demografischen Wandel und Fachkräftemangel

Karsten Schulz

Espelkamp. Bisher wurden die technischen Grundfertigkeiten der Auszubildenden von Aumann Espelkamp wie Drehen, Bohren, Fräsen und Feilen gemeinsam mit den Kolbus-Auszubildenden in deren Lehrwerkstatt erlernt. Die weiteren Spezialisierungen erfolgten später im Espelkamper Hauptwerk im Industriegebiet "In der Tütenbeke". Ab sofort ist alles unter einem Dach bei Aumann in Espelkamp möglich. Gestern eröffnete das global agierende mittelständische Maschinenbau-Unternehmen die eigene Lehrwerkstatt. 250 Mitarbeiter in Espelkamp und Berlin "Wir erleben eine rasante Entwicklung. Auf diese weitere Einrichtung können wir jetzt stolz sein", sagte Guido Bollmann, technischer Geschäftsführer. Insgesamt arbeiten an zwei Standorten, Espelkamp und Berlin, 250 Menschen für das expandierende Unternehmen, das in jüngster Zeit immer stärker von der weiter wachsenden Bedeutung der E-Mobilität insbesondere als Zulieferer für die Autoindustrie profitiert. Bollmann machte jedoch auch deutlich, dass man bei den Fachkräften "langsam, aber sicher an seine Grenzen stößt". In der neuen Lehrwerkstatt würde man jetzt die eigenen belastbaren und motivierten Kräfte heranziehen. "Das ist der Grundstein für morgen", so der Geschäftsführer. Die eigene Ausbildungswerkstatt sei ganz bewusst "im Herzen der Montage" eingerichtet worden. Sie sei von allen Seien einsehbar und deshalb sehr transparent konstruiert worden. In Zeiten der E-Mobilität müsse sich das Unternehmen ständig verändern. Viele Schritte müssten jetzt schnell gegangen werden, um die Zukunft zu sichern. Und die Ausbildungswerkstatt sei dabei ein ganz wichtiger Schritt. Sören Schwermann, Ausbilder der Mechatroniker und Leiter der Werkstatt, wies noch einmal darauf hin, dass man jetzt von den mechanischen Grundfertigkeiten bis zur Robotik alles unter einem Dach bei Aumann selbst erlernen könne. Er gab bekannt, dass die Auszubildenden damit beschäftigt seien, eine kleine Wickelmaschine zu erstellen. Damit könne man demnächst auf Messen gehen und sie für Schulungen einsetzen. Personalleiterin Melanie Grundmann-Möller freute sich, das jetzt ein Netzwerk Ausbildung bei Aumann selbst aufgebaut werden könne. Sie sei eine Antwort auf den demografischen Wandel. Für das kommende Ausbildungsjahr würde man drei Ausbildungsberufe anbieten, zwei im Bereich Mechatronik und einen technischen Produktdesigner. Der Studiengang Bachelor Mechatronik sei integriert. »Die Region Espelkamp ist ein Standort-Nachteil« Insgesamt sind im Unternehmen 22 Auszubildende zurzeit eingesetzt. Darunter befinden sich neun Mechatroniker und vier technische Produktdesigner. Die Ausbildungswerkstatt selbst ist 200 Quadratmeter groß. In ihr können 16 bis 20 Auszubildende gleichzeitig an unterschiedlichen Arbeitsplätzen tätig sein. Melanie Grundmann-Möller machte deutlich, dass im Augenblick die Ausbildungsstellen "noch ganz gut besetzt werden könnten". Dennoch werde es "langsam eng auf dem Ausbildungsmarkt". Es gibt allerdings bereits einen Fachkräftemangel, der sich immer stärker bemerkbar mache. Gesucht werden Programmierer, ebenso wie Monteure, die die Anlagen auf- und ausbauen, Auch in der Konstruktion gebe es Bedarf. Kollegialität und Professionalität "Die Region Espelkamp ist ein Standort-Nachteil. Wir brauchen auch Fachkräfte aus den Gebieten um Espelkamp herum." Sie warb für die Firma Aumann. Hier herrsche Kollegialität, Professionalität werde großgeschrieben. Die Entscheidungswege seien kurz, das Betriebsklima gut und man könne auch international aktiv werden. Aumann habe viele Kunden aus dem Ausland, so dass man schnell internationale Kontakte bekomme. Die Aumann AG sei in den USA, China und Spanien tätig.

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