In die Jahre gekommen: Die sanitären Anlagen und die Duschen der Dreifach-Turnhalle des Söderblom-Gymnasiums sind aktuell von Legionellen befallen und deshalb bereits seit geraumer Zeit gesperrt. Im Zuge einer Sanierung stellt sich jetzt die Frage, ob sich diese angesichts des Alters der Sporthalle noch lohnt oder ob ein Neubau vielleicht sinnvoller wäre, ? - © Foto: Klaus Frensing
In die Jahre gekommen: Die sanitären Anlagen und die Duschen der Dreifach-Turnhalle des Söderblom-Gymnasiums sind aktuell von Legionellen befallen und deshalb bereits seit geraumer Zeit gesperrt. Im Zuge einer Sanierung stellt sich jetzt die Frage, ob sich diese angesichts des Alters der Sporthalle noch lohnt oder ob ein Neubau vielleicht sinnvoller wäre, ? | © Foto: Klaus Frensing

Espelkamp Schulträger Landeskirche wird von Söderblom-Eltern kritisiert

Brief der Schulpflegschaft an Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende im Rat öffentlich verlesen. Reaktion aus Bielefeld signalisiert Fortschritt in Sachen Sanierung der Dreifach-Turnhalle

Die Schließung der sanitären Anlagen und der Duschen wegen Legionellenbefalls in der großen Sporthalle des Söderblom-Gymnasiums sorgt bei den Eltern für immer größeren Unmut. In einem Brief der Schulpflegschaft, der an den Bürgermeister der Stadt Espelkamp und an die Fraktionsvorsitzendenden der im Rat vertretenen Parteien ging, machten sie diesem Luft. Paul-Gerhard Seidel, Sprecher der Unabhängigen, stellte während der jüngsten Ratssitzung den Antrag, ihn in öffentlicher Sitzung zu diskutieren, was dazu führte, dass die Elternkritik einen ordentlichen Tagesordnungspunkt erhielt. Bürgermeister Heinrich Vieker las das Schreiben sogar komplett vor. Darin hieß es unter anderem, dass sie um ein Gespräch mit der Landeskirche gebeten hätten. Ein vereinbarter Termin sei verschoben worden. Die Elternvertreter stellten fest, dass die „Kommunikation mit der Landeskirche sehr schleppend verläuft“. Sie bitten daher die Stadt darum, ihren Einfluss geltend zu machen, um das „Verfahren zu beschleunigen“. Bürgermeister Heinrich Vieker zeigte sich von dem Schreiben keineswegs überrascht, hatte er doch bereits mit Vertretern der Schlulpflegschaft im Vorfeld gesprochen und kannte somit die Problematik. Er stellte noch einmal klar, dass aufgrund der boomenden Baukonjunktur es aktuell schwierig sei, Planer und Gutachter zu finden. Der Stadt ging es ebenso, sie mache derzeit ähnliche Erfahrungen. Dennoch sei die Stadt hier behilflich und könne bei der nächsten Kuratoriums-Sitzung ein Büro benennen, dass „die Arbeit mit übernehmen könnte“. Vieker machte deutlich, dass gegenüber der Landeskirche deutlich gemacht wurde, dass „in nicht geringem Maße städtische Mittel bereitgestellt werden für die Sanierung der Turnhalle“. „Eine unendliche Übertragung auf die kommenden Jahre ist schwerlich möglich“, so der Verwaltungschef.»Das Verfahren muss beschleunigt werden« Außerdem könne es zu „Kapazitätsproblemen kommen,wenn demnächst auch die größte städtische Sporthalle, die Rundturnhalle, saniert werden müsse. Deshalb sollte ,so Vieker, das Verfahren beschleunigt werden“. Trotz des boomenden Baumarktes dürften die „Eltern nicht im Regen stehen gelassen werden“. Unabhängigen-Sprecher Paul-Gerhard Seidel setzte noch einen nach und forderte den Rat auf, „die Kirche in Verantwortung zu nehmen. Schließlich stünden die „vorhandenen Gelder nicht auf Dauer zur Verfügung“. Hartmut Stickan (SPD) forderte dazu auf, den „Druck zu erhöhen“. Er appellierte an den Rat, einen Brief an die Landeskirche zu schreiben. Darin sollte deutlich werden, dass sich der Rat dem Wunsch der Eltern anschließt. „Wir müssen da eine Schjppe drauflegen.“ Diesem Wunsch schlossen sich alle Mitglieder des Rates – einschließlich des Bürgermeisters – an. Die aktuelle politische Diskussion, die durch den Brief der Eltern ausgelöst worden ist, erreichte inzwischen den Schulträger, die Evangelische Kirche von Westfalen. In einer Erklärung des Pressesprechers Andreas Duderstedt heißt es dazu: „2014 wurden in den sanitären Anlagen der Dreifach-Sporthalle des Söderblom-Gymnasiums Legionellen festgestellt, die Sanitärräume mussten geschlossen werden. Zur Verfügung stehen seitdem die Toiletten und Duschen der angrenzenden Einfach-Sporthalle, zu der ein Durchgang geschaffen wurde. Das Gebäude weist erhebliche bauliche Mängel auf, so dass sich die Frage stellt, ob eine Grundsanierung oder ein Neubau die bessere und kostengünstigere Lösung wäre. Um diese Frage verantwortlich zu entscheiden, hat das Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) als Träger nach schwieriger Suche ein Architekturbüro gefunden. Es ist beauftragt, den komplexen Sachverhalt zu prüfen und dann ein Lösungskonzept zu erarbeiten. Wir verstehen die Sorge der Eltern. Zugleich bitten wir um Verständnis: Diese kostspielige Maßnahme braucht eine sorgfältig geprüfte und abgewogene Grundlage. Selbstverständlich werden wir Eltern und Schüler über die bevorstehenden Planungsschritte informieren. Für die Zeit der Bauarbeiten – ob Sanierung oder Neubau – werden wir eine Übergangslösung schaffen, die den Sportunterricht weiterhin gewährleistet. Das gilt auch für das Angebot von Sport-Leistungskursen.“

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