Das brauchen wir: Angesichts vielfältiger Herausforderungen schilderte Ludwig-Steil-Hof-Vorstand Stefan Bäumer NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei ihrem Besuch des Ludwig-Stein-Hofs in Espelkamp mit ernster Miene unter anderem, welche finanziellen Sorgen die Einrichtung hat. Fotos: Joern Spreen-Ledebur || - © Joern Spreen-Ledebur
Das brauchen wir: Angesichts vielfältiger Herausforderungen schilderte Ludwig-Steil-Hof-Vorstand Stefan Bäumer NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei ihrem Besuch des Ludwig-Stein-Hofs in Espelkamp mit ernster Miene unter anderem, welche finanziellen Sorgen die Einrichtung hat. Fotos: Joern Spreen-Ledebur || | © Joern Spreen-Ledebur

Espelkamp Viel Lob von der Landesmutter

Ludwig-Steil-Hof: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat erstmals die evangelische Einrichtung besucht und zeigte sich beeindruckt vom "Herzblut" der Mitarbeiter, die ihr auch ihre Sorgen schilderten

Frank Hartmann

Espelkamp. Der Wahlkampf-Bus von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat bei der Tour durch Ostwestfalen am Mittwochvormittag auch in Espelkamp Halt gemacht. Begleitet von gut 20 Journalisten überregionaler Medien, nahm die Landesmutter sich zwei Stunden Zeit für Gespräche im Ludwig-Steil-Hof. Bei Mitarbeitern wie der Sport- und Bewegungstherapeutin Regina Wall kam das gut an: "Für mich hat das etwas mit Wertschätzung zu tun, dass sie sich die Mühe macht, hier vorbeizukommen." Dass die SPD-Landesvorsitzende erstmals die evangelische Einrichtung besichtigt hat, war kein Zufall. "Als ich erfuhr, dass Hannelore Kraft meinen Wahlkreis besuchen möchte, habe ich als Kuratoriumsmitglied der Stiftung sie hierher eingeladen", so der SPD-Landtagskandidat Ernst-Wilhelm Rahe, der Hannelore Kraft während der gesamten Dauer ihres Besuchs nicht von der Seite wich. Bei einem Treffen mit geflüchteten Jugendlichen aus Afghanistan, der Elfenbeinküste und Sri Lanka in der Bischof-Hermann-Kunst-Schule, zeigte Kraft sich locker und interessiert an Unterbringung und Berufswunsch: "Wer weiß schon, was er werden will - welchen Beruf?" Automechaniker und Zahnarzt gehörten zu den Antworten, denen sich eine Frage aus dem Kreis der zahlreichen Umstehenden anschloss: Wie sie mit dem Vorwurf umgehe, dass Flüchtlinge Deutschen ihren Arbeitsplatz wegnähmen? Routiniert verwies Kraft auf den vielfachen Fachkräftemangel im Land - und schon ging?s weiter im Programm. Im Gegensatz zur Ministerpräsidentin blieb Vorstand Stefan Bäumer, der die Gruppe über das Gelände und durch die Abteilungen führte, angespannt. Die stationäre Altenpflege stehe "vor großen Herausforderungen" nannte er einen von mehreren Punkten, der ihm und den Mitarbeitern des Ludwig-Steil-Hofs Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Antwort Kraft: Das sei in anderen Landesteilen anders, "das müssen Sie hier in der Region diskutieren". Ähnlich reagierte sie, als Bäumer die Geschichte der Bischof-Hermann-Kunst-Schule zusammenfasste: Die Schule sei einmal fast gescheitert, "auch aus finanziellen Gründen". Kraft räumte ein, dass das Land zuständig sei für die Finanzierung von Ersatzschulen. In der Verantwortung sei aber auch der Bund: "Und zuständig für Schulbauten und Ausstattung ist die Kommune." Näheres zum finanziellen Bedarf der Einrichtung, insbesondere der Schule und ihrer Leistungen für Flüchtlinge, besprachen Kraft, SPD-Kandidaten und -Funktionsträger sowie Pfarrer Bäumer und die Abteilungsleiter des Ludwig-Steil-Hofs unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Für die Medien gedacht war dann wieder das Fazit, das die Ministerpräsidentin gegen Mittag zog: "Das ist schon eine besondere Stiftung hier." Das Gelände sei großartig, alles gut gepflegt. Und die Mitarbeiter, die seien spürbar mit "Herzblut" dabei, lobte Kraft, davor habe sie Respekt - dann musste sie weiter. Was bleibt? Für Ingrid Röckemann, Leiterin Tagesstruktur des Steil-Hofs, die Hoffnung, "dass etwas hängen bleibt und das hier nicht nur Wahlkampf war".

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