Volles Haus: Knapp 300 Zuhörer wollten sich die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der Espelkamper Thomaskirche nicht entgehen lassen. Die durch Sänger der Lübbecker Kantorei und Sänger aus anderen Chören verstärkte Kantorei Espelkamp, die Solisten und das Orchester "Opus 7" um Rosa Meyring leitete Tobias Krügel. - © Joern Spreen-Ledebur
Volles Haus: Knapp 300 Zuhörer wollten sich die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der Espelkamper Thomaskirche nicht entgehen lassen. Die durch Sänger der Lübbecker Kantorei und Sänger aus anderen Chören verstärkte Kantorei Espelkamp, die Solisten und das Orchester "Opus 7" um Rosa Meyring leitete Tobias Krügel. | © Joern Spreen-Ledebur

Espelkamp Weihnachtsoratorium begeistert Zuhörer in Espelkamp

Dreiklang: Die Kantorei Espelkamp mit Gästen, Solisten und das Orchester "Opus 7" stimmten ihr Publikum auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Donnernder Applaus für stimmige Aufführung

Robert Rolf Grundmann

Espelkamp. Vier Solisten, ein Orchester und ein (Projekt-)Chor, das sind die Zutaten, aus denen Kantor Tobias Krügel das Konzert am ersten Adventssonntag "gebacken" hat. Gewürzt war das Ganze mit viel Probenfleiß, sowie Engagement und Hingabe bei der Aufführung. Serviert wurden in der voll besetzten Thomaskirche die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Etwa 280 Besucher saßen in den Kirchenbänken, um sich anzuhören, was der Kantor mit seinen Choristen, den Solisten und dem Orchester "Opus 7" in einem längeren Prozess erarbeitet hatte. Nicht nur die Mitglieder der Kantorei der Martinsgemeinde ließen ihre Stimmen erklingen. Auch Mitglieder der Lübbecker Kantorei und weitere Sänger standen mit im Altarraum. Die solistischen Aufgaben im Sopran übernahm Julia Dadkoush. Die diplomierte Kulturwissenschaftlerin setzt in ihrer Gesangsausbildung Schwerpunkte mit Barock- und Operngesang. Sie tritt regelmäßig als Oratorien- und Liedsängerin auf. Für Rezitative und Arien in der Alt-Lage gehörte Antje von Adingen zum Quartett. Sie genoss ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik in Detmold und der Folkwang-Hochschule in Essen. Aus der Zusammenarbeit mit Dirigenten und Regisseure konnte sie Anregungen aufnehmen und in Kursen die "historisch-orientierte Aufführungspraxis" vertiefen. Den "Evangelisten" gestaltete Wilhelm Adam, der seine Tenorausbildung in Hannover, Würzburg und Maastricht erhielt. Er tritt als Konzertsänger auf, aber auch in Oratorien und Passionen. Auf der Opernbühne kann man ihn ebenfalls erleben. Heiko Michael Schulz stammt aus der Nachbarschaft, nämlich Lübbecke. Als ausgebildeter Musikpädagoge und Violinist ließ er seinen Bass-Bariton in Graz, Dortmund und Essen schulen. Er singt Lieder und Oratorien des Barock bis hin zur Moderne, steht aber auch auf der Opernbühne seinen Mann. Mit den vier Solostimmen hatte der Kantor eine gute Wahl getroffen. Ob Arien oder Rezitative, ob allein oder im Wechsel, sie zu hören war immer ein Genuss. Sie gestalteten ihre Partien glaubhaft und emotional, ohne ins Süßliche abzugleiten. Die "frohe Botschaft" kam beim Publikum an. Auch die "verstärkte" Kantorei leistete beste Arbeit und ihren wesentlichen Beitrag, den Abend in der Thomaskirche zu einem lohnenden Konzertbesuch zu machen. Klar in den Stimmen und Text verständlich folgte sie sicher dem Dirigat Krügels. Ein weiterer wichtiger Teil im Klangerlebnis des Bach-Oratoriums war die instrumentale Begleitung und Unterstützung. Das Orchester "Opus 7" ist in Espelkamp kein unbekanntes Ensemble. Schon bei früheren Aufführungen verließ sich der Kantor - zu Recht - auf das Können der Gruppe, die sich dem Ziel der "historischen Aufführungspraxis" verschrieben hat. Am ersten Advent glänzte das Orchester wieder durch behutsame Begleitung der Solisten, auf die es sich gut eingestellt hatte. Dazu die eigenen solistischen Auftritte mit Querflöte und Trompeten, die - zusammen mit den Pauken - die Klänge hervorbrachten, die für das Herrschaftliche oder Königliche stehen sollen. Donnernder Applaus - mit Händen und Füßen - belohnte alle Mitwirkenden, die sich mit einer Zugabe revanchierten. Der eine oder andere Zuhörer wird daheim die erste Adventskerze erneut angezündet haben und ließ dabei das Konzert Revue passieren. Dabei halfen die im ansprechend gestalteten Programmheft abgedruckten Liedtexte

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