Baumschutz mit Spechtsilhouetten: Die Baumfreunde Espelkamp bringen Infotafeln und Spechtschilder an Bäumen im Stadtgebiet an. Die Spechte sind in Zusammenarbeit mit der Schulfirma der HS Waldschule entstanden. - © Sina Wollgramm
Baumschutz mit Spechtsilhouetten: Die Baumfreunde Espelkamp bringen Infotafeln und Spechtschilder an Bäumen im Stadtgebiet an. Die Spechte sind in Zusammenarbeit mit der Schulfirma der HS Waldschule entstanden. | © Sina Wollgramm

Espelkamp Die Espelkamper Baumfreunde wollen auch Tieren das Überleben sichern

So bleibt der Specht in Espelkamp

Sina Wollgramm

Espelkamp. Wenn ein Baum die besten Jahre hinter sich hat, von innen hohl ist oder einem Käferbefall zum Opfer gefallen ist, muss das nicht gleich eine Komplettentfernung bedeuten. Diese Auffassung vertreten die Baumfreunde Espelkamp. Sie machen sich für den Erhalt des Altbaumbestandes stark, denn dieser dient mehr Tieren als Zuhause, als auf den ersten Blick erkennbar sein mag. Um darauf aufmerksam zu machen, haben die Baumfreunde nun Spechtbaumschilder der Schulfirma der HS Waldschule an einigen Bäumen hinter der Thomaskirche angebracht. "Die Verkehrssicherungspflicht sieht vor, dass marode Bäume aus dem Bestand genommen werden", sagt Baumfreund Roland Quarder. Zu gefährlich seien morsche Äste und Baumkronen über Straßen oder Schulwegen. Werden die Bäume, die zum Teil mehr als 50 Jahre alt sind, aus dem Bestand genommen, dann gibt es für sie so schnell keinen Ersatz, denn junge Pflanzen bräuchten ebenso viele Jahre, um das leisten zu können was ihre Vorgänger geleistet haben und auch für Specht, Fledermaus, Siebenschläfer, Kleiber, Baumläufer, Hirsch- und Nashornkäfer gebe es so lange keinen vergleichbaren Lebensraum. "Es ist ganz klar, dass marode Äste nicht über öffentlichen Wegen hängen können", sagt Quarder. Den Baum komplett zu entfernen sei jedoch auch nicht nötig. "Bleibt das Todholz in einer Höhe von drei bis fünf Metern einfach stehen, haben die Tiere weiterhin ein adäquates Habitat", sagt Baumpflegerin Susanne Bartens-Korn. "Ein Förster hat dafür aber in der Regel gar nicht die Möglichkeiten, so dass für das Abschneiden in drei bis fünf Metern Höhe Geld in die Hand genommen werden muss." Feststeht: "Um ihre Nisthöhlen bauen zu können, sind Spechte auf alte Bäume angewiesen. Ohne diese Bäume sind sie in unserer Umwelt nicht überlebensfähig". Um darauf aufmerksam zu machen, diese Bäume möglichst lange zu erhalten, haben die Baumfreunde neben Informationsschildern auch bunte Holzspechte an alten Bäumen in Espelkamp befestigt. Helfen würde außerdem ein Baumkataster. Dieser könne in Kooperation mit Studenten erstellt werden und als Diplomarbeit dienen. Eine Kartierung und Markierung hätte den Vorteil, dass dem Baumkontrolleur auf den ersten Blick erkennbar sei, dass es sich um einen Höhlenbaum handelt, bei dem es zu Konflikten mit dem Artenschutzrecht kommen könnte. In Zusammenarbeit mit Studenten, würden der Stadt zur Erstellung eines Katasters auch keine Kosten entstehen, so die Baumfreunde. Die Spechtsilhouetten, die nun so manchen alten Baum zieren, haben Schüler der HS Waldschule im Rahmen ihrer Schulfirma unter Leitung von Projektleiter Ezzet Ghouri hergestellt.

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