Espelkamp Experimenteller Konzertabend mit "The Third Eye"

Als Abschluss der Kunstwoche in Benkhausen trat die Espelkamperin Erika Ott mit ihrer Band auf - im Dunkeln

Stefanie Suckau

Espelkamp. Im Rahmen der Kunstwoche Benkhausen, die unter dem Motto Körperkult(ur) in der vergangenen Woche stattfand, konnten nun Interessierte am Samstag im Herrenhaus von Schloss Benkhausen ein Konzert der anderen Art erleben. Die Musiker um die Espelkamper Pianistin Erika Ott Sofia Vasheruk, Meindernt Mak und Dietmar Roser (beide Gitarre) sowie Sabrina Watermann (Sopran) haben den Konzertgästen einen Musikabend im Dunkeln dargeboten. Die Konzertbesucher betraten einen völlig verdunkelten Konzertraum. Lediglich leuchtende Sterne verwiesen auf die Sitzplätze. Im Hintergrund spielten die Musiker bereits. Neben klassischen Darbietungen und moderneren Klassikern wie Sinatras "Funny Valentine" schmückten philosophische, romantische Erzählungen, begleitet von poetischer Musik den Abend. Malerisch wurden so die Klänge und Worte zu Bildern vor dem inneren Auge. »Ganz andere Sinne werden angesprochen« "Heute ist alles so visualisiert. Auch Musik ist an das Gesehene gekoppelt. Aber was passiert, wenn man plötzlich nichts mehr sehen kann? Ganz andere Sinne werden angesprochen", sagte der Gitarrist Meindernt Mak. Die Idee des Musik-Ensembles sei es, den Zuhörern zu zeigen, wie sich die Bedeutung von Raum und Zeit verschiebt, wie Emotionen intensiver wahrgenommen werden, wenn die visuelle Komponente des Hörens wegfällt, erklärte Mak. Die Vielseitigkeit der Musik, die von zärtlichem Zupfen der Gitarrensaiten bis hin zu kräftigen Klängen des Klaviers reichten, wirkten auf die Zuhörer und kamen gut an: "Die Musiker saßen in den Ecken des Raumes verteilt. Aus jeder Ecke des Raumes ertönten neue Klänge. Ich hatte von der ersten Sekunde an Gänsehaut. Die Musiker haben uns eine ganz neue Dimension des Hörens gezeigt, man hat quasi mit den Ohren gesehen - das war überwältigend", sagte eine Konzertbesucherin anschließend. Auch für die Musiker war das Konzert spannend. Das Ensemble besteht seit 2013. Bei einem Projekt an der Universität Enschede in den Niederlanden haben sich die damaligen Master-Musikstudenten kennengelernt. Seither machen sie gemeinsam Musik. Musikstudenten kennen sich aus den Niederlanden Sabrina Watermann und Dietmar Roser waren bei dem Konzertabend in Benkhausen allerdings zum ersten Mal Teil der Band. "Ich habe die anderen Musiker erst heute kennengelernt. Die Wirkung der Instrumente ist ganz neu - nicht nur für das Publikum ist diese Erfahrung ein Experiment, auch für uns Musiker", berichteten sie. Erst am Ende des Konzerts wurden die Musiker für die Zuhörer sichtbar. Als krönende Zugabe spielte Sofia Vasheruk Claire de Lune von Claude Debussy.

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