Knotenpunkt: Hier hätten die Anlieger der Installation einer Straßenlaterne zugestimmt. - © Foto: Klaus Frensing
Knotenpunkt: Hier hätten die Anlieger der Installation einer Straßenlaterne zugestimmt. | © Foto: Klaus Frensing

Espelkamp Bürger in Frotheim haben Angst vor "Lichtverschmutzung"

Versammlung: Anlieger der Ginsterstraße und Barenhorststraße in Frotheim wollen keine Straßenbeleuchtung. Politiker respektieren den Willen der Bürger, obwohl sie nicht damit einverstanden sind

Karsten Schulz

Espelkamp. Ungewöhnlich, aber wahr: Nachdem die Verwaltung aus Sicherheitsgründen die Erweiterung der Straßenbeleuchtungsanlage an Ginster- und Barenhorststraße in Frotheim als dringend erforderlich angesehen und die Politik dem zugestimmt hatte, wurden nun die Bürger gefragt. In einer Informationsveranstaltung wurden die Anlieger unter anderem von Sonja Glässner von den Stadtwerken Espelkamp darüber informiert, dass dort fünf neue Standorte für LED-Straßenlaternen vorgesehen seien. Sie würden in einem Abstand von 42 Metern aufgestellt. Als "zwingend notwendig" wird diese Investition begründet. Sie diene der Gefahrenabwehr, sichere Bushaltestellen und Fußgängerüberwege. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, der kürzlich im Rathaus zusammentrat, teilte sie den Kommunalpolitikern das Ergebnis der Anliegerversammlung mit. Und das war so ganz anders als erwartet. Denn, so Sonja Glässner, die deutliche Mehrheit der Anlieger habe die Straßenlaternen abgelehnt. Westnetz hatte bereits die Kosten ermittelt, die sich auf gut 8.000 Euro für alle Laternen belaufen würden. Dies hätte eine Gebühr nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) für die Anlieger der Ginsterstraße von elf Cent pro Quadratmeter Grundstücksgröße und für die Barenhorststraßen-Bewohner von zwölf Cent bedeutet. »Kein Bürger wollte eine Laterne vor seinem Haus haben« "Es hat allerdings nicht an den Kosten gelegen, warum die Beleuchtung abgelehnt wurde", erläutertet die Stadtwerke-Mitarbeitern. Denn die Hauptgründe seien vor allem aus dem Bereich des Umweltschutzes geäußert worden. Einige befürchteten, dass Tiere durch das ständig brennende Licht krank werden könnten. Auch das Thema "Lichtverschmutzung" führten einige an. Es hätte lediglich noch einen Kompromissvorschlag gegeben, so Sonja Glässner. Man könnte sich darauf einigen, am Knotenpunkt der Barenhorst- mit der Ginsterstraße eine einzige Laterne aufzustellen. Hierbei hätte es sich jedoch um keine DIN-gerechte Beleuchtung mehr gehandelt, so Sonja Glässner. Sie empfahl dem Ausschuss, die Laternen komplett aufzustellen - aus Sicherheitsgründen. CDU-Sprecher Wilfried Windhorst versteht die Argumentation der Verwaltung, will sich aber nicht gegen den "eindeutigen Willen" der Bürger aussprechen. Ortsvorsteher Wilhelm Stockmann (CDU) empfindet die Diskussion als "kurios" und betonte noch einmal, dass "kein Bürger eine Laterne vor seinem Haus haben wollte". Er werde deshalb dem Wunsch der Bürger entsprechen. Unabhängigen-Sprecher Paul-Gerhard Seidel beantragte, den Punkt abzusetzen und abzuwarten, bis der erste doch eine Lampe haben möchte. Und SPD-Fraktionsvize André Stargardt stellte fest: "Wenn es die Bürger nicht wollen, dann können wir das nicht anders entscheiden." Bürgermeister Heinrich Vieker fügte ergänzend hinzu: "Wenn wir das jetzt ablehnen, dann sollten wir auch beschließen, nicht mehr in den kommenden drei Jahren über einen erneuten Antrag zu diskutieren."

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