Ein schöner Anblick: Eine Wollbiene auf dem Echten Ziest. - © Foto: Karl Heinz Niehus
Ein schöner Anblick: Eine Wollbiene auf dem Echten Ziest. | © Foto: Karl Heinz Niehus

Espelkamp Stadt Espelkamp will das Insektensterben bekämpfen

Ausschuss: Sofortige Reaktion auf Grünen-Antrag. Kontaktaufnahme mit Landschaftsarchitekten. Grünstreifen entlang der Straßen sollen aufblühen und Insekten anlocken

Karsten Schulz

Espelkamp. "75 Prozent der Insekten sind verschwunden mit der Folge, dass die Nahrungsgrundlage für viele Singvögel massiv verringert wird". So beginnt ein Antrag der Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, der kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung behandelt wurde. Den Grünen geht es darum, in der Stadt "blühende und lebendige Graswege zu schaffen, um die Insektenartenvielfalt zu erhalten". In den Kommunen sei das Potenzial, an den Straßen und Wirtschaftswegen grüne Wegeseitenstreifen zurück zu gewinnen viel größer als anderswo. So wünschen sich auch die Espelkamper Grünen, dass etwas gegen das Insektensterben in Espelkamp unternommen wird. Das Anliegen wird von der heimischen Bauverwaltung sehr ernst genommen, wie Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Stadtmarketing, Bauen, Thorsten Blauert, als Reaktion auf das Grünen-Papier deutlich machte. So habe die Verwaltung bereits Kontakt mit dem Landschaftsarchitekten-Büro Niederdeppe aufgenommen. Dies solle sich einmal alle Grünstreifen entlang der städtischen Straßen vornehmen und ein Konzept entwickeln, wie man hier blühende Randstreifen entwickeln könne. "Es gibt einige gute Ideen" "Es gibt einige gute Ideen, wie man dem Insektensterben begegnen kann. Wir machen uns jetzt kundig und haben zu Fachleuten Kontakt aufgenommen", sagte Blauert. Es gebe da beispielsweise blühende Stauden, die sich gegenseitig befruchten. Blauert sprach in diesem Zusammenhang auch landwirtschaftliche Flächen und Übergangszonen an, beispielsweise die Wiesenränder. Er machte deutlich, dass man durchaus zu diesem Zwecke Ausgleichsflächen nutzen könne, die mit Wiesenblumen, Stauden und andere insektenfreundliche Pflanzen bepflanzt werden können. "Wir müssen uns da zusammensetzen und genau überlegen, wie wir da vorgehen. Mit der Aussaat von Wiesensamen allein ist das nicht getan", so Blauert. Einiges solle aber noch in diesem Frühjahr umgesetzt werden. So sollen einige Kreisverkehre entsprechend aufblühen und Insekten anlocken.

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