Die Polizei hat nach einer Brandserie in Espelkamp mutmaßliche Verdächtige ermittelt. - © Andreas Frücht (Symbolbild)
Die Polizei hat nach einer Brandserie in Espelkamp mutmaßliche Verdächtige ermittelt. | © Andreas Frücht (Symbolbild)

Espelkamp Monatelange Brandserie: Polizei fasst verdächtige Jugendliche

Espelkamp. Seit Anfang September hielt eine Brandserie Feuerwehr und Polizei in Espelkamp in Atem. Nun meldet die Polizei einen Erfolg bei den Ermittlungen. Die mutmaßlichen Hauptverdächtigen sind Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren. Wie die Ermittlungskommission "Brand" herausfand, sollen zwei junge Frauen und drei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren in der Espelkamper Innenstadt mehrere Feuer gelegt haben. Dazu kommt ein sechster Verdächtiger: Der 25-Jährige soll im Espelkamper Ortsteil Isenstedt Brände gelegt haben. Im Zuge der Nachforschungen klärten die Ermittler auch einige Drogendelikte. Alle Verdächtigen auf freiem Fuß Laut Rüdiger Kaltofen, Leiter der Ermittlungskommission "Brand", kennen sich die Verdächtigen untereinander und haben die Brände vermutlich in unterschiedlicher Zusammensetzung oder allein gelegt. Sie alle besitzen bis auf eine Ausnahme die deutsche Staatsangehörigkeit, einige von ihnen haben nach eigenen Angaben Alkohol- oder Drogenprobleme. Ein Teil der jungen Verdächtigen legte inzwischen Teilgeständnisse ab, andere schweigen beharrlich zu den Vorwürfen. Deshalb, so die Polizei, sei nicht jeder einzelne Brand einer oder mehreren Personen nachzuweisen. Aus diesem Grund befänden sich alle Verdächtigen auf freiem Fuß. "Das wichtigste Ziel, die Brandserie zu stoppen, haben wir aber erreicht", sagt Kaltofen. 40 Brandfälle untersucht, Ermittlungsarbeit in Berlin "Wir haben in den letzten Monaten rund 40 Brandfälle untersucht. Dabei hatten wir es mit versuchten und vollendeten vorsätzlichen Brandstiftungen, aber in der überwiegenden Zahl mit vorsätzlichen Sachbeschädigungen durch Feuer an Mülltonnen und Containern zu tun", sagt Kaltofen. Er und seine fünf Kollegen fanden zu Beginn ihrer Arbeit ein scheinbar undurchsichtiges Geflecht aus Gerüchten und Vermutungen über mögliche Verdächtige vor, berichtet Kaltofen. Auch die Beschreibungen von mutmaßlichen Tätern seien dürftig gewesen. "Daher hatten wir zunächst eine bis zu 40 Personen umfassende Gruppe im Visier", so der Kriminalhauptkommissar. Erst in mühevoller Kleinstarbeit gelang es den Ermittlern, den Kreis der Verdächtigen nach und nach zu minimieren. Neben einigen Durchsuchungen in Espelkamp führte ihre Arbeit die Beamten unter anderem bis nach Berlin. Dort vernahmen sie einen Zeugen, der sich wegen einer Drogentherapie in der Bundeshauptstadt aufhielt. Zudem gingen die Ermittler 75 Hinweisen und Spuren nach. 20 Aktenordner gehen an die Staatsanwaltschaft Auch eine Reihe von Müllcontainerbränden in der Rahdener Innenstadt aus dem Jahr 2016 zogen die Beamten in ihrer Ermittlungen mit ein. Drei dieser Feuer werden nun dem 25-Jährigen angelastet. Die in annähernd 20 Aktenordnern zusammengetragenen Ermittlungsergebnisse werden nun der Staatsanwaltschaft übersandt.

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