Symbolisch: Pastor Michael Weber setzte zusammen mit Maren Bredebusch das Dach auf das Dorfgemeinschaftshaus. Beim Nachbau des Originals hatten viele junge Vehlager mitgeholfen. Fotos: Klaus Frensing|| - © Klaus Frensing
Symbolisch: Pastor Michael Weber setzte zusammen mit Maren Bredebusch das Dach auf das Dorfgemeinschaftshaus. Beim Nachbau des Originals hatten viele junge Vehlager mitgeholfen. Fotos: Klaus Frensing|| | © Klaus Frensing

Espelkamp Vehlage blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück

775 Jahre: Dorfgemeinschaft, Ortsvorsteher und Ortsheimatpfleger ziehen Bilanz und wagen einen Ausblick

Karsten Schulz

Espelkamp-Vehlage. Der kleine, sehr ländlich geprägte Stadtteil Vehlage ist noch ein wenig schöner geworden. Im abgelaufenen Jahr wurde das zweitkleinste Dorf Espelkamps 775 Jahre alt, was von allen Vereinen und der gesamten Dorfgemeinschaft ausgiebig gefeiert wurde. In der "Vehlager Glocke" zogen Ortsvorsteher, Dorfgemeinschaft und Ortsheimatpfleger jetzt eine überaus positive Bilanz und wagten auch einige kleinere Ausblicke auf das gerade begonnene Jahr. Allein äußerlich sei sehr schnell deutlich geworden, dass 2017 ein besonderes Jahr für Vehlage gewesen sei, so heißt es gleich zu Beginn der Rückschau. Einige Landwirte hatten das Dorfjubiläum aufgegriffen und ihre Ackerränder zur Straßenseite "wunderschön mit Sonnenblumen bepflanzt". Das Jubiläumsmotto "Vehlage blüht" sollte aufzeigen, dass der kleine Ort neben viel blühender Landschaft auch ein aktives und lebendiges Dorf ist. Zusammenfassend stellt die Dorfgemeinschaft fest: "Die gemeinsamen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr waren eine gute Gelegenheit, das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt im Dorf zu stärken. Dieser neue Schwung kann hoffentlich für die kommenden Jahre mitgenommen werden." Vehlage ist gut aufgestellt Besonders erwähnt wird in der Chronik die Jubiläumsveranstaltung der Stadtführer "775 Jahre Vehlage und seine erneuerbaren Energien". Dies habe deutlich gezeigt, dass mit Wind, Biogas und Sonne zukunftsweisend alternative Energien im ländlichen Bereich erzeugt werden könnten. Auch bei einem weiteren zukunftsträchtigen Thema der "Sport- und Freizeitgestaltung" sei man in Vehlage gut aufgestellt, vor allem im Hinblick auf die vielen Reiterhöfe, so das Redaktionsteam der "Vehlager Glocke". Ebenfalls besondere Erwähnung fand der alle fünf Jahre stattfindende Vehlager Dorfabend, der 2017 unter dem Jubiläumsmotto stand und deshalb noch größer und bunter war. In diesem Zusammenhang wird auf die neue Benutzungsordnung für das Dorfgemeinschaftshaus und für dessen weitere Anlagen hingewiesen. Nutzer und Gast wüssten nunmehr genau, wie sie sich zu verhalten hätten, damit eine gemeinsame Nutzung möglich sei. Gleichzeitig wurde festgelegt, was die Nutzung kostet. Für die meisten Vehlager Vereine und Gruppen werde sich aber nichts ändern und es würden auch keine zusätzlichen Kosten entstehen, so heißt es in der Erklärung der Dorfgemeinschaft weiter. Mehr- einnahmen möchte die Dorfgemeinschaft aber durch die Bereitstellung der Räume und Anlagen an fremde Nutzer erzielen. Bushaltestelle Nolte ein langwieriges Dauerthema Mit dem von Erwin Dümke in liebevoller Handarbeit erstellten Grillhäuschen sei der Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus inzwischen fertiggestellt worden. Es wird darauf hingewiesen, dass von einigen Gruppen weitere Stelen hinzugekommen seien. Ausreichend Platz sei jedoch noch vorhanden, sodass sich andere Gruppen, möglichst auch mit anderen Ideen und Gestaltungen, darstellen könnten. Lange im Vorfeld geplant, aber dann doch in einer "Hauruck-Aktion", so die Verfasser der "Glocke", konnte die Wiese am Backhaus saniert werden. Entstanden sei eine schöne ebene Grünfläche, die für viele Aktionen genutzt werden könne. Die Gestaltung sei aber noch nicht abgeschlossen und soll 2018 mit Sitzplätzen und weiteren Anpflanzungen fortgesetzt werden. "Als ein langjähriges schwieriges Dauerthema" habe sich die Gestaltung der Bushaltestelle Nolte als attraktiver Ortseingangspunkt herausgestellt. Gute Überlegungen hätten immer wieder verändert oder verworfen werden müssen, weil es nicht zu finanzieren war oder keine Genehmigungen erteilt werden können. Wörtlich: "Alleine die vielen Probleme mit den Behörden bei der Aufstellung des Jubiläumsschildes lassen erahnen, was da noch alles kommen kann. Aber die Dorfgemeinschaft lässt nicht locker und bleibt dran. Das Ergebnis bleibt spannend." Ortsheimatpfleger Andreas Trocha bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Helfern und wünscht sich noch mehr Beteiligung vor allem von jüngeren Bürgern für ein "aktives und blühendes Vehlage". Ortsvorsteher Friedhelm Meier weist darauf hin, dass "nach etlichen Jahrzehnten ohne Aufzeichnungen zum Jubiläumsbacktag das Buch 775 Jahre Vehlage" erschienen sei.

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