Führungsposition: Jörn Stratmann-Sablotny (l.) wurde von Bürgermeister Heinrich Vieker für sechs weitere Jahre als stellvertretender Leiter der Feuerwehr eingesetzt. - © Klaus Frensing
Führungsposition: Jörn Stratmann-Sablotny (l.) wurde von Bürgermeister Heinrich Vieker für sechs weitere Jahre als stellvertretender Leiter der Feuerwehr eingesetzt. | © Klaus Frensing

Espelkamp Feuerwehr Espelkamp hatte 2017 so viel zu tun wie lange nicht mehr

302 Einsätze: Der Leiter der Feuerwehr Reiner Hußmann legt eindrucksvolle Bilanz vor. Kameraden mussten wegen der Brandstiftungsserie deutlich öfter ausrücken

Klaus Frensing

Espelkamp. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter den 186 Espelkamper Feuerwehrleuten. "Wir mussten 2017 so häufig ausrücken wie seit vielen Jahren nicht mehr. 302 Einsätze entsprechen einen Anstieg von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr", sagte der Leiter der Feuerwehr Reiner Hußmann während der Jahreshauptversammlung. Das sei das höchste Einsatzaufkommen seit Mitte der 1990er-Jahre. Die Ursache dafür ist eine lang andauernde Brandstiftungsserie. Die Zahl der Schadensfeuer mit 102 hat sich mehr als verdoppelt. Umso mehr Lob erhielt die Feuerwehr von Bürgermeister Heinrich Vieker, der ganz persönlich und im Namen der ganzen Stadt den Wehrleuten Dank sagte für "Ihr herausragendes Engagement, für Ihre nimmermüde Einsatzbereitschaft und für viele, viele aufopferungsvolle Dienste zum Wohl der Allgemeinheit". Einsätze wurden professionell und mit Bravour gemeistert 302 Einsätze bedeuteten umgerechnet pro Werktag ein Einsatz. Damit sei die Grenze des Zumutbaren für ehrenamtliche Kräfte nicht nur erreicht, sondern überschritten, betonte er. "Trotz dieser Überfülle wurden alle Einsätze professionell und mit Bravour gemeistert. Ich ziehe den Hut vor dieser Leistung", unterstrich das Stadtoberhaupt. Er wisse aus vielen Gesprächen, dass dies die ganze Stadt tue. "Wir alle sind stolz auf unsere Wehr." Politik und Verwaltung werden nach Kräften dafür Sorge tragen, versprach er, dass die Wehr für alle Herausforderungen gewappnet sei - personell und durch eine gute und zeitgemäße Ausstattung. Personell ist die Feuerwehr Espelkamp gut aufgestellt. 186 aktive Wehrleute bedeuten ein Plus von mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Altersstruktur mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahre, bei leicht abnehmender Tendenz, ist im Vergleich zu anderen Feuerwehren im Land sehr günstig. Die hervorragende Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr und die vielfältigen kreativen Aktivitäten der Wehr zur Mitgliederwerbung wie beim City-Fest tragen Früchte, meinte Heinrich Vieker und wies darauf hin, dass die Zahl der Hauptamtlichen um eine Stelle auf sieben Personen aufgestockt worden sei. Zudem konnte der Zug Mitte am 1. Advent ein neues Mannschaftstransportfahrzeug in Empfang nehmen und die Renovierungsarbeiten an der Wache sowie die Beschaffung von neuen Mobiliar abgeschlossen werden. Zudem wurde der komplette Atemschutzgerätebestand erneuert und auf moderne Pressluftatmer mit Überdrucktechnik und Einheitsteckanschluss umgestellt. Kostenpunkt 90.000 Euro. Brandschutzbedarfsplan ist Muster für andere Kommunen Im kommenden Frühjahr soll die Auftragsvergabe für den neuen Rüstwagen erfolgen. Das Grundstück für das neue Gerätehaus in Fabbenstedt sei auch bereits gekauft. Im März wird der fortgeschriebene Brandschutzbedarfsplan, der auf mehr als 150 Seiten sehr viel detaillierter als bisher Risiken und mögliche Einsatzszenarien darstellt und das ganz konkret für jeden Ortsteil, im zuständigen Ausschuss vorgestellt. Er sei das Ergebnis einer vorbildlichen Zusammenarbeit von Wehrführung, hauptamtlichen Kräften und Verwaltung. "Die Bezirksregierung ist so beeindruckt, dass sie unseren Entwurf als Muster an anderen Kommunen verschickt", sagte der Bürgermeister stolz. Noch häufiger als zu Bränden wurde die Wehr zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Das Spektrum der 123 Einsätze reicht von der Menschenrettung über Sturm- und Wasserschäden bis zu Verkehrsunfällen. 18-mal mussten Ölschäden behoben werden. Um für all diese Einsätze gewappnet zu sein, wird auf qualifizierte Aus- und Fortbildung viel Wert gelegt, besuchen die Wehrleute über die etwa 25 Ausbildungsdienste hinaus Fachlehrgänge und Seminare auf Kreis- und Landesebene. "Insgesamt wurden 129 Fachlehrgänge und Seminare besucht", berichtete der für Ausbildung zuständige stellvertretende Leiter der Feuerwehr Jörn Stratmann-Sablotny.

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