Gelungenes Musical: Mit viel Bühnenpräsenz und beachtlichen gesanglichen Leistungen eroberten sich die Söderblomer das Premierenpublikum in der Aula der Schule. Fotos: Sonja Rohlfing|| - © Sonja Rohlfing
Gelungenes Musical: Mit viel Bühnenpräsenz und beachtlichen gesanglichen Leistungen eroberten sich die Söderblomer das Premierenpublikum in der Aula der Schule. Fotos: Sonja Rohlfing|| | © Sonja Rohlfing

Espelkamp Premiere des Söderblom-Stücks "Linie 1" sorgt für stehende Ovationen

Oberstufen-Laienspieler habe unter der Leitung von Bärbel Brandt und Janina Stünkel Großartiges vollbracht. Anderthalb Jahre auf die Vorstellungen hingearbeitet

Sonja Rohlfing

Espelkamp. Premiere - das Wort steht für Knistern und Aufregung vor und hinter der Bühne. Zu spüren war genau diese besondere Atmosphäre jetzt unmittelbar vor der ersten Vorstellung des neuen Theaterstücks des Söderblom Gymnasiums. Die Erwartungen haben die Oberstufenschüler unter der Leitung von Bärbel Brandt und Janina Stünkel dann voll erfüllt. Mit dem Musical "Linie 1" lieferte der Laienspiel-Kursus in der Aula der Schule eine hoch professionelle Leistung ab. Tosender Applaus und stehende Ovationen waren der verdiente Lohn dafür. Eine junge Ausreißerin aus der Provinz landet am Berliner Bahnhof Zoo auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, einem Rockmusiker, dem sie auf einem Konzert begegnet ist. Sie bleibt auf der U-Bahn-Linie 1 hängen und trifft dabei auf die unterschiedlichsten Typen und Schicksale, den Obdachlosen, den Rentner, die Hippies, den Verwirrten, die Wilmersdorfer Witwen oder die Touristengruppen. Das Musical handelt vom Überleben in der Großstadt, von Hoffnungen und geplatzten Träumen. Original mehr als 30 Jahre alt Schon mehr als 30 Jahre ist es her, dass das Musical "Linie 1" von Volker Ludwig und mit der Musik von Birger Heymann im Berliner Grips-Theater uraufgeführt wurde. Zwar sind Berliner Mauer und die D-Mark längst Vergangenheit, geblieben sind die Menschen, von denen das Stück berichtet. Typen, voller Ignoranz, Fremdenfeindlichkeit oder mit rechtem Gedankengut. Aber auch Menschen, die sich für Mitmenschlichkeit und Toleranz einsetzen. Oder solche, die trotz Altersarmut nicht den Mut verlieren. Ein Musical ist immer eine besondere Herausforderung. Neben den Dialogen müssen genauso Gesang und Tanz sitzen. Bis auf die Hauptdarsteller hatten fast alle übrigen Akteure gleich mehrere Rollen auszufüllen. Überzeugend war ebenfalls die Harmonie zwischen Band und Darstellern. Bühnenbild, Kostüme und viele kleine Details in der Handlung zeigten, dass sich alle Beteiligten mit dem Stück und dem Berlin der 1980er Jahre gründlich auseinandergesetzt haben. Anderthalb Jahre haben die Schüler auf die Vorstellungen hingearbeitet, haben aus sich herauskitzeln lassen, was sie können. "Man merkt, dass sie zu einem Team und einer Gemeinschaft herangewachsen sind, dass sie füreinander einstehen, um das Projekt zu stemmen", erklärt Janina Stünkel. Die Regisseurin weiß jedoch auch: "Die letzten zehn Prozent kommen erst, wenn das Publikum reagiert." Das hatten sich die jungen Akteure mit ihrer Inszenierung schnell erobert. "Super gut", bringen es Claudia und Ivo Filipek kurz und knapp auf den Punkt. "Ich bin erstaunt, wie gut sie singen. Sie treten sehr selbstbewusst auf und sind sehr präsent auf der Bühne", lobt Claudia Filipek. "Ich bin erstaunt, wie gut sie singen" Die Eltern einer ehemaligen Schülerin zählen zu den regelmäßigen Gästen der Theateraufführungen der Söderblomer. "Ich finde, es ist eine tolle Sache, was die hier auf die Beine stellen." Hinter dem Theaterprojekt stehe ein ganzes Team, erinnerte Schulleiter Ernst-Friedrich Brandt. "Alle funktionieren und arbeiten auf diesen Tag hin." Besondere Projekte brauchten besondere Unterstützung. Der Dank der Schule geht daher an alle Sponsoren und Unterstützer, die dazu beigetragen haben das Musical professionell umzusetzen. ¦ Die "Linie 1" des Söderblom Gymnasiums startet in der Aula der Schule erneut am Freitag 2. Februar und Samstag, 3. Februar jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 4. Februar um 18 Uhr. Karten sind noch erhältlich in der Buchhandlungen Lienstädt & Schürmann in Espelkamp, in der Zentralbücherei des Gymnasiums und gegebenenfalls an der Abendkasse.

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