Bad Oeynhausen „So manche Kungelei“

Zeitzeugen: Ingrid Pfenninger (89) erlebte den Krieg in Werste

Nicole Sielermann
Behütet: In Werste am toten Werrearm ist Ingrid Pfenninger Zuhause. Dort hat sie auch das Kriegsende erlebt. - © Nicole Sielermann
Behütet: In Werste am toten Werrearm ist Ingrid Pfenninger Zuhause. Dort hat sie auch das Kriegsende erlebt. | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. 70 Jahre ist es her, dass sich der Zweite Weltkrieg dem Ende näherte. In Bad Oeynhausen waren bereits die amerikanischen und englischen Soldaten einmarschiert. Ingrid Pfenninger (89) erinnert sich.

Hochschwanger war Ingrid Pfenninger, als 1945 der Zweite Weltkrieg endete. Schon immer hat die 89-Jährige mit ihrer Familie in Werste am toten Werrearm gewohnt. „Uns ging es gut hier“, sagt die rüstige Seniorin, die im Mai 90 Jahre alt wird. „Wir haben nicht gehungert – wir hatten ein dickes Schwein im Stall.“ Anders habe das in den Großstädten ausgesehen. „Da gab es mehr Elend.“

In der Nähe des toten Armes, dort wo heute eine Villa steht, sei damals eine Kiesgrube gewesen. „Dort haben die Engländer alles denkbare reingekippt“, erinnert sich Ingrid Pfenninger. „Die haben wirklich alles aus den Häusern geholt und weggeworfen.“ Jahre später habe ihr Opa dafür gesorgt, dass die Kuhle zugeschüttet wurde. „Wir waren damals jung und natürlich ängstlich, als die amerikanischen und englischen Soldaten kamen“, erinnert sie sich. „Aber an sich waren die Besatzer harmlos“, urteilt sie. Ingrid Pfenninger war immer nah dran. „Mein Mann hat bei den Engländern gearbeitet. In der Verwaltung für die Deutschen.“ Weil er sehr gut Englisch gesprochen habe. „Da gab es manche Kungelei“, sagt sie verschmitzt.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group