So wird das Fertighaus angeliefert: Mit einem Kran wird das Smart-House-Modul auf ein weiteres gesetzt. - © Smart House
So wird das Fertighaus angeliefert: Mit einem Kran wird das Smart-House-Modul auf ein weiteres gesetzt. | © Smart House

Löhne Löhner Firma Smart House stellt Fertighäuser im Baukastenprinzip her

Wirtschaft im Werretal: Das beliebteste Modul ist 50 Quadratmeter groß

Susanne Barth

Löhne. Es kommt mit einem Spezialtransporter, schwebt an einem Kran in der Luft, bis es auf dem Grundstück platziert wird: das Smart House. Die gleichnamige Firma aus Löhne stellt ganz besondere Fertighäuser her. Einzelne Module lassen Spielraum für Flexibilität und Gestaltungsfreiheit. Ein Smart House kann ein 400 Quadratmeter großer Bürokomplex sein oder ein Mikro-Haus auf nur 17 Quadratmetern, es kann an einem bestehenden Haus "angedockt" oder nach Wunsch erweitert werden. Die Häuser aus Holz stellen die Mitarbeiter in der Halle an der Werster Straße her. Dort sind die einzelnen Baufortschritte deutlich zu sehen. Auf der einen Seite zimmern aus einzelnen Elementen Arbeiter Boden- und Deckenplatten zusammen. Andere sind dabei, Fenster einzusetzen, im nächsten Modul verlegen Arbeiter eine Fußbodenheizung, in der zweiten Halle erstellt Marco Möllering die Dachkonstruktion. "Dann wird alles Schicht für Schicht aufgebaut", sagt Marketing Managerin Stefanie Walter, die durch das Unternehmen führt. Vom einzelnen Holzelement bis zum fertigen Modul: Alles entsteht in Löhne. "Wir liefern die Häuser schlüsselfertig aus", sagt Walter. Die Sanitäranlagen sind ebenso verbaut, wie der Fliesenspiegel, die Malerarbeiten sind abgeschlossen und "auf Wunsch können wir auch eine Küche einbauen", so Walter und weiter: "Das Haus muss nur noch angeschlossen werden, schon kann man einziehen." Der Clou der Löhner Variante ist, dass die Häuser mit ihren Besitzern umziehen können. Das Vorbild kommt aus den USA. "Dort gibt es schon lange spezielle Lösungen für Berufsnomaden", sagt Walter. Mit einem mobile home oder tiny house wollen die Besitzer auf nichts verzichten, "sie nehmen ihr Haus einfach mit". Auch wenn in Deutschland die wenigsten mit ihrem Haus umziehen, sei es für die Smart-House-Kunden gut zu wissen, dass es gehe. Die Flexibilität der eigenen vier Wände gehe aber noch weiter. Besonders junge Familien interessieren sich für das System, so Walter: "Unsere Module können sich mit der Familie vergrößern." Das gebe ein Gefühl der Sicherheit für die Zukunft, sagt die Marketing Managerin. Doch es geht auch andersrum. Besonders beliebt ist das XXL-Modul mit 50 Quadratmetern. "Das wird oft von Menschen als Wohnhaus genutzt, die sich reduzieren wollen." Aber auch Ferienhäuser und Bürogebäude kann das Löhner Unternehmen realisieren. "Sonderlösungen sind möglich", sagt Walter. "Die Statik muss passen." Eine Begrenzung hat das System dann aber doch. Die einzelnen Module können höchstens 15 Meter lang und etwas mehr als 4 Meter breit sein. "Es muss schließlich transportfähig bleiben", sagt die Marketing Managerin und lacht. Denn das Unternehmen liefert in ganz Deutschland und der Schweiz aus. Dazu wird das Modul in Löhne auf Spezialtransporter aufgeladen - ohne Dach. Auf die Straße geht die Fracht erst nach einer Prüfung der Polizei. "Die nehmen jeden Transport ab." "Wir haben noch nie zwei gleiche Häuser verkauft" Zweimal das selbe Smart House findet man laut Walter übrigens nicht. "Wir haben noch nie zwei gleiche Häuser verkauft." Bei Smart House werde Individualität groß geschrieben. "Ob ein großer Technikraum, ein Ankleidezimmer oder ein weiteres Büro, es ist alles möglich." Wände können verschoben, mehrere Module miteinander verbunden werden. Und auch bei der Inneneinrichtung zählt die Idee des Kunden. So hat Geschäftsführer Andreas Ernst eine Schaukel im Wohnbereich hängen. Perfekt für die kleine Tochter. Zu dritt mitsamt Hund wohnt Ernst direkt hinter den Produktionshallen in Löhne. Natürlich in einem Smart House. Das besteht aus zwei Modulen und "ist unser Musterhaus".

realisiert durch evolver group