An einer Maschine: Produktionsmitarbeiter Rodion Schmidt braucht für seine Arbeit bei der Firma Dremec auch eine Schieblehre als Messinstrument. - © Dirk Windmöller
An einer Maschine: Produktionsmitarbeiter Rodion Schmidt braucht für seine Arbeit bei der Firma Dremec auch eine Schieblehre als Messinstrument. | © Dirk Windmöller

Löhne Firma Dremec ist weltweit gefragt und liefert auch an Airbus

Wirtschaft im Werretal: Die Firma Dremec beliefert seit 25 Jahren Kunden in aller Welt mit Befestigungssystemen

Dirk Windmöller

Löhne. Weil die Familie Dressel mit dem DDR-Regime nicht klar kam, stellte sie noch vor der Wende einen Ausreiseantrag und landete in einer kleinen Wohnung in Löhne. Kaum in der Werrestadt angekommen, machten sich Stephan Dressel und sein Vater Rolf selbstständig. Sie gründeten die Firma "Dremec". Mit Befestigungstechnik "Made in Löhne" beliefert das Unternehmen seit 25 Jahren seine Kunden, die mittlerweile aus allen Kontinenten ihre Aufträge nach Gohfeld schicken In der Produktionshalle ist es eng. Sechs CNC-Maschinen stehen dort und  produzieren Befestigungsteile.  Das können Schrauben oder Distanzhülsen oder auch Abstandhalter sein. "Wir fertigen auch alles, was man braucht, um eine Platine zu befestigen. Egal, ob es aus Kunststoff oder Metall ist", sagt Stephan Dressel. Er führt das Unternehmen seit dem Tod von Rolf Dressel im Jahr 2011 alleine. Auf Länder außerhalb Europas entfallen 25 Prozent des Umsatzes Alle Produkte, die bei Dremec in der Gewerbestraße hergestellt werden, haben eines gemeinsam: Sie werden in höchster Präzision gefertigt. Das Unternehmen ist international aufgestellt. Kunden gibt es in China und Taiwan ebenso wie in in den USA, Kanada und Mexiko. "Auf Länder außerhalb Europas entfallen 25 Prozent unseres Umsatzes. 75 Prozent machen wir in Europa, davon den größten Teil in Deutschland, der Schweiz und Österreich", sagt Dressel. Zu den Kunden gehören große Unternehmen wie Würth (Hersteller von Befestigungselementen und Montagesystemen) oder auch die Firma Bombardier, die Züge baut. Teile von Dremec werden auch  in den Flugzeugen von  Airbus verbaut. "Wir haben volle Auftragsbücher" Wo genau sich in den Jets die Teile befinden, kann Dressel  nicht sagen. "Das ist ein Betriebsgeheimnis unseres Kunden." Bei Dremec stehen die Zeichen auf Wachstum. "Wir haben volle Auftragsbücher", sagt Dressel  und freut sich, dass der Umsatz des Unternehmens in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen ist. "Das liegt auch daran, dass kein Mitbewerber ein so umfangreiches Programm hat wie wir. Viele Unternehmen dünnen ihr Lieferantennetz  aus. Davon profitieren wir mit unserem breiten Angebot." Mit dem Umsatz ist auch die Zahl der Mitarbeiter gewachsen.  Vor fünf Jahren, als das Unternehmen sein 20-Jähriges Bestehen feierte,  hatte das Unternehmen noch 19 Beschäftigte, heute arbeiten dort  27 Mitarbeiter. Fachkräfte fehlen Mit Blick auf die vollen Auftragsbücher könnten es auch noch mehr Mitarbeiter sein. "Wir finden kaum Fachkräfte und könnten sofort drei CNC-Dreher einstellen", sagt der Geschäftsführer. Die Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter zu finden, setzen auch hinter weitere Expansionspläne von Stephan Dressel ein Fragezeichen. "Wir würden gerne eine weitere Halle bauen. Doch wenn es weiterhin so schwierig bleibt Leute zu finden, stellt sich die Frage, ob das Sinn macht. Dazu kommt die unsichere wirtschaftliche Lage  und die instabile innenpolitische Situation". Sorgen macht sich Dressel auch um die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf den Zustand der Europäischen Union. "Wenn in Europa wieder dauerhaft Grenzkontrollen eingeführt würden, dann wäre das eine Katastrophe für die Wirtschaft."

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