Hat den richtigen Halt: Horst Hahndorf hat sein Unternehmen „Hagor" vor 20 Jahren gegründet. Mittlerweile vertreibt er Halterungssysteme zwar nicht in die ganze Welt – wie auf dem Wandbild – aber in weite Teile. Foto: Nicole Bliesener - © Nicole Bliesener
Hat den richtigen Halt: Horst Hahndorf hat sein Unternehmen „Hagor" vor 20 Jahren gegründet. Mittlerweile vertreibt er Halterungssysteme zwar nicht in die ganze Welt – wie auf dem Wandbild – aber in weite Teile. Foto: Nicole Bliesener | © Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen Der weltweite Aufhänger

Wirtschaft im Werretal: Das Bad Oeynhausener Unternehmen Hagor vertreibt Halterungssysteme für Bildschirme

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. „Ein Faxgerät und ich, das war der Anfang", sagt Horst Hahndorf. Die Idee war der Vertrieb von Halterungssystemen für Bildschirme. Heute – 20 Jahre später – ist aus dem Ein-Mann-Betrieb ein florierendes mittelständisches Unternehmen geworden. Die Systeme, die Hagor europaweit anbietet, sind professionelle Präsentationstechniken. Dabei geht es schon längst nicht mehr allein um die Frage: „Wie kommt der Bildschirm an die Wand?". Die modernen Halterungssysteme finden sich in Fußballstadien wie der Allianz-Arena in München, der Schalker Veltins-Arena oder dem Dortmunder Signal-Iduna-Park. Im Münchener Flughafen hängen Hagor-Systeme. Auch hinter den Monitoren der Formel-1-Rennstrecke im russischen Sotchi verbirgt sich Know-how aus der Kurstadt. Und das Bad Oeynhausener Unternehmen mit Sitz an der Oberbecksener Straße expandiert stetig. „Ende Januar nehmen wir auch Geschäftsbeziehungen zu einem Vertriebspartner in Dubai auf", sagt der Hagor-Geschäftsführer. Künftig werden die Präsentationstechniken von Hagor auch in den gigantischen Bauprojekten des Wüstenstaates zu finden sein. Auch nach China und Südkorea gibt es Verbindungen. „Ideen sind das A und O", sagt Hahndorf, „aber man muss die Visionen auch umsetzen – egal, ob man 20, 30, 40 oder 50 Jahre alt ist und dabei darf niemand auf der Strecke bleiben", fasst Horst Hahndorf seine Firmenphilosophie zusammen. Ein Erfolgsrezept von Horst Hahndorf ist der persönliche Kundenkontakt. „Eine Mail schreiben und dann sagen, der Kunde hat sich noch nicht gemeldet, das gibt es bei mir nicht." 15 Mitarbeiter beschäftigt er mittlerweile. „Gerade erst haben wir zwei neue Mitarbeiter eingestellt", sagt der 55-Jährige. Seit zwei Jahren ist auch Hahndorfs Sohn Sascha im Unternehmen. „Die Nachfolge ist also schon geregelt", so der Firmengründer. Sascha Hahndorf ist gelernter Konstrukteur. Er kümmert sich auch um die Entwicklung neuer Systeme. „Wir verfügen mittlerweile sozusagen über ein eigenes Konstruktionsbüro", sagt der Seniorchef. Standardlösungen bezieht Hagor von einem schwedischen Hersteller. Individuelle Lösungen werden in Bad Oeynhausen entwickelt und in der eigenen Fertigung produziert. Dabei setzt Hagor auf Zulieferer, die in der Region beheimatet sind. 600 Produkte hat das Unternehmen mittlerweile in seinem Portfolio. Hagor bedient Kunden in 23 Marktsegmenten – Sportarenen, Hotelketten, Industrie, Kliniken, Banken, Fitnessketten, Universitäten gehören ebenso dazu wie die Lebensmittelkette Rewe. „Früher kletterte der Filialleiter auf eine Leiter und schrieb die neuen Sonderangebote mit Filzstift auf ein Plakat", erinnert Hahndorf. Heute wird dies auf Monitoren präsentiert. „Die Kundeninformation geht über die reine Preisdarstellung hinaus. Die Unternehmen nutzen die Monitore auch als Werbefläche", sagt der Unternehmer. Als weiteres Beispiel führt er die Anzeigetafel in Flughäfen an. Früher zeigte die Anzeige alle paar Minuten ratternd die nächsten Flüge an. Heutzutage sind die Anzeigen regelrechte Multivisionsflächen. Für diese großen aus Bildschirmen zusammengesetzten Flächen hat Hagor ein spezielles System entwickelt. Jeder einzelne Bildschirm kann auf leichten Druck herausgefahren werden. „So müssen die Techniker nicht die ganze Wand abbauen, sollte mal ein Monitor defekt sein", sagt Hahndorf. Neu im Hagor-Portfolio sind Outdoor-Stelen. Und die werden auch gleich nachgefragt von großen Unternehmen für Präsentationszwecke. Diese Stelen sind regelrechte Klimaschränke für Monitore. Hagor hat stetig investiert. 1995 auf der Lohe gegründet zog das Unternehmen im Jahr 2000 an die Oberbecksener Straße. 2014 wurde das Verwaltungsgebäude aufgestockt. 2015 wurde die Fertigungsanlage ausgebaut. Und im nächsten Jahr soll das Logistikzentrum erweitert werden. „Außerdem haben wir ins Marketing investiert, unseren Internetauftritt modernisiert. Wir haben uns in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet", weiß Horst Hahndorf. „Wenn ich am Ende eines Kundengesprächs höre, ,ihr habt euch einen Namen gemacht’, drehe ich mich um und lächle."

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