Einladend auch bei Nacht: Die Außenanlagen des Löhner Küchenherstellers Nolte. - © f
Einladend auch bei Nacht: Die Außenanlagen des Löhner Küchenherstellers Nolte. | © f

Bad Oeynhausen Die grüne Visitenkarte für Unternehmen

Wirtschaft im Werretal: Nagel Landschaftsarchitekten  planen Außenanlagen für heimische Firmen und für europäische Großprojekte

Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen. Bevor die Geschäftspartner sich die Hand gereicht haben, erste Worte gewechselt sind, hat sich der erste Eindruck schon gesetzt. „Denn der entsteht, wenn der Kunde sich dem Geschäftsgebäude nähert", sagt Dirk Nagel. „Die Außenanlagen sind die Visitenkarte eines Unternehmens", führt der Bad Oeynhausener Landschaftsarchitekt aus, der mit seinem Büro in Eidinghausen zu Hause ist. Jedes Unternehmen habe ein Gesicht und das zeige sich bereits vor Eingangstür. Die Außenanlage als Türöffner für den unternehmerischen Erfolg – für diesen Gedanken werben Dirk Nagel und seine acht Mitarbeiter bei jedem Auftrag neu. „85 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Aufträgen von Industriebetrieben und Gewerbetreibenden sowie kommunalen Auftraggebern", sagt Dirk Nagel. So haben Nagel Landschaftsarchitekten die komplette Planung für den Stadionneubau gemacht, auch die Veränderungen auf dem Bahnhofsvorplatz – das Blindenleitsystem, Fahrradständer und die Neuordnung der Taxis – werden von dem Eidinghausener Büro geplant. Die Landschaftsarchitekten haben auch die Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau „Aqua Magica" im Jahr 2000 erstellt. „Wir haben am Wettbewerb der Planer teilgenommen, doch den hat ja bekanntlich Henry Bavar gewonnen", erinnert sich Dirk Nagel. Das Büro Nagel hat aber anschließend die Genehmigungsplanung für den Franzosen gemacht. Die Handschrift der Eidinghausener Planer trägt auch die Morsbachallee von der Bali Therme bis zum Kaiserpalais. Zu den Kunden des Büros zählen neben dem Löhner Küchenhersteller Nolte, Unternehmen wie Buschjost, Embaprotec, Schlau, Miele, Schüco und Melitta. Manchmal geht es aber auch raus aus OWL in die weite Welt – wie bei drei aktuellen Projekten: In Frankfurt wird derzeit die Welle – das Shopping- und Bürocenter gegenüber der Alten Oper – modernisiert. Die Planung für die Gestaltung der Außenanlage übernimmt Dirk Nagel. Ein anderes Großprojekt befindet sich in Wien. „Direkt am Prater baut die Unit Credit Bank Austria einen Campus mit einer Bürofläche von 200.000 Quadratmetern. „Das wird ein Komplex mit Gastronomie, mit Kindergärten, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Es gibt Innenhöfe auf verschiedenen Ebenen", erklärt Nagel. Bei solchen Aufträgen gehe es nicht um die Gestaltung von Grünanlagen. „Am Anfang eines solchen Auftrags steht die Frage: Welche Atmosphäre soll entstehen?", sagt Nagel. In Wien soll eine ganze Alpenlandschaft entstehen. Um an Aufträge in diesen Dimensionen zu kommen, kooperiert das Büro Nagel mit dem international tätigen Landschaftsarchitekten Andreas Kipar, der Planungsbüros in Mailand, Duisburg, Rom, Cagliari (Sardinien) und Moskau unterhält, zusammengetan. „Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren", sagt Dirk Nagel. Vor einem Jahr haben Nagel und Kipar eine Planungsgesellschaft, die Kiparbauplan, gegründet. Über diese internationale Anbindung hofft Dirk Nagel nicht nur auf weitere spannende Aufträge, sondern auch, dass es junge Landschaftsarchitekten nach Bad Oeynhausen zieht. „Wir liegen zwar mittendrin – zwischen Fachhochschulen für Landschaftsarchitektur in Hannover, Osnabrück und Höxter. Aber es ungeheuer schwer junge Fachkräfte nach Bad Oeynhausen zu holen", weiß Dirk Nagel.

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