BAD OEYNHAUSEN Nordumgehung kann sich weiter verzögern

Minister Harry K. Voigtsberger.
Minister Harry K. Voigtsberger.

Bad Oeynhausen. 2016 soll die Zielflagge geschwenkt und die Nordumgehung eingeweiht werden. Das ist die aktualisierte Vorgabe aus Berlin, aber auch Wunsch von NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger, der 2016 als realistisch einstuft.

"Dafür müssen aber auch die Mittel fließen", schränkt der SPD-Minister im Gespräch mit der NW ein. Wohl wissend, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer diese Gelder schrittweise reduzieren will, so dass ab 2013 nur noch die Hälfte der Summen überwiesen wird. Voigtsberger: "Für unsere Projekte wie die A 33 oder die A 30 brauchen wir die volle Summe."

Diese Woche war bekannt geworden, dass sich der Bau der Nordumgehung verzögert. Auslöser war (und ist) die Vergabe des Dehmer Tunnels, zu dem nun im Frühjahr 2012 nach einjähriger Verspätung die Bagger anrücken sollen. Steffen Kampeter (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, vermutete eine Umschichtung der Gelder, die von Ostwestfalen ins Rheinland geflossen seien.

Dem widerspricht Harry K. Voigtsberger: "Es wird mit dem Bund abgeklärt, welches Geld in welches Projekt fließt." Zögerliche Planungen wären gleichfalls kein Grund für den Zeitverzug gewesen. "Es lag eindeutig an den Geldern aus Berlin. Der Landesbetrieb konnte erst dann mit der Vorbereitung beginnen, als eine Zuweisung aus Berlin vorlag ", sagt Voigtsberger.
Erst im Januar 2011 sei vom Bundesverkehrsministerium die Bestätigung gekommen, dass mit dem Geld zu rechnen sei. Zu diesem Zeitpunkt sollten nach ursprünglichen Planungen die Baumaschinen für den Tunnelbau schon angeworfen worden sein. Voigtsberger: "Man kann jetzt davon ausgehen, dass die Arbeiten für das Tunnelbauwerk im Frühjahr 2012 starten werden."

Wobei der Minister Verzögerungen bei den nächsten Abschnitten, wie etwa dem Anschluss am Dreieck Löhne, nicht ausschließen mag: "Das Vertrackte ist, wenn es weiter gehen soll, dann müssen wir jetzt wieder die jährlichen Finanzzuweisungen und Besprechungen mit dem Bund 2012 abwarten."

Grundsätzlich sei der Lückenschluss von A 2 und A 30 gesichert. Das gelte jedoch nicht für den Zeitrahmen und für die jeweiligen Tranchen. "Das können in einem Jahr 50, 30 oder doch nur 15 Millionen Euro sein. Und so kann sich ein Projekt wie die Nordumgehung verzögern", sagt Voigtsberger. Wobei der Minister die Diskussion zwischen Düsseldorf und Berlin auf einen Punkt bringt: "Im Prinzip bekommen wir immer zu wenig Geld. Damit sind für bestimmt Projekte nicht mehr genügend Mittel vorhanden."

Insgesamt benötige Nordrhein-Westfalen mehr Geld. "Wir wissen, was auf uns in den nächsten Jahren zukommt. Und wir kennen die finanziellen Zuweisungen aus Berlin. Das ist deutlich zu wenig."

Dennoch werde Nordrhein-Westfalen das Möglichste tun, um die Nordumgehung voranzubringen. Das gelte auch für die A 33. "Wir sind uns der Bedeutung der beiden Projekte im Klaren", sagt Voigtsberger, der sich optimistisch gibt: "Ich will bei der Eröffnung mit dabei sein. Ganz sicher."

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group