Nordumgehungsgegner wie Eckard Grummert (Mitte) machen sich für verbesserten Lärmschutz stark. Dazu soll jetzt auch ein Antrag an den Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtages beitragen. Das Schreiben diskutierten gestern (v. l.) Wolfgang Böhm, Heinz-Dieter Held, Reinhold Möhlmann, Olaf Winkelmann, Angela Lück, Inge Howe und Klaus Rasche. - © FOTOS: PETER STEINERT
Nordumgehungsgegner wie Eckard Grummert (Mitte) machen sich für verbesserten Lärmschutz stark. Dazu soll jetzt auch ein Antrag an den Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtages beitragen. Das Schreiben diskutierten gestern (v. l.) Wolfgang Böhm, Heinz-Dieter Held, Reinhold Möhlmann, Olaf Winkelmann, Angela Lück, Inge Howe und Klaus Rasche. | © FOTOS: PETER STEINERT

BAD OEYNHAUSEN Keine Ruhe vor dem Lärm

Nordumgehungs-Anwohner aus Löhne und Werste wenden sich an den Petitionsausschuss in Düsseldorf

Bad Oeynhausen. Der Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtags soll sich für zusätzlichen Lärmschutz an der Nordumgehung einsetzen. Darauf hoffen Anwohner, die gestern auf Heinz-Dieter Held trafen. Der Löhner Bürgermeister steht an der Seite der Betroffenen: "Wir fordern einen lückenlosen Lärmschutz beiderseits der Autobahn." Wobei die Anwohner lautstark deutlich machten, dass sie auch lange vor Inbetriebnahme der Autobahn keine Ruhe geben werden.

Das gilt etwa für Marion Schäffer-Rahe, die mit ihrer Familie knapp 400 Meter von der geplanten Autobahn entfernt lebt: "Wenn man so viel Geld für die ganze Maßnahme ausgibt, dann muss doch wohl auch dafür gesorgt werden, dass die Menschen, die dort wohnen, optimal geschützt werden."

Die Wersterin unterstützt somit Reinhold Möhlmann. Der Arzt hat seinen Namen unter das Schreiben an den Petitionsausschuss gesetzt: "Wenn diese Autobahn in Betrieb ist, wird dadurch der gesamte Norden der Stadt Bad Oeynhausen und auch ein Bereich von Löhne durch Lärm stark beeinträchtigt. Im Planfeststellungsbeschluss ist an der Autobahn im Bereich des Bad Oeynhausener Ortsteils Werste und in Löhne kaum Lärmschutz vorgesehen. Dort wird die Trasse in Dammlage geführt. Direkt angrenzend liegt an der Ostseite der Autobahn ein kleines Gewerbegebiet, jedoch direkt dahinter beginnen große zusammenhängende Wohngebiete bis zum Ortskern Werste. Hier wohnen mehrere tausende Menschen."

Gerade diese erhöhte Lage der Trassenführung bereitet den Anwohnern schon jetzt Kopfschmerzen. "Da in der hiesigen Gegend zum großen Teil Westwetterlagen herrschen, verbreitet sich der Schall von der Autobahn ungehindert auf Grund der Höhenlage über den gesamten Ortsteil Werste", heißt es in dem Scheiben an den Ausschuss. Etliche der Betroffenen hätten laut Planfeststellungsbeschluss einen Anspruch auf passiven Lärmschutz. Möhlmann: "Hier sollte eindeutig der aktive Lärmschutz wie Wände und Wälle Vorrang vor dem passiven Lärmschutz wie etwa verstärkte Fenster haben."

Das könnten nach Ansicht der Antragsteller solche Erdwälle sein, die durch den überschüssigen Boden auf den bereits begonnen Bauabschnitten anfällt. Wobei die Initiatoren sehr wohl wissen, dass das Bundesverkehrsministerium zusätzlichen Lärmschutz bislang abgelehnt hat. Möhlmann: "Dieser Lärmschutzwall ist nicht im Planfeststellungsbeschluss vorgesehen. Obwohl der Projektleiter von Straßen NRW Tobias Fischer das öffentlich als ökonomisch sinnvoll bezeichnet hat, den überschüssigen Boden so zu nutzen."

In dem Brief der betroffenen Bürger an den Petitionsausschuss im Düsseldorfer Landtag heißt es wörtlich: "Wir halten es für nicht nachvollziehbar, dass in der heutigen Zeit bei dem Bau einer Autobahn mitten durch dicht bewohnte Gebiete an der Autobahn kein oder nur lückenhafter Lärmschutz vorgesehen ist. Da wir bei Bund und Land kein Gehör finden, wenden wir uns nun an den Petitionsausschuss von Land und Bund in der Hoffnung nicht nur auf gesetzliche Grenzwerte verwiesen zu werden, sondern Hilfe zu erhalten in der prekären Lage."

Die SPD-Landtags-Abgeordnete Inge Howe bestätigte als stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses gestern den Eingang des Briefes. "Das Schreiben geht jetzt an das Verkehrsministerium. Das holt seinerseits Stellungnahmen vom Landesbetrieb Straßen und der beiden beteiligten Städte ein. Danach wird das Ganze bewertet und wir sehen dann, ob es noch Gesprächsbedarf gibt." Inge Howe warnte vor übertriebenem Optimismus: "Das Verfahren dauert natürlich." Von drei bis vier Monaten geht die Mindener Landes-Politikerin aus.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group