An der Quelle: Inga Alsdorf probiert in der Wandelhalle das Bad Oeynhausener Heilwasser. - © Johannes Wöpkemeier
An der Quelle: Inga Alsdorf probiert in der Wandelhalle das Bad Oeynhausener Heilwasser. | © Johannes Wöpkemeier

Bad Oeynhausen "Zurück zu den Quellen"

Schwerpunktthema Heilquellen: Bad-Experte Manfred Kreylos fordert eine Rückbesinnung auf das, was Bad Oeynhausen einzigartig macht

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Dieser Schatz wird unterschätzt. Für Manfred Kreylos, der 20 Jahre lang Abteilungsleiter beim Staatsbad war und immer noch fachkundiges Mitglied im deutschen Heilbäderverband ist, ist Bad Oeynhausen alles andere als pfleglich mit seinen Heilquellen umgegangen. „Man hat es geschafft, innerhalb von 15 Jahren aus einem der zehn größten deutschen Heilbäder ein Nichts zu machen", urteilt Kreylos. Bad Oeynhausen habe zwar viele Reha-Kliniken. „Aber wir haben nichts für die ambulante Badekur zu bieten", sagt Kreylos. Und ob man sich in Zukunft allein auf die Kliniken stützen sollte? „Wir habe ein Kliniksterben", sagt Kreylos. Und verweist auf die Schließung von Siekertalklinik und Werretalklinik und die angekündigte Schließung der Weserklinik. „Das Staatsbad ist eine Einrichtung zur Vermietung und Immobilienverwaltung, allenfalls noch zur Organisation von Veranstaltungen geworden", kritisiert Kreylos. Er fordert: Wir müssen zurück finden zu unseren Wurzeln." Das heißt für Kreylos: Ein kleines, feines Bad mit einem Kurangebot auf hohem Niveau. Dazu gehören für Kreylos: ´Sole-Wannenbäder, ´Fango-Bäder mit Solewasser angesetzt, ´Inhalieren mit Sole, ´Bewegungstherapie in Thermalsole, ´Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte) mit Solewasser. Das klingt, als wollte Kreylos auch ein bisschen zurück in die eigene Vergangenheit. Doch der 75-Jährige weiß durch seine Tätigkeit im Heilbäderverband: So kann auch die Zukunft aussehen. „Es gibt genug Beispiele von Bädern, die das mit Erfolg praktizieren." Zum Beispiel Bad Salzungen oder Bad Sassendorf. Dort werde genau das umgesetzt, was Kreylos auch für Bad Oeynhausen fordert. „Und die Bäder schreiben schwarze Zahlen", so Kreylos. Das Staatsbad Oeynhausen aber verbucht Jahr für Jahr ein Millionen-Defizit. 2019 oder 2020 dürften die Finanzreserven aufgebraucht sein. „Was dann?", fragt Kreylos. Was muss geschehen? „Wir brauchen zuerst eine Bestandsaufnahme. Unabhängige Fachleute müssen untersuchen, in welchem Zustand Quellen und Leitungen sind", sagt Kreylos. „Dann braucht es einen runden Tisch, der ein Zukunftskonzept erarbeitet", so Kreylos. „Wenn wir wissen, was wir wollen, müssen wir einen Maßnahmen- und Kostenplan aufstellen." Wichtig sei, hier vorausschauend zu planen. „Wenn es zum Beispiel um das Kombibad geht, könnte man ja auch über ein Mineralwasserbecken nachdenken, gespeist aus der Michel-Quelle." Wichtig sei aber auch, die Kliniken einzubeziehen. „Auch die müssten viel mehr als bisher Heilwasser einsetzen." Bad Oeynhausen müsse sich auf das besinnen, was es einzigartig macht, fordert Kreylos. Sein Rezept: „Zurück zu den Quellen." Welche Gedanken sich Staatsbad-Geschäftsführer Peter Adler und Betriebsleiter Dirk Henschel zur Zukunft von Quellen und Heilbad machen, lesen Sie in einer weiteren Folge.

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