Bad Oeynhausen/Singapur Party im 71. Stock

Johannes Heider (23) arbeitet in Singapur / Hervorragendes Gesundheitssystem

VON NICOLE SIELERMANN
Johannes Heider nutzt die Zeit in Singapur und erkundet den asiatischen Kontinent. Hier hat er sich vor den Petrona Towers in Kuala Lumpur fotografieren lassen. - © FOTO: HIEDER
Johannes Heider nutzt die Zeit in Singapur und erkundet den asiatischen Kontinent. Hier hat er sich vor den Petrona Towers in Kuala Lumpur fotografieren lassen. | © FOTO: HIEDER

Bad Oeynhausen/Singapur. Züge ohne Schaffner, dreimal täglich warmes Essen und ein hervorragendes Gesundheitssystem - das alles zeichnet die neue Heimat von Johannes Heider aus. Singapur, die fünf Millionen Einwohner zählende Insel in Asien, hat nicht nur beim technischen Fortschritt die Nase vorn. Auch vom Leben dort ist der 23-Jährige begeistert. Zurzeit absolviert der Student ein Praktikum bei Bosch.

Der Aufbruch - überstürzt. Die Zimmersuche - auf die Schnelle. Die Flugbuchung - in letzter Minute. "Aufgrund der wirtschaftlichen Lage wurde meine Stelle als Marketing Assistant bei Bosch erst im September freigeschaltet", sagt Johannes Heider. So blieben dem Bad Oeynhausener nur fünf Tage zwischen Zusage und Arbeitsbeginn. "Ein Visum zu beantragen dauert in der Regel eigentlich schon zwei bis vier Wochen." Mit Kollegen aus Großbritannien, China, Indien und Malaysia - alle nicht älter als 35 Jahre - kümmert sich Johannes Heider um VIP-Events mit Kunden, um den Internetauftritt oder das neue Themengebiet Social Media. "Und ich betreue die Videocasts und Podcasts." Studiert hat Heider Medienwirtschaften an der Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld. Nach dem Job in Singapur soll der Masterstudiengang folgen.

Dieser Marktstand in Singapur bietet für Naschkatzen süße Bonbons aller Art. Zum Teil verschlossen in Gläsern mit Deckel, zum Teil in großen Säcken oder zum Abfüllen aus Glaskästen warten sie auf die Kunden.
Dieser Marktstand in Singapur bietet für Naschkatzen süße Bonbons aller Art. Zum Teil verschlossen in Gläsern mit Deckel, zum Teil in großen Säcken oder zum Abfüllen aus Glaskästen warten sie auf die Kunden.

Begeistert ist Johannes Heider vom vollkommen technisierten Nah- und Fernverkehr: "Man fährt in computergesteuerten Zügen ohne Schaffner und Zugbegleiter." Alle Wege seien zweisprachig beschildert, die Straßen besser ausgebaut als in Deutschland, alles sei sehr sauber und das Gesundheitssystem und die Qualität der Krankenhäuser und Ärzte sei hervorragend. "Durch das perfekte technische Material sogar teilweise besser als in Deutschland."

Das Leben in Singapur gefällt dem 23-Jährigen: "Es ist eine multikulturelle Metropole mit vielen Kulturen und typischen Vierteln", erzählt er. So gibt es "Little India", "Chinatown" oder die "Arab Street". "Mehr als 70 Prozent der Einwohner sind allerdings Chinesen." Trotz der Mischung schafften es alle Kulturen, friedlich zusammen zu leben. "Obwohl sie Feste, Feiertage und Religion eigentlich trennen." In Singapur sei die Regierung sehr darauf bedacht, einen bestimmten Prozentsatz an Menschen in einem Wohnviertel unterzubringen. "So sind viele Hochhäuser durchmischt mit zahlreichen Kulturen", hat Johannes Heider beobachtet.

Der Zoologische Garten, der riesige Containerhafen, Skaten an der Ostküste, Museen, Parks oder Bars am Abend - die Zeit neben der Arbeit wird Johannes Heider nie lang. "Am besten war die Einladung zur Helideck-Party", sagt er schwärmend. Auf einem der höchsten Gebäude Singapurs habe Bosch im 71. Stock auf dem Hubschrauber-Landeplatz zur Party geladen: "Das war toll. Die Stadt und die Skyline von dort oben bei Nacht zu genießen war wirklich ein Höhepunkt des Aufenthaltes."

Wenn der 23-Jährige nicht gerade im 71. Stock feiert, nutzt er die Zeit für Reisen durch Asien. "Die Flüge sind hier unglaublich günstig", erklärt er. Wobei die Mieten wiederum sehr teuer seien. "Ich war bereits zum Wochenend-Trip in Kuala Lumpur in Malaysia und habe mir dort die berühmten Petronas Towers angeschaut." Auch Vietnam, genauer gesagt Ho Chi Minh City (ehemals Saigon), hat Heider schon bereist. "Die Stadt war dreckig und laut, das einzig Sehenswerte waren der berühmte Palast und die Tunnelanlagen der ehemaligen Freiheitskämpfer im Vietnamkrieg." Im Januar soll es nach Bangkok/Thailand gehen und im Februar nach Hongkong. "Von dort wollen wir mit der Fähre nach Bintan und wenn noch Geld und Zeit übrig sind nach Bali oder Rava." Schließlich, so findet Johannes Heider, müsse er die Chance nutzen, wenn er mal in Asien sei.

Nur die 55-Stunden-Woche, die ständige Hitze und Suppe und Fisch zum Frühstück sagen dem 23-Jährigen nicht zu. "Dreimal täglich warm essen muss nicht sein." Deshalb beschränke er sich auf Toast, Nutella und Müsli aus dem Supermarkt. "Den Rest des Tages probiere ich mich durch", sagt er schmunzelnd. Japanisch, koreanisch, chinesisch, taiwanesisch, thailändisch, malaysisch, indisch, arabisch, vietnamesisch oder indonesisch - die Auswahl ist riesig. "Und sehr, sehr scharf."

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