Am Kap der guten Hoffnung posiert Christin Steinkrüger hinter dem Schild. Im Hintergrund kraxeln die Touristen über die Felsen, um dem Meer ganz nah zu kommen. - © FOTO: PRIVAT
Am Kap der guten Hoffnung posiert Christin Steinkrüger hinter dem Schild. Im Hintergrund kraxeln die Touristen über die Felsen, um dem Meer ganz nah zu kommen. | © FOTO: PRIVAT

Einmal um die ganze Welt

Christin Steinkrüger (23) ist seit einem Jahr auf Reisen

VON NICOLE SIELERMANN

Bad Oeynhausen. Sie hat alles aufgegeben: Sicheren Job, Familie und Freunde. Doch keinesfalls für immer. Eines aber steht für Christin Steinkrüger bereits fest: "Die Weltreise war die beste Entscheidung meines Lebens." Seit August 2008 ist die 23-Jährige mit ihrem ersparten Geld auf Tour. Zurzeit reist sie durch Neuseeland.

Vor gut acht Monaten ging’s los. Frankfurt, Kapstadt, Johannesburg, Delhi, Mumbai, Sydney, Darwin, Broome, Perth, Denpasar, Jakarta, Singapur, Padang, Christchurch, Auckland (Neuseeland) – die Liste der Reisestationen von Christin Steinkrüger ist lang. Und noch lange nicht zu Ende. "Momentan bin ich gerade in Neuseeland unterwegs und habe mich entschlossen, den Zwischenstopp auf den Fidji-Inseln zu streichen", sagt die 23-Jährige. Statt dessen geht es in Kürze direkt weiter nach Thailand.

Vor vier Jahren machte Christin Steinkrüger ihr Abitur am Immanuel-Kant-Gymnasium, absolvierte danach eine Banklehre in Schaumburg und kündigte schließlich 2008 ihre unbefristete Stelle. "Ich wollte meinen Traum von einer Weltreise verwirklichen", sagt sie. Schließlich hatte sie jahrelang gespart und neben der Arbeit noch zusätzlich im Restaurant gejobbt, um das nötige Kleingeld zusammen zu bekommen. "Anfangs hatte ich schon Angst vor diesem Schritt. Zumal ich allein unterwegs bin", sagt die 23-Jährige. Nach all den guten Erlebnissen hat sich die Angst schnell gelegt.

Ein Jahr lang wollte Christin Steinkrüger die Welt erkunden, buchte alle Tickets im Voraus – und machte dann während der Reise doch alles anders. Zum Beispiel in Australien. Als sie sich kurzfristig entschloss, für eine Woche nach Indonesien zu fliegen. Dort gefiel es ihr aber so gut, dass sie gleich zwei Monate blieb und den Australien-Aufenthalt verkürzte.

"Momentan bin ich gerade in Neuseeland unterwegs, wo mich mein bester Freund zurzeit besucht." Von dort geht es dann direkt nach Thailand. Vietnam, Kambodscha und Laos sollen folgen: "Dafür nehme ich mir drei Monate Zeit." Für das bisher Erlebte sei sie dankbar: "Ich habe so viele nette, hilfsbereite und freundliche Menschen getroffen. Und es geht schließlich nicht darum, was man sieht, sondern wie man es sieht."

Wann Christin Steinkrüger nach Deutschland zurückkehrt – sie weiß es nicht genau. "Eigentlich wollte ich am 14. September zurück sein und Innenarchitektur studieren." Das Reisen in fremden Ländern habe jedoch ihre Ansichten geändert. "Es gefällt mir so gut, dass ich noch ein bisschen verlängere", sagt Steinkrüger. Denn sie möchte noch einmal nach Indien zurück und auch noch Nepal bereisen. Doch spätestens Weihnachten will Christin Steinkrüger zurück sein, um mit der Familie zu feiern. Wobei: "Es ist viel schöner, wenn man nicht so viel plant und sich treiben lässt."

Für die Zeit nach der Weltreise hat Christin Steinkrüger bereits neue Vorstellungen: "Arbeiten in der Schweiz oder Kanada und dann mit dem Rucksack nach Nord- und Mittelafrika sowie nach Südamerika", sagt sie. "Vielleicht widme ich mich danach meiner Liebe zur Fotografie und dem Journalismus." Immerhin habe sie das Angebot, ein Buch über Java (Indonesien) zu schreiben. "Wir werden sehen", sagt sie. "Wichtig ist, dass man hier und jetzt in der Gegenwart glücklich ist."

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group