Schon ein kleines bisschen irisch

Alexandra Dolewski (21) lebt als Au-pair-Mädchen in Irland

Von Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Monkstown. An das irische Wetter hat sich Alexandra Dolewski noch nicht gewöhnt. "Das ist wirklich unberechenbar. Ohne Schirm kann man gar nicht losgehen", erzählt die 21-jährige Bad Oeynhausenerin, die zurzeit als Au-pair-Mädchen in Monkstown, einem Vorort von Dublin (Irland), lebt. Und dort hat sie jüngst etwas Besonderes erlebt: den ersten Schnee in Irland seit Jahren.

Schnee im Januar, das versetzte ganz Irland in Aufregung – und Panik. "Da es hier seit Jahren keinen Schnee gab, sind die Menschen dafür gar nicht ausgerüstet", berichtet Alexandra Dolewski. Streufahrzeuge – die gibt es nicht. "Hier warten alle, bis der Schnee geschmolzen ist", erzählt Alexandra Dolewski schmunzelnd.

Seit einigen Monaten nun lebt die Rehmerin in Irland. Gefunden hat sie "ihre" Familie über ein privates Internetportal (www.aupair-world.net) für Familien und Au-pairs. "Und ich habe richtig Glück gehabt", sagt sie schwärmend. Sowohl die Gasteltern Anita und Malachy als auch die Kinder Fiachra (10) und Oscar (8) hätten sie liebevoll und mit offenen Armen aufgenommen.

"Meine Gasteltern sind beide fabelhafte Berufsmusiker und haben mich schon zu vielen Konzerten in verschiedenen Teilen Irlands mitgenommen", sagt die 21-Jährige. "Es ist traumhaft, ihnen bei der Arbeit zuzuhören", erzählt sie. Sie genieße jeden Tag ihr eigenes kleines Konzert, wenn die Gasteltern übten.

Obwohl Alexandra Dolewski sich mittlerweile in ihrer neuen Heimat Irland eingelebt hat und viele Freunde gefunden hat, sagt sie: "Ich weiß nun Deutschland und Bad Oeynhausen-Rehme viel mehr zu schätzen – auch, wie toll unsere deutsche Sprache ist."

Höflich und gastfreundlich

Monkstown, in dem die 21-Jährige lebt, liegt südlich von Dublin, direkt an der Irischen See. Mit ihren neuen Landsleuten hat Alexandra Dolewski nur gute Erfahrungen gemacht. "Sie sind im Gegensatz zu vielen Deutschen sehr höflich und gastfreundlich", erzählt sie. Sie würden sich sogar entschuldigen, wenn "sie im Laden zwischen dir und dem Regal durchgehen".

Die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch und grundsätzlich kann es vor allem in Dublin ganz schön hektisch werden. "Es ist zwar am Wochenende sehr voll, aber auch am schönsten", sagt die 21-Jährige. Dann gebe es überall Künstler und Musiker auf den Straßen. "Die Straßen leben." Ganz anders als in Bad Oeynhausen.

Was bei uns das Plattdeutsche ist, ist in Irland das irisch-gälische, das seit einigen Jahren wieder in den Schulen gelehrt wird. "Im moderneren Osten wird es nicht so sehr im Alltag genutzt, dafür aber vermehrt im Westen." Dort würden, so die Bad Oeynhausenerin, auch heute noch statt Autos sogar noch Kutschen und Esel genutzt.

"Manchmal erinnert mich die Landschaft an ,Herr der Ringe‘ – mit all den Wiesen, Wäldern und Bergen. Es ist wirklich ein Traum – und mein Herz ist in den vergangenen Monaten schon ein klein wenig irisch geworden", gibt Alexandra Dolewski zu.

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