Farina Grotzfeld vor der berühmten Freiheitsstatue in New York.
Farina Grotzfeld vor der berühmten Freiheitsstatue in New York.

Ein Katzensprung bis New York City

Farina Grotzfeld lebt als Austauschschülerin in der Weltmetropole

Von Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen/Egg Harbor Township. Alles ist XXL. Für Farina Grotzfeld war das in Amerika die größte Umstellung. "Die Autos, die Einkaufscenter, die Orangensaftflaschen – alles ist irgendwie größer", sagt die 17-Jährige. "Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen – vor allem beim Essen." Seit einem halben Jahr lebt die Gymnasiastin in Egg Harbor Township in New Jersey. Noch bis zum Sommer besucht sie die dortige Highschool.

Farina Grotzfeld ist begeistert. Schon mit der Gastfamilie hat sie einen Glückstreffer gelandet, wie sie erzählt. Neben den Gasteltern gebe es noch eine Gastschwester und Zwillings-Gastbrüder. Alle ungefähr in ihrem Alter. "Freunde habe ich hier schnell gefunden. Die Amerikaner sind alle sehr freundlich und hilfsbereit", sagt sie. Die meisten von ihnen liebten Deutschland. Oder das, was sie dafür halten: "Sie alle sehen nur Bayern. Und schwärmen so vom guten Wetter, dem Bier und von den Autobahnen."
Egg Harbor Township gehört zu New Jersey und liegt zirka 20 Kilometer von Atlantic City entfernt. "Die Stadt hat 31.000 Einwohner und ist etwas kleiner als Bad Oeynhausen." Die Highschool, die Farina Grotzfeld besucht, zählt an die 2.500 Schüler. "Nach New York City, Philadelphia und Baltimore ist es nur ein Katzensprung."

Ganz anders als in Deutschland ist das amerikanische Schulsystem. "Es gibt von Anfang an Kurse und keine Klassen, statt Arbeiten nur Multiple-Choice-Tests und längst nicht so viele Hausaufgaben wie in Deutschland", erzählt die 17-Jährige, die bis Juli als Austauschschülerin in den USA lebt.

Für Farina Grotzfeld sind die Amerikaner ziemliche Patrioten. "Wenn andere Leute nicht so bekennend sind, verwundert das hier", hat sie erfahren. Zudem habe sie sich die Frage anhören müssen, warum denn nicht auch in Deutschland jeden Morgen in der Schule die Treue zur deutschen Flagge bekannt wird. "Für die Amerikaner sind die Geschehnisse in Deutschland Vergangenheit. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass jeder sein Land lieben sollte."

Was Farina Grotzfeld aber mit am meisten beeindruckt hat, ist der Missionstrip in die Dominikanische Republik. "Mein Gastcousin ist ein fantastischer Baseballspieler und fliegt mit meinem Gastonkel seit einigen Jahren dorthin, um Baseball zu spielen." Dabei hätten sie aber auch gesehen, wie arm die Menschen dort wären. "Also helfen sie den Dominikanern, eine Schule zu bauen und fliegen jedes Jahr runter."
Dieses Jahr waren Farina und ihre Gastschwester mit dabei. "Wir haben die Wände der Schule, die schon stehen, entsandet und gestrichen. Zudem haben wir die Schule ans Wassersystem angeschlossen." Das sei eine ziemlich eindrucksvolle Erfahrung gewesen.

Farina Grotzfeld gefällt das Leben in den Staaten. "Ich mache hier eine Menge mit meiner Gastfamilie. Mein Gastvater ist Pilot und daher kann ich viel umsonst oder zumindest günstiger fliegen." So war die 17-Jährige bereits in Disneyworld und den Universal Studios in Florida, hat die Universität von North Carolina besucht, war in New York City und Philadelphia.

"Natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde daheim in Bad Oeynhausen." Doch bis zum Wiedersehen im Juli habe sie kaum Zeit für Heimweh: "Ich bin im Ruderteam und dort stehen noch Wettkämpfe an, die Schule fordert mich und dann ist natürlich noch Prom, also der Abschlussball der Highschool."

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